Veranstaltungen

12. November 2019 , 19:00 Uhr
Gespräch Vortrag

Opfer, Täter, vecinos? Das Erbe des Nationalsozialismus in Südamerika nach 1945

Programm:

Begrüßung: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin
Impulsvortrag: Prof. Dr. Holger M. Meding, Köln
Podiumsgespräch mit: Prof. Dr. Holger M. Meding, Prof. Jeanine Meerapfel, Berlin, und Dr. Juliana Ströbele-Gregor, Berlin
Im Anschluss: Skype-Gespräch mit Gastón Chillier, Buenos Aires
Moderation: Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Rinke, Berlin

Topographie des Terrors Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit dem Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin)

Nach der Machtübernahme Hitlers begann die erzwungene Emigration Tausender von den Nationalsozialisten verfolgter Juden nach Südamerika. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschieden sich zahlreiche NS-Täter für eine Flucht nach Übersee, um sich der Strafverfolgung in Europa zu entziehen.
Der Vortrag und das Podiumsgespräch geben einen Überblick über die beiden Einwan­derungsgruppen in Südamerika und gehen insbesondere der Frage nach, welche Beziehungen unter ihnen sowie zur ansässigen Bevölkerung bestanden. Im Skype-Gespräch wird auch nach der Bedeutung des Erbes des Nationalsozialismus in Südamerika für die dortigen Erinnerungskulturen gefragt.

Holger M. Meding, 1962 geboren, ist Professor für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte an der Universität zu Köln. 1992 veröffentlichte er Flucht vor Nürnberg? Deutsche und österreichische Einwanderung in Argentinien 1945-1955.

Jeanine Meerapfel, 1943 in Buenos Aires als Tochter deutsch-jüdischer Emigranten geboren, ist Präsidentin der Berliner Akademie der Künste. 1964 verließ sie Argentinien und studierte am Institut für Filmgestaltung der hfg Ulm. Zu ihren Werken gehört der u. a. in Buenos Aires gedrehte Spielfilm Der deutsche Freund (2012).

Juliana Ströbele-Gregor, 1943 geboren, ist freiberufliche Kultur- und Sozialanthropologin. Als Tochter des ersten deutschen Botschafters nach dem Zweiten Weltkrieg kam sie 1952 nach Bolivien. 2018 erschien ihr Buch Transnationale Spurensuche in den Anden. Von geflüchteten Juden, "Altdeutschen" und Nazis in Bolivien.

Gastón Chillier ist Direktor des Centro de Estudios Legales y Sociales (CELS) in Buenos Aires. Die nichtstaatliche Organisation wurde 1979 in der letzten Phase der argentinischen Militärdiktatur gegründet und setzt sich für die Einhaltung von Menschenrechten ein.

Stefan Rinke, 1965 geboren, ist Professor für Geschichte Lateinamerikas am Lateinamerika-Institut und am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin.

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