"Geschichte vor Gericht" 5: Gespräch/Diskussion

Von den rund 6500 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau eingesetzten SS-Angehörigen mussten sich gerade einmal 43 vor einem bundesdeutschen Gericht verantworten – oft erst viele Jahre nach ihren Taten. Waren diese Männer Mörder oder „nur“ Mordgehilfen? Für Strafermittler wie Oberstaatsanwalt Andreas Brendel zählen klare Beweislagen, um zur juristischen Wahrheit zu gelangen. Im Detmolder Auschwitz-Prozess von 2016 vertrat Brendel die Anklage gegen einen 94jährigen ehemaligen SS-Wachmann in Auschwitz-Birkenau. Für ihn trägt er allein deshalb Schuld, weil der als Mordgehilfe zu 5 Jahren Haft Verurteilte durch seinen Dienst zum Funktionieren des Mordbetriebs in Auschwitz beigetragen hat.

Eintritt: 3,00 €