Veranstaltungen

30. November 2010 , 20:00 Uhr
Vortrag

Vorurteil und Genozid. Ideologische Prämissen des Völkermords

Programm:

Begrüßung: Dr. Friedrich Gehart, Vorstand des Sir Peter Ustinov Instituts, Wien

Einführung und Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Benz, Berlin

Kurzvorträge: Svetlana Burmistr, Dr. Angelika Königseder,

Prof. Dr. Holm Sundhaussen, Dr. Juliane Wetzel (alle Berlin)

– Eintritt frei –

(Gemeinsam mit dem Böhlau Verlag und dem Sir Peter Ustinov Institut Wien)

Der von Wolfgang Benz herausgegebene Sammelband Vorurteil und Genozid. Ideologische Prämissen des Völkermords (2010) widmet sich dem Thema „Massengewalt“ vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart – als politische Praxis und gesellschaftliche Realität. Am Beispiel des Kolonialkriegs gegen die Hereros, des Genozids an Armeniern, des Holocaust, des Völkermords an Sinti und Roma, des Holodomors in der Ukraine, der Vertreibung der Deutschen, des Pol Pot-Regimes in Kambodscha, der „ethnischen Säuberungen“ in Jugoslawien, des Völkermords in Ruanda und des Krieges in Darfur werden die Zusammenhänge von Vorurteilen, die sich zu Feindbildern verdichten und in Massengewalt münden, untersucht. Ein abschließender Essay stammt von Yehuda Bauer, der Rezeption und Parameterfunktion der Shoah thematisiert.

Wolfgang Benz, 1941 geboren, ist Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Im Sommersemester 2007 hat er am Sir Peter Ustinov Institut in Wien die Gastprofessur zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen wahrgenommen. Er ist Herausgeber des im Auftrag des Ustinov-Instituts entstandenen Bandes und Autor des Beitrags zur Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa.

Svetlana Burmistr, 1980 geboren, ist Archivarin am Zentrum für Antisemitismusforschung. Sie absolvierte ein Studium der Linguistik und Politikwissenschaft. Ihr Beitrag widmet sich dem Thema „Holodomor – der organisierte Hungertod in der Ukraine 1932/1933“.

Angelika Königseder, 1966 geboren, ist seit 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Vorurteils- und Konfliktforschung e.V. und war zuvor Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung. In dem Band ist sie mit einem Beitrag über das Pol Pot-Regime in Kambodscha vertreten.

Holm Sundhaussen, 1942 geboren, war von 1988 bis 2007 Professor für Südost-europäische Geschichte am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin und von 1997 bis 2008 Co-Direktor des „Berliner Kollegs für vergleichende Geschichte Europas“. Sein Beitrag befasst sich mit dem Zerfall Jugoslawiens und den Kriegen der 1990er Jahre.

Juliane Wetzel, 1957 geboren, ist wissenschaftliche Angestellte am Zentrum für Antisemi-tismusforschung und Mitglied des Expertengremiums der Bundesregierung gegen Antisemitismus. Ihr Beitrag untersucht die Frage: „Darfur – Völkermord oder Bürgerkrieg?“

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