Veranstaltungen

29. August 2010 , 18:00 Uhr
Vortrag 1 permanent

Zeichnungen aus den Lagern – Reliquien oder Kunstwerke

Programm:

Vortrag: Prof. Dr. Detlef Hoffmann
Moderation: Dr. Thomas Lutz

(Gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Gedenk- und Mahnstätte Ravensbrück)

- Eintritt frei -

Detlef Hoffmann, pensionierter Professor für Kunstgeschichte an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, hat sich in seinen wissenschaftlichen Arbeiten ebenso wie in der Gestaltung von Ausstellungen mit der medialen Präsentation der Geschichte der NS-Verbrechen beschäftigt. Er hat in den neunziger Jahren im Rahmen eines Tempusprojekts „Cicil Society and Social Change after Auschwitz“ als auch am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und dem Zentrum Interdisziplinäre Forschung über die Darstellungsmöglichkeiten der NS-Verbrechen geforscht. Eine seiner Publikationen in diesem Zusammenhang trägt den Titel: Das Gedächtnis der Dinge. Frankfurt und New York 1998.

Thomas Lutz, Gedenkstättenreferent der Stiftung Topographie des Terrors, hat sich seit den achtziger Jahren immer wieder mit dem Thema Kunst in der Forschung zur NS-Zeit und in der Gedenkstättenpädagogik auseinandergesetzt, u.a. werden von ihm zusammen mit Wulff E. Brebeck und Nicolas Hepp herausgegeben: ÜBER-LEBENS-MITTEL. Kunst aus Konzentrationslagern und in Gedenkstätten für Opfer des Nationalsozialismus, Marburg 1992.

Der öffentliche Vortrag ist die Auftaktveranstaltung der 6. Europäischen Sommeruniversität Ravensbrück, die unter dem Thema „Künstlerische Produktion in Lagern und Ghettos 1933-1945“ veranstaltet wird. Sie wird gemeinsam von der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Stiftung Topographie des Terrors – unterstützt durch das Auswärtige Amt – durchgeführt. Im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung in Berlin tagt die Sommeruniversität vom 30.8. bis 3.9.2010 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.

In dem Vortrag wird anhand von Zeichnungen aus Internierungs- und Konzentrationslagern während der NS-Zeit in Europa die Frage erörtert, wie wir heute mit diesen Arbeiten umgehen könnten. Einerseits sind sie als Zeichnungen Teil der Geschichte der Kunst, andrerseits kann man sie auch als Reliquien, als Hinterlassenschaften der Ermordeten und Gequälten betrachten. Historische Quellen sind sie allemal. Mit der Geschichte der Lager von 1933 bis 1945 verändert sich auch die Rolle der Zeichnungen, anfangs noch ein Zeitvertreib werden sie in Auschwitz zu Kassibern an eine zukünftige Gesellschaft.

Ort:

Veranstalter: