Veranstaltungen

28. Februar 2018 , 18:00 Uhr
Film

Rosen für den Staatsanwalt

Programm:

 

 

 

 

 

Mittwoch, 28. Februar 2018
18:00 Uhr

Rosen für den Staatsanwalt

(Spielfilm, D 1959, 98 Min., s/w)
Regie: Wolfgang Staudte
Darsteller: Martin Held, Ingrid van Bergen, Walter Giller, Camilla Spira u. v. a.
Mit anschließendem Filmgespräch.
 

Eine treffende Satire auf die NS-Blindheit der bundesdeutschen Justiz in der Adenauer-Zeit. „Ein wichtiges Beispiel filmischer Arbeit an der Vergangenheit.“ (Heyne-Filmlexikon), „Eine der letzten Arbeiten Staudtes, der man das Engagement seiner auf Wahrheit versessenen früheren Filme ansehen kann.“ (Süddeutsche Zeitung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wird der Gefreite Rudi Kleinschmidt (Walter Giller) von Kriegsgerichtsrat Dr. Wilhelm Schramm (Martin Held) beschuldigt, zwei Dosen Flieger­schokolade gestohlen zu haben. Schramm beantragt die Höchststrafe wegen Dieb­stahls und „Wehr­kraftzersetzung“, die Todesstrafe. Die Hinrichtung kommt wegen eines Flugzeugan­griffs nicht zustande. Rudi Kleinschmidt kann entkommen, nimmt aber das durch die Luft wirbelnde Blatt mit dem Todesurteil an sich. Einige Jahre nach dem Krieg schlägt er sich als Straßenverkäufer von Trick-Spielkarten durch. Als er wieder einmal seine Karten anpreist, kommt ihm einer der Zuschauer merkwürdig bekannt vor. Es ist der ehemalige Kriegsgerichtsrat Schramm, jetzt Oberstaatsanwalt. Bei seiner Entnazifi­zierung hatte er sei­ne Tätigkeit als Militärjurist des NS-Regimes verschwiegen und wurde daher wieder in den Justizdienst übernommen ... Die Filmerzählung kommt in Fahrt und eröffnet auch heute noch erhellende Einblicke in Alltag und Justiz der Bundesrepublik am Ende der fünfziger Jahre.

„Mit bitterer Ironie schildert der zeitkritische Film die Verdrängung faschistischer Vergan­genheit und den Fortbestand alter obrigkeitsstaatlicher Tendenzen in der Bundesrepublik. Obwohl er durch zahlreiche Konzessionen ans Unterhaltungskino jener Jahre teilweise an Schärfe und Deutlichkeit verliert, bleibt er doch in zentralen Punkten treffsicher und bestän­dig aktuell. Brillant: Martin Held als Staatsanwalt.“ (Lexikon des internationalen Films, Mün­chen 1997)

 

 

 

 

Ort:

Kinosaal des Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin

Veranstalter:

frag doch! Verein für Begegnung und Erinnerung e.V.