Veranstaltungen

23. November 2021 - 1. Januar 2022
Ausstellung

"Postscriptum – ‚Ostarbeiter‘ im Deutschen Reich“ eine Ausstellung von Memorial

Programm:

Die Arbeit von Memorial ist für das Museum Berlin-Karlshorst ein unverzichtbarer Bestandteil der multilateralen internationalen Zusammenarbeit mit Partnern im osteuropäischen Ausland. Am historischen Ort, der für das Kriegsende in Europa steht, begann in Berlin-Karlshorst 1994 eine Zusammenarbeit zwischen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland, der sich 1997/1998 die nationalen ukrainischen und belarussischen Weltkriegsmuseen in Kiew und Minsk anschlossen. Memorial hat mit seiner jahrzehntelangen dokumentarischen Arbeit einen elementar wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung unserer gemeinsamen Geschichte geleistet.

Das Archiv von Memorial sammelt seit 1990 Briefe von ehemaligen sowjetischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, die während des Zweiten Weltkrieges ins Deutsche Reich verschleppt waren. Dieser Archivbestand umfasst heute rund 320.000 Dokumente. Mit dem auf diesem Fundus basierenden Ausstellungsprojekt "Postscriptum - 'Ostarbeiter' im Deutschen Reich" ist es Memorial gelungen, einen tiefen Einblick in die Erinnerung an die Zeit von Krieg und deutscher Besatzungsherrschaft zu geben, wie sie in russischen Familien bis heute fortlebt. Daneben ist es ein nicht zu unterschätzender Beitrag, dass Memorial den sowjetischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern nach Jahren der Verdrängung und des Verschweigens erstmals eine Stimme in der russischen Öffentlichkeit gab.

Memorial leistet einen auch in Zukunft unverzichtbaren Beitrag zur Erhellung der historischen Zusammenhänge in den deutsch-sowjetischen Beziehungen. Wir wollen nicht, dass durch die vorsätzliche Auflösung von Memorial eine Leerstelle in die versöhnende Zusammenarbeit über Grenzen hinweg gerissen wird.

Ort:

Garten des Museums Berlin-Karlshorst

Veranstalter:

Museum Karlshorst