Veranstaltungen

23. Januar 2014 , 19:00 Uhr
Vortrag

„Ostarbeiter”: meine Großeltern als Zwangsarbeiter - Eine historisch-biografische Rekonstruktion

Programm:

In seinem Vortrag mit Bildern berichtet Kristian Ireland über das Schicksal seiner Großmutter Olena Zacharczenko, geborene Suglobowa. Mit 20 Jahren wurde die Lehramtsstudentin 1942 aus Kuban (Sowjetunion) zum Arbeitseinsatz ins Deutsche Reich zwangsverpflichtet. Nach mehreren Stationen wurde sie im Großraum Hamburg eingesetzt, wo sie auch die Befreiung erlebte. Im DP-Lager Wentorf bei Hamburg lernte sie ihren zukünftigen Mann Alexander Zacharczenko kennen. 1948 konnte das Ehepaar nach Melbourne (Australien) auszuwandern. Dort lebten die beiden ehemaligen Ostarbeiter viele Jahre in einer auch künstlerisch aktiven Gemeinde ehemaliger Zwangsarbeiter aus den DP-Lagern Wentorf und Heidenau.
 
Kurzvortrag und Gespächsmoderation:
Dr. Ulrike Goeken-Haidl, Nürnberg
Im Anschluss an die Präsentation referiert Ulrike Goeken-Haidl über die Möglichkeiten der Emigration für die befreiten Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion. Bei Kriegsende befanden sich rund fünf Millionen sowjetische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in den alliierten Zonen. Die Repatriierung hatte sich Moskau von den Westalliierten vertraglich zusichern lassen. Aus diesem Grund wurde der überwiegende Teil der von den Westalliierten als „soviet Displaced Persons“ bezeichneten Personengruppe an die Rote Armee übergeben. Diejenigen, die in die Sowjetunion zurückgekehrt waren, wurden von ihrer Staatsführung zunächst pauschal unter kollektiven Kollaborationsverdacht gestellt. Rund 250.000 der sowjetischen „Displaced Persons” Menschen konnten mit Hilfe der Vereinten Nationen in die klassischen Einwanderungsländer wie den USA, Großbritannien oder Australien übersiedeln.
 
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt, sie wird übersetzt.

Ort:

Veranstalter: