Veranstaltungen

16. Oktober 2012 , 19:00 Uhr
Gespräch Vortrag

Verfemte Musik, geraubte Kunst: Das „Dritte Reich“ und die Mendelssohns

Programm:

Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungsreihe „250 Jahre Familie Mendelssohn“ lädt die Stiftung Topographie des Terrors gemeinsam mit der Mendelssohn-Gesellschaft, dem Moses Mendelssohn Zentrum und dem Verein „musica reanimata“ zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ein.

 

 

Dienstag  16. Oktober 2012 19.00 Uhr

Verfemte Musik, geraubte Kunst:
Das „Dritte Reich“ und die Mendelssohns

Vorträge:
Dr. Albrecht Dümling, Berlin, und Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Potsdam
anschließend Podiumsgespräch mit Dr. Thomas Lackmann und
Dr. Sebastian Panwitz, Berlin

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg

– Eintritt frei –

 

 

Mit der Hochzeit des Berliner Aufklärers Moses Mendelssohn und seiner Hamburger Braut Fromet Gugenheim vor 250 Jahren begann die Geschichte einer Familie – unter ihnen „Bankiers, Künstler und Gelehrte“ (F. Gilbert) –, die das deutsch-jüdische Modernisie-rungsprojekt, die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte Preußens und des Deutschen Reichs wesentlich beeinflusste. Während des „Dritten Reichs“ wurden Angehörige der Familie auf-grund der NS-Rassenpolitik verfolgt, Unternehmen der Mendelssohns „arisiert“, ihre Kunst-sammlungen beschlagnahmt und die Aufführung von Kompositionen ihrer Vorfahren verboten. Albrecht Dümling berichtet von den Versuchen der NS-Kulturpolitik, populäre Werke Felix Mendelssohn Bartholdys zu ersetzen. Julius H. Schoeps spricht über die Bedeutung der Mendelssohns als Kunst-Förderer und Sammler sowie von den Irrwegen ihrer geraubten Bilder. In der Geschichte „der Mendelssohns“ während der NS-Zeit geht es um das staatliche Vorhaben, ihr historisches Vermächtnis auszutreiben – und um individuelle Schicksale.

Albrecht Dümling, 1949 geboren, lebt als Musikwissenschaftler und -kritiker in Berlin. Seit 1990 leitet er den Förderverein „musica reanimata“, der sich für die Wiederentdeckung NS-verfolgter Komponisten und ihrer Werke einsetzt. 2007 wurde er mit dem europäischen Kulturpreis KAIROS ausgezeichnet. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehört Die verschwundenen Musiker. Jüdische Flüchtlinge in Australien (2011).

Julius H. Schoeps, 1942 geboren, ist Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien und emeritierter Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur deutsch-jüdischen Geschich-te und zur Geschichte des Antisemitismus vorgelegt. Zu den neueren Publikationen gehört Das Erbe der Mendelssohns. Biographie einer Familie (2009).

Thomas Lackmann, 1954 geboren, ist „Tagesspiegel“-Redakteur und seit 2009 stellvertretender Vorsitzender der Mendelssohn-Gesellschaft e.V. Zu seinen Buchveröffent-lichungen zählt Der Sohn meines Vaters. Abraham Mendelssohn Bartholdy und die Wege der Mendelssohns (2008).

Sebastian Panwitz, 1972 geboren, ist Historiker und Mitglied im Vorstand der Mendel-ssohn-Gesellschaft. Er entwickelte und koordiniert die digitale Mendelssohn-Enzyklopädie zu Biographien der Nachkommen Moses Mendelssohns. Zuletzt veröffentlichte er Alexander von Humboldt Familie Mendelssohn. Briefwechsel (hg. mit Ingo Schwarz, 2011).

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