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7. Dezember 2016 , 19:00 Uhr
Vortrag Gespräch

„Wer bin ich, dass ich über Leben und Tod entscheide?“

Programm:

Der Anwalt Hans Calmeyer (1903-1972) entschied von 1941-45 als Beamter der deutschen Besatzungsverwaltung in den Niederlanden täglich über Leben und Tod: Nach der NS-Rassenpolitik sollte er „rassische Zweifelsfälle“ klären. „Arier“ oder Jude? Was zugleich bedeutete: Rettung oder Deportation. In ihrer Verzweiflung erfanden tausende Verfolgte neue Abstammungsgeschichten. Der Jurist hätte diese „Zweifelsfälle“ genauso entscheiden müssen wie die Behörden in Berlin. Tatsächlich legten seine Mitarbeiter und er andere Maßstäbe an und versuchten, einzelne, aber auch ganze Gruppen vor der Verfolgung zu bewahren. Calmeyer ist bis heute umstritten: „Schindler oder Schwindler?“ titelte der STERN. 1992 nahm ihn Yad Vashem unter den „Gerechten unter den Völkern“ auf. Der Referent Dr. Mathias Middelberg legt an konkreten Fällen die Handlungsweisen und -spielräume des „Rassereferenten“ dar. War Calmeyer Mittäter oder Widerständler?

Kooperation mit: Evangelisches Forum Münster, Gegen Vergessen – Für Demokratie, Geschichtsort Villa ten Hompel.

Ort:

Veranstalter: