Veranstaltungen

25. November 2010 , 19:30 Uhr
Vortrag

"Rechte Musik als Einstiegsdroge?"

Programm:

In Berichten von Aussteigern aus der rechtsextremen Szene wird häufig die Musik als das maßgebliche Medium beschrieben, das erstmalig das Tor in die Gedankenwelt des Rechtsextremismus aufgestoßen hat. Mit einfachen Botschaften, brutalen Verbalprovokationen oder gezielten rassistischen Tabubrüchen, aber auch mit der vermeintlich verständnisvollen Thematisierung sozialer und jugendtypischer Probleme locken die Lieder zum Zuhören unter dem Kitzel des Verbotenem.  Rechte Musik gibt es heute in jeder Form und adaptiert jedes Genre, welches bei Jugendlichen populär ist, von Rechtsrock bis zu rechtem Hip-Hop, von rechten Liedermachern bis zu rechtem Punk. Ihre Verbreitung reicht längst über die rechte Szene hinaus und hat die MP3-Player vieler Jugendlicher bereits erreicht. Rechtsextreme Gruppen wie "Landser" sind heute einer breiten Masse von jungen Menschen ein Begriff.

Zusätzlich üben auch die Konzerte der rechtsextremen Szene mit ihrem konspirativen Charakter einen abenteuerlichen Reiz aus, der aus der reinen Musikdarbietung eine "braune Eventkultur" werden lässt.

Welche Bedeutung die Musik für die rechtsextreme Szene hat kann der Berliner Jugendforscher Klaus Farin aufgrund seiner jahrzehntelangen Beobachtungen gut einschätzen. Farin sammelt, analysiert und archiviert seit vielen Jahren in seinem Archiv der Jugendkulturen Materialien jeglicher Art (Fanzines, Flyer, Tonträger, Bücher, wissenschaftliche Studien usw.) über & aus Jugendkulturen und stellt sie der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. Über seine langjährige Forschung findet er immer wieder Zugänge in die rechte Konzertszene und kann die vielfältigen Entwicklungen dort gut dokumentieren.

Auf dem Hintergrund seiner Recherchen wird Klaus Farin am kommenden Donnerstag um 19:30 Uhr im Ratsaal des Ratzeburger Rathauses Interessierten einmal einen Einblick in die rechtsextreme Musikwelt geben und dabei die wirkliche Bedeutung rechter Musik als mögliche Einstiegsdroge thematisieren. Im Anschluss an den Vortrag wird es Raum zur Diskussion mit Klaus Farin geben.

Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Die öffentliche Abendveranstaltung mit Klaus Farin bildet den Abschluss eines umfangreichen Tagesprogramms. Auf Einladung der Vereins Miteinander leben e.V. wird Klaus Farin bereits gegen 11:00 Uhr in Mölln sein, um in der Aula des Regionalen Bildungszentrums vor rund 200 Schülern zur Thematik "Rechte Jugendkulturen" zu referieren.

Am Nachmittag in der Zeit von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr wird Klaus Farin an einer Fachkonferenz zum Thema "Rechte Jugendkulturen -  Wahrnehmen und Entgegentreten - Handlungsmöglichkeiten für die Praxis in Schule und Jugendarbeit" in der Internationalen Begegnungsstätte "Lohgerberei" teilnehmen und dort inhaltliche Impulse setzen. Die Konferenz im Rahmen des Möllner Jugendprojektes OPEN MIND  richtet sich direkt an Praktiker aus Schule und Jugendarbeit und wird vom Kreis Herzogtum Lauenburg gefördert. (Erwähnung wäre hilfreich!) Eine Teilnahme erfolgt ausschließlich über Anmeldung bei Mark Sauer unter 04541/206726. Derzeit sind noch einige Plätze frei.

Ort:

Ratsaal des Ratzeburger Rathauses

Veranstalter:

Verein miteinander Leben e. V.