Veranstaltungen

7. September 2013 , 14:00 Uhr
Ausstellung Einzelveranstaltung

UNBEQUEMES DENKMAL- DER SCHWERBELASTUNGSKÖRPER EIN JUGENDPROJEKT UND EIN KUNSTPROJEKT

Programm:

Das diesjährige Motto des Tags des offenen Denkmals lautet „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale“.

Wie kaum ein anderes Monument entspricht der sogenannte Schwerbelastungskörper an der General-Pape-Straße diesem Motto.

 

Es handelt sich um ein 1941 errichtetes ingenieurtechnisches Testbauwerk. Sein Zweck war das Prüfen der Tragfähigkeit des märkischen Sandbodens für die von Albert Speer und Hitler erdachten Bauprojekte der künftigen “Welthauptstadt Germania”.  Seine Untauglichkeit für jede anderweitige Nutzung sowie sein kolossales Ausmaß schützten ihn nach

1945 vor der Versuchung, sich des ungewollten Erbes einfach zu entledigen. So bleibt der gigantische Betonklotz emotional und visuell eine Belastungsprobe. Lange vergessen und überwuchert, wurde er 1995 unter Denkmalschutz gestellt und im Jahr 2009 nach aufwändiger Sanierung als – heftig umstrittener – Informationsort eröffnet. Und noch immer wird lebhaft darüber diskutiert, ob es diesen Ort geben soll und was er bewirkt.

 

„Der Schwerbelastungskörper: Ein unbequemes Denkmal?“ war dann auch die Leitfrage für das zweiteilige Projekt, dessen vielfältige Ergebnisse nun vor Ort gezeigt werden.

 

 

Samstag, 7. September 2013

 

 

14 Uhr - Präsentation des Jugendprojektes in Anwesenheit der Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Jutta Kaddatz

 

 

Wie nehmen wir heute Orte wahr, mit denen sich die Nationalsozialisten in die Geschichte einschreiben wollten? Und wie gestalten wir gegenwärtig Erinnerung – öffentlich und privat?

Zusammen mit der israelischen Fotokünstlerin Adi Shalmon, die sich mit Erinnerung und visuellen Narrativen auseinandersetzt, haben Jugendliche des Robert Blum Gymnasiums zum Schwerbelastungskörper an der General-Pape-Straße gearbeitet und dieses zwiespältige Denkmal fotografisch interpretiert. Am Tag des offenen Denkmals präsentieren sie die Ergebnisse ihrer Arbeit vor Ort.

 

In Zusammenarbeit mit Denkmal an Berlin e.V.

 

 

 

 15 Uhr Präsentation des Kunstprojekts

in Anwesenheit der Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Jutta Kaddatz

 

Dreizehn junge Künstlerinnen und Künstler, die am Institut für Kunst im Kontext an der UdK studieren, haben sich im Sommersemester 2013 intensiv mit historischen Aspekten des Schwerbelastungskörpers beschäftigt. Aus zehn unterschiedlichen Herkunftsländern kommend, richten sie den Blick unter anderem auf die aktuelle stadträumliche Umgebung, physiognomische Eigenschaften und symbolische Deutungen des Bauwerks und darauf, wie es von der Öffentlichkeit wahrgenommen und verstanden wird.

Es sind performative künstlerische Konzepte, skulpturale Eingriffe und Videoprojektionen entstanden, die der Frage nachgehen, welche Funktionen der Ort heute haben kann.

Ein Beitrag zum Tag des offenen Denkmals mit Arbeiten von An-Chi Cheng, Arto Ushan, Carolina Pinzón, Evi Kruckenhauser, Lodewijk Heylen, Marcela Moraga, Miro Kaygalak, Ori Behr, Patricia Sandonis, Philipp Hinz, Seraphina Lenz, Sophia Helena Gallbach, Valentina Utz, Valeria Fahrenkrog.

 

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunst im Kontext/UdK

 

 

Ausstellungsdauer: 8.9. - 13.10.13

Sonderöffnungszeiten der Open-Air-Ausstellung: Di - Sa 10 bis 18 Uhr, So 13 bis 16 Uhr

 

Künstlerführung jeweils samstags 15 Uhr

Austellungsplakat:

Teil1

Teil2

Ort:

er General-Pape-Straße / Loewenhardtdamm

Veranstalter:

Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg