Veranstaltungen

18. Februar 2020 , 19:00 Uhr
Vortrag 1 permanent

Völkische Politik-Praktiken der Exklusion und Inklusion in polnischen, französischen und slowenischen Annexionsgebieten 1939-45

Programm:

Vortrag: Dr. Alexa Stiller, Bern
Moderation: PD Dr. Susanne Heim, Berlin

Topographie des Terrors Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Mit Kriegsbeginn im September 1939 begann das NS-Regime, sein völkisches Programm schrittweise in ganz Europa zu implementieren. Unter der Leitung des "Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums" Heinrich Himmler initiierte sein Apparat die "Germanisierung" der polnischen, französischen und slowenischen Annexionsgebiete. Insgesamt wurden etwa eine Million "Volksdeutsche" aus ganz Europa ins Großdeutsche Reich umgesiedelt, ein Teil davon als "Neusiedler" in die annektierten Gebiete verbracht und dafür zwei Millionen dort lebende "unerwünschte" Menschen vertrieben und beraubt. Auf der anderen Seite wurden annähernd 2,8 Millionen "erwünschte" Einheimische "eingedeutscht": "Volksdeutsche", "Deutschstämmige" und "rassisch Wertvolle".
In ihrem Vortrag stellt Alexa Stiller die Ausmaße und Bedeutung der nationalsozialistischen Volkstumspolitik im Zweiten Weltkrieg dar, die sich zwischen Exklusion - bis hin zur Vernichtung - auf der einen Seite und dem Angebot der Inklusion in die "Volksgemeinschaft" auf der anderen bewegte.

Alexa Stiller, 1975 geboren, ist wissenschaftliche Assistentin am Historischen Institut der Universität Bern. Derzeit ist sie Academic Visitor am Oxford Centre for European History der University of Oxford und Senior Member am St Antony's College. Zuvor war sie Visiting Scholar an der Columbia University in New York. Zu ihren Veröffentlichungen gehören Nationalsozialistische Lager (2006, Mithg.) und NMT. Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung (2013, 2. Aufl. 2018, Mithg.). Für die Studie Völkische Politik. Praktiken der Exklusion und Inklusion in polnischen, französischen und slowenischen Annexionsgebieten 1939-1945 (erscheint in Kürze) wurde sie mit dem Herbert-Steiner-Preis ausgezeichnet.

Susanne Heim, 1955 geboren, ist Projektkoordinatorin der Edition "Judenverfolgung 1933-1945". Zuvor war sie Leiterin des Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus" der Max-Planck-Gesellschaft.

Ort:

Veranstalter: