Veranstaltungen

31. August 2018 , 19:00 Uhr
Gespräch

Täternachkommen im Gespräch. Umgang mit Massenverbrechen in Familie und Gesellschaft

Programm:

Täternachkommen aus Argentinien, Deutschland und Spanien sprechen über den Umgang mit Massenverbrechen in Familie und Gesellschaften.

In Argentinien haben Kinder von Tätern der argentinischen Militärdiktatur im vergangenen Jahr die Gruppe Historias Desobedientes („Ungehorsame Geschichten“) gegründet. Diese Gruppe will das Schweigen in der Gesellschaft und in den Familien brechen – unter ihnen ist Liliana Furió. Ihr Vater war während der rechten Militärdiktatur von 1976 bis 1983 für Folter und das Verschwinden von Personen verantwortlich und wurde deshalb zu lebenslanger Haft verurteilt. In Deutschland gibt es vergleichbare Bemühungen von Nachfahren von NS-TäterInnen – zu ihnen gehört Barbara Brix. Ihr Vater hat sich als Arzt in einer SS-Einsatzgruppe am Holocaust in Osteuropa beteiligt. Dieprand von Richthofens Verwandter ließ als Kommandant der „Legion Condor“ während des Spanischen Bürgerkriegs die baskische Stadt Guernica bombardieren. Im Gespräch mit Dr. Oliver von Wrochem (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) sprechen diese drei Nachkommen von Tätern über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Aufarbeitung von Massenverbrechen in Familien und Gesellschaften in Deutschland, Argentinien und Spanien.


Dr. Oliver von Wrochem (KZ-Gedenkstätte Neuengamme): „Das Schweigen in Gesellschaft und Familien hat in vielen Ländern eine entschiedene Aufarbeitung der verbrecherischen Vergangenheiten erschwert. Ein offener Umgang mit familiären und gesellschaftlichen Belastungen infolge derartiger Menschheitsverbrechen bildet jedoch eine wichtige Grundlage für die Orientierung an Demokratie und Menschenrechten, gerade heute vor dem Hintergrund aktueller Phänomene von Ausgrenzung und Gewalt.“
Die öffentliche Veranstaltung ist kostenfrei und findet mit Simultanübersetzung in deutscher und spanischer Sprache statt. Sie ist eine Kooperationsveranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit der Universität Hamburg und der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

Ort:

Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Vortragsraum 1. Etage, Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg

Veranstalter: