Veranstaltungen

11. Januar 2015 , 15:30 Uhr
Vortrag

„Räder müssen rollen für den Sieg“ – Albert Ganzenmüller, Staatssekretär im Reichs-verkehrsministerium

Programm:

Vortrag mit Dr. Alfred Gottwaldt

 Die Biographie von Dr.-Ing. Albert Ganzen-müller (1905-1996) harrt noch immer der genaueren historiographischen Bearbeitung: Als Schüler nahm er am „Marsch auf die Feldherren-halle“ teil. Seine steile Karriere begann bei der Deutschen Reichsbahn, deren stellvertretender Generaldirektor er bald wurde. Seit Ende Mai 1942 war er gleichzeitig Staatssekretär unter dem Reichsverkehrsminister Julius Dorpmüller. In dieser Funktion war Ganzenmüller an der Deportation der europäischen Juden in Ghettos und Lager unmittelbar beteiligt. Er prägte den vielfach zitierten Satz „Räder müssen rollen für den Sieg!“.

 Nach dem Kriegsende gelang ihm die Flucht nach Argentinien, wo er als Berater der Staats-bahnen arbeitete. Nach seiner Rückkehr in die Bundesrepublik 1955 versuchte er – allerdings erfolglos - eine Pension als Staatssekretär einzuklagen. Bis 1968 arbeitete Ganzenmüller schließlich als Transportingenieur bei der Hoesch AG in Dortmund. Mehrfach aufgenommene Ermittlungen gegen ihn führten zu einer Anklage beim Düsseldorfer Schwurgericht. Er wurde 1973 wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, entging jedoch krankheitsbedingt der Verurteilung.

 

Dr. Alfred Gottwaldt, Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und der Neueren Geschichte in Frankfurt am Main. Tätigkeit als Rechtsanwalt. Von 1983 bis 2014 Leiter der Abteilung Schienenverkehr im Deutschen Technikmuseum. Veröffentlichungen zu Reichsbahnzeit, Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg.

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