Veranstaltungen

29. Juli 2021 - 11. August 2021
Ausstellung Ausstellungseröffnung

#StolenMemory - Ausstellung über persönliche Gegenstände von KZ-Häftlingen in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Programm:

Die Arolsen Archives eröffnen am 29. Juli 2021 in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme die Open-Air Wanderausstellung #StolenMemory. Im Mittelpunkt stehen der letzte Besitz von KZ-Inhaftierten und die Frage, wie es heute noch gelingt, diese sogenannten Effekten an Familien der Opfer zurückzugeben. Zu sehen ist die Ausstellung in einem aufklappbaren Übersee-Container auf dem historischen Appellplatz in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

"Effekten" sind persönliche Gegenstände, die Häftlinge bei ihrer Ankunft in den Konzentrations­lagern von der SS abgenommen wurden. Oft waren es Eheringe, Uhren, Füller oder Brieftaschen mit Fotos. #StolenMemory ist eine Kampagne der Arolsen Archives zur Rückgabe dieser persönlichen Gegenstände an die Angehörigen. Über 500 Familien konnten seit dem Start der Kampagne 2016 bereits gefunden werden. Die Ausstellung zeigt Bilder solcher "Effekten" und erzählt vom Schicksal von zehn NS-Verfolgten, viele davon Häftlinge des KZ Neuengamme.

Wo: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Jean-Dolidier-Weg 75, 21039 Hamburg

Wann: 29. Juli -11. August 2021

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9.30-16 Uhr, Samstag und Sonntag 12-19 Uhr

Am Vormittag des 29. Juli 2021 wird der Übersee-Container mit der Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme angeliefert. Wir laden Sie herzlich ein, dabei zu sein. Bitte melden Sie sich dazu an (Kontaktdaten am Ende der Pressemitteilung)

Das Ziel der Ausstellung: Aufmerksamkeit und Unterstützung

Unter der Überschrift "Gefunden" lenkt die Ausstellung den Blick auf persönliche Gegen­stände, die bereits zurückgegeben werden konnten. Sie berichtet vom Verfolgungsweg der einstigen Besitzer* innen und den Rückgaben an die Familien. Mit dem Smartphone können die Besucher*innen über eine App Videoportraits aufrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen. Unter der Überschrift "Gesucht" werden "Effekten" gezeigt, die noch auf ihre Rückgabe warten. Eine wichtige Botschaft ist deshalb auch: Jede*r kann die Arolsen Archives bei der Rückgabe der Effekten unterstützen und sich selbst auf Spurensuche nach den Ver­folgten und ihrer Familien begeben. Noch immer bewahrt das Archiv gestohlene Hinterlassenschaften von knapp 2.500 Personen aus ganz Europa auf.

Der emotionale Wert der Effekten

"Viele Opfer der Nationalsozialisten hinterließen keine materiellen Spuren für ihre Fami­lien, weil die Nationalsozialisten ihnen alles nahmen", so Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. Die Rückgabe der Effekten sei für die Angehörigen deshalb oft sehr unerwartet: "Einige von ihnen wissen nichts oder nur wenig über diesen Teil der Lebens­geschichte ihrer Großeltern, Eltern, Onkel und Tanten". Umso wichtiger sei es, dass die Gegenstände in die Familien zurückkehrten.

Prof. Dr. Detlef Garbe (Stiftungsvorstand): "Die Häftlinge mussten bei der Ankunft im Konzentrationslager Neuengamme ihre Kleidung und alle persönlichen Dinge abgeben. Dieser persönliche Besitz wurde registriert und in beschrifteten Papierumschlägen in einem gesonderten Gebäude, der "Effektenkammer", aufbewahrt. Da die SS die Effekten im April 1945 aus dem KZ Neuengamme fortschafften, um sich persönlich zu bereichern, überdauerten sie das Kriegsende. Sie werden von den Arolsen Archives verwahrt. Zahlreiche Familien ehemaliger KZ-Häftlinge erhielten in den letzten Jahren diese für sie sehr wertvollen Erinnerungsstücke zurück. Durch diese Ausstellung, die an dem Standort steht, an dem Häftlingen ihre persönlichen Gegenstände abgenommen wurden, wollen wir mithelfen, dass weitere Angehörige ehemaliger Häftlinge diese persönlichen Gegenstände zurück erhalten."

Ausstellung und Website

Seit August 2020 reist die #StolenMemory-Ausstellung durch Deutschland. Das Projekt konnte von den Arolsen Archives dank der Fördermaßnahme "Kultur in ländlichen Räu­men" (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) umgesetzt werden. Auf­grund der großen Nachfrage gibt es seit 2021 einen zweiten Container, der nun auch größere Städte ansteuert. Vom 29. Juli bis 11. August 2021 ist die Ausstellung in Hamburg in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme zu sehen.

Begleitend zur Ausstellung bietet die Website stolenmemory.org weitere Einblicke: Kurze, animierte Filme mit ergänzenden Webstories erzählen von individuellen Schick­salen. Diese Materialien wurden speziell für Jugendliche entwickelt und im Juni 2021 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie "Wissen und Bildung" ausgezeichnet. Auf der Website steht zudem umfangreiches pädagogisches Material zum kostenlosen Download zur Verfügung, das von Schulen und Bildungs­einrichtungen auf allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden kann.

Link zur Website #StolenMemory: https://stolenmemory.org/

Ort:

KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Veranstalter:

KZ-Gedenkstätte Neuengamme