Veranstaltungen

11. März 2018 , 14:00 Uhr
Gespräch

NS-Kolonialrevisionisten, die Besatzung Frankreichs und Belgiens und die Erhebung von Wissen zu Wirtschaft und Arbeit in Afrika

Programm:

In Frankreich sind Haltungen zur kolonialen Vergangenheit seit langem ein Thema in politischen Debatten. Auch in Deutschland sind in jüngster Zeit der deutsche Kolonialismus und seine erinnerungspolitischen Dimensionen verstärkt in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Dabei gilt Kolonialismus meist eher als je nationales denn als schwieriges europäisches Erbe.
Im Werkstattgespräch werden aktuelle Forschungen zu den transnationalen Dimensionen kolonialrevisionistischer NS-Politik vorgestellt. Mit der Besatzung Frankreichs und Belgiens 1940 etwa ging ein großes Interesse deutscher Dienst- und Parteistellen an Erfahrungswerten und Praktiken der westeuropäischen Kolonialmächte einher. Wirtschafts- und arbeitspolitische Dokumente und Literatur wurden beschlagnahmt oder die Arbeit französischer und belgischer Experten in kolonialen Kommissionen analysiert, um sie für NS-Kolonialplanungen fruchtbar zu machen.
Anhand von Archivquellen und zeitgenössischen Publikationen erforschen Studierende der Humboldt Universität Berlin und der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris gemeinsam solche europäischen Dimensionen des NS-Kolonialrevisionismus in den 1940er Jahren

Kerstin Stubenvoll hat Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft und Völkerrecht in Tübingen und Berlin studiert. Seit 2011 arbeitete sie als Museumspädagogin, wissenschaftliche Mitarbeiterin der DFG-Forschergruppe Actors of Cultural Globalization und als freie Mitarbeiterin in deutschen und französischen NS-Gedenkstätten. Sie ist Doktorandin am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz.

Museums-Kategorie: Vortrag, Lesung, Gespräch

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