Veranstaltungen

23. Januar 2013 , 19:00 Uhr
Vortrag

"Niemand mehr da" - Antisemitische Ausgrenzung und Verfolgung in Rauischholzhausen 1933-1942

Programm:

„Niemand mehr da“ – unter diesem Titel hat die Historikerin Annamaria Junge eine  herausragende Fallstudie zu Ausgrenzung, Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden während des Nationalsozialismus vorgelegt. Ihr Untersuchungsobjekt ist das hessische Dorf Rauischholzhausen, das ähnlich wie andere Dörfer eine jahrhundertealte Tradition jüdischer Ansiedlung aufwies. Wie alle jüdischen Landgemeinden in Deutschland wurde auch diese durch das NS-Regime vernichtet.

 

Annamaria Junges Ansatz gilt der Frage nach den Leerstellen,  der Suche nach denen, die fehlen und nach den Gründen ihrer Abwesenheit. Insbesondere durch die Berichte von Zeitzeugen, jüdischen wie nichtjüdischen, gelingt es Junge ein ungeheuer konkretes und dichtes Bild der Situation im Dorf sowie der Akteure und Aktionen gegen die jüdische Dorfbevölkerung zu zeichnen, die in letzter Konsequenz zum Verlust der Heimat durch Auswanderung oder zur Vernichtung in den Gaskammern der Konzentrationslager führten.

 

Annemaria Junge wuchs zwar in Hamburg auf, doch ihre Wurzeln liegen in Rauischholzhausen, wo sie viele Ferien bei ihren Großeltern verbrachte. Daher liegt die Ortswahl ihrer Forschung vor allem in der eigenen Familiengeschichte begründet.

Nach abgeschlossenem Studium der Rechtswissenschaften in Berlin wechselte Junge 2007 an das Touro College Berlin wo sie den Masterstudiengang Holocaust Communication and Tolerance sowie Jewish Studies 2009 mit einer Masterarbeit abschloss. Seither ist Junge an unterschiedlichen Forschungsprojekten zur deutschen Nachkriegszeit beteiligt.

Ort:

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