Veranstaltungen

22. Juni 2021 , 19:00 Uhr

"... unsere Sendung, die europäische Kultur zu retten vor dem Vordringen der asiatischen Barbaren."

Programm:

Vernichtungskrieg

Vor 80 Jahren:

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941

Eine digitale Veranstaltungsreihe der Begegnungsstätte Alte Synagoge und der Gedenkstätte Steinwache Dortmund vom 2. Juni bis 7. Juli 2021

Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Der als Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg geplante Feldzug führte zu einer beispiellosen Brutalität in der Kriegsführung und der Besatzungspolitik. Der Überfall markierte zugleich den Beginn des Holocaust - die Ermordung der Jüdinnen und Juden in allen von Deutschland eroberten und besetzten Ländern.

Auch an der so genannten Heimatfront wurde der Krieg geführt: Mehrere Millionen sowjetischer Kriegsgefangener und zivile Zwangsarbeiter*innen mussten unter menschenunwürdigen und todbringenden Bedingungen leben und arbeiten.

Es dauerte länger als drei Jahre, bis Deutschland diesen Angriffskrieg verloren hatte. Er kostete nach unterschiedlichen Schätzungen allein aus der Sowjetunion fast 30 Millionen Menschen oder mehr das Leben.

Die Vortragsreihe nimmt den 80. Jahresstag des deutschen Überfalls zum Anlass, verschiedene Aspekte dieses "Krieges im Krieg" zu beleuchten. Es bestimmt heute das Bild vom Zweiten Weltkrieg. Trotzdem ist das Wissen über ihn, vor allem seine Bedeutung für das Zentralverbrechen des Nationalsozialismus, den Judenmord, nur unzureichend präsent im öffentlichen Bewusstsein.

Die Einwahldaten bitte unter info@alte-synagoge-wuppertal.de anfordern; sie werden Ihnen am Nachmittag des jeweiligen Vortragstags zugeschickt.

 

"... unsere Sendung, die europäische Kultur zu retten vor dem Vordringen der asiatischen Barbaren."

Ausgewählte Texte, gelesen von Julia Wolff und Gregor Henze

Aus den überlieferten Quellen zum Überfall auf die Sowjetunion kommt der verbrecherische Charakter des als "Unternehmen Barbarossa" getarnten Krieges erschreckend deutlich zum Vorschein. Die Lesung ausgewählter Quellentexte beleuchtet ihn aus unterschiedlichen Perspektiven: aus der Sicht der Angreifer und aus dem Blick der Überfallenen. Den ideologischen Eifer und die mörderische Praxis des "Ostfeldzugs" dokumentieren nicht nur die berüchtigten "Ereignismeldungen" der Sicherheitspolizei, sondern auch einschlägige Befehle der Wehrmachtsführung sowie zahllose Feldpostbriefe deutscher Soldaten. Aus der Sicht der Opfer bezeugen unter anderem Tagebücher aus den Ghettos und aus dem besetzten Leningrad oder Aussagen jüdischer Zeugen in NS-Prozessen nach 1945 und Berichte von Überlebenden der Massenerschießungen das Verbrechen dieses Krieges. Diese Berichte sind auch heute noch schwer auszuhalten.

Gregor Henze war mehrere Jahre Ensemblemitglied der Wuppertaler Bühnen und dort im Schauspiel und im Musiktheater aktiv. Er arbeitet heute u.a. als freier Schauspieler an verschiedenen Theatern in NRW, u.a. beim Schauspiel Essen.

Julia Wolff war nach Engagements an verschiedenen deutschen Theatern von 2004 bis 2014 festes Ensemblemitglied der Wuppertaler Bühnen. Seitdem dort und am Schauspiel Bochum Gast. Sie ist Sprecherin für den WDR und seit 2013 Schauspieldozentin an der Folkwang Hochschule Essen und an der Grazer Universität.

 

Ort:

Veranstalter:

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal