Veranstaltungen

9. November 2017 , 19:30 Uhr
Gedenkveranstaltung

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“

Programm:

Obwohl es in Voerde keine Ausschreitungen zur Reichspogromnacht 1938 gab,wurden vier jüdische Mitbürger während der Nazi-Herrschaft ermordet. Zum Gedenken anlässlich des 79. Jahrestages der Reichspogromnacht 1938 laden daher kirchliche Gemeinden zur Andacht ein.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es in ganz Deutschland zu Ausschreitungen und Angriffen gegen jüdische Bürger und ihre Häuser, Geschäfte, Synagogen. Auch in Dinslaken und Wesel brannten die Gotteshäuser, wurden Menschen misshandelt und bloßgestellt, wurden Wohnungen und Ladengeschäfte zerstört und zertrümmert. Erschütternde Szenen spielten sich ab.

In Voerde blieb es ruhig, denn 1938 wohnten hier keine jüdischen Bürger mehr. Dennoch verzeichnet das Gedenkbuch der Opfer der Judenverfolgung vier gebürtige Voerder unter den Opfern, Joseph Josef Herz, er starb in Auschwitz, Bernhardine Marchand kam im Ghetto in Riga um Leben, Ferdinand Seligmann, der im Minsker Ghetto umkam, und Lina Stemmer die ebenfalls in Auschwitz ermordet wurde.

Im Gedenken an diesen Tag laden die Kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul und die ev. Kirchengemeinde Götterswickerhamm zu einer Gedenkfeier in die Kleine evangelische Kirche an der Grünstraße ein. „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“ – unter dieses Wort des amerikanischen Philosophen George Santayana stellen die Gemeinden die geplante Gedenkstunde, in der Hoffnung, dass es niemals wahr werden möge.

„Manche ausländerfeindliche Straftaten der heutigen Zeit, Angriffe auf Moscheen und Kirchen, brennende Asylbewerberunterkünfte und Wortmeldungen politischer Akteure machen das Gedenken an die furchtbare Verfolgung der jüdischen Bürger Europas in diesem Sinne auch nach fast achtzig Jahren so notwendig”, urteilt Pastoralreferent Markus Gehling, der sich seit Jahrzehnten mit den Ereignissen der Judenverfolgung, der Shoah, beschäftigt und dem das Gedenken ein Herzensanliegen ist. Die Gebets- und Gedenkstunde beginnt am 9. November um 19.30 Uhr in der Kleinen Kirche und dauert etwa eine Stunde.

Ort:

Kleine evangelische Kirche an der Grünstraße

Veranstalter:

Die Kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul und die ev. Kirchengemeinde Götterswickerhamm