Veranstaltungen

8. April 2011 - 9. April 2011

Zeitgeschichtliches Lernen. Juedische Geschichte und Gegenwart, Nationalsozialismus und Antisemitismus

Programm:

Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin; Institut für Erziehungswissenschaften, Abteilung Grundschulpädagogik/ Lernbereich Sachunterricht, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin 08.04.2011-09.04.2011,

Deadline: 18.03.2011

 

In den vergangenen 15 Jahren wurde diskutiert, ob und wie mit Kindern in der Grundschule und den Klassen 5/6 Nationalsozialismus und die nationalsozialistische Judenverfolgung thematisiert werden können. Die fundamentale Diskussion nach dem "Ja oder Nein" kann inzwischen als abgeschlossen angesehen werden. Die Tagung "Zeitgeschichtliches Lernen in der Grundschule und in Klasse 5/6 - Jüdische Geschichte und Gegenwart, Nationalsozialismus und Antisemitismus" richtet daher den Fokus auf schulische und außerschulische pädagogische Konkretionen und die in aktuellen empirischen Forschungsarbeiten beschriebenen Befunde.

Im Vordergrund von bislang dokumentierten Unterrichtsvorhaben stehen fast ausschließlich jüdische Opfer. Damit beinhaltet der Unterricht häufig erste Lerneinheiten zu jüdischer Geschichte und jüdischem Leben, die in der Regel in Verknüpfung mit der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden eingeführt werden. Aus diesem Grund ist auch der Unterricht zu jüdischer Geschichte und Gegenwart Gegenstand der Tagung.

 

Ziel der Tagung ist es, die Kluft zwischen pädagogischer Praxis und fachlichen sowie fachdidaktischen Reflektionen zu verkleinern. Es geht darum, Konzepte und Erfahrungen der pädagogischen Arbeit zu diskutieren und einer kritischen Analyse zu unterziehen. Die bislang fehlende fachliche Begründung, welche Opfergruppen und Aspekte der Verfolgung, Vernichtung oder des Herrschaftssystems thematisiert werden, soll entwickelt werden. Grundlage für die Tagung sind die Anforderungen der Migrationsgesellschaft. Zeitgeschichtliches Lernen darf sich auch in dieser Altersgruppe nicht auf ein nationalgeschichtliches Narrativ beschränken, sondern muss den Fragen, Erfahrungen und Familienerzählungen aller SchülerInnen Raum geben.

 

 

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FREITAG, 08. APRIL 2011

 

09.30-10.00 Uhr

Ankommen und Anmeldung

 

10.00-10.15 Uhr

Begrüßung

 

10.15-11.30 Uhr

Plenumsvorträge

Detlef Pech, Humboldt-Universität zu Berlin Sachunterricht und frühes historisches Lernen über jüdische Geschichte, Nationalsozialismus und den Holocaust

 

Wolfgang Benz, Technische Universität Berlin Nationalsozialismus - Überlegungen zur Thematisierung in der Grundschule

 

 

Waltraud Schreiber, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt Das Potential von Grundschülern aus geschichtsdidaktischer Sicht

 

11.30-12.00 Uhr

Diskussion der Vorträge

 

12.00-13.30 Uhr

Mittagspause

 

13.30-15.00 Uhr

Panel

Andrea Becher, Universität Osnabrück; Isabel Enzenbach, Technische Universität Berlin; Alexandra Flügel, Universität zu Köln; Christina Klätte, Humboldt-Universität zu Berlin Empirische Forschungsergebnisse: Perspektiven von Kindern und die Thematisierung von Holocaust und Nationalsozialismus

 

15.00-15.30 Uhr

Kaffeepause

 

15.30-17.15 Uhr

Workshops

A) Monica Kingreen, Pädagogisches Zentrum von Fritz Bauer Institut & Jüdischem Museum Frankfurt am Main Jüdisches Leben und Verfolgung in der NS-Zeit als zwei unterschiedliche Themen in der Grundschule

 

B) Barbara Kirschbaum, NS-Dokumentationszentrum, Köln Thema Nationalsozialismus in der Grundschule - ein Beitrag zur Demokratieerziehung

 

C) Barbara Rösch, Universität Potsdam

Jüdischer Widerstand - Geschichte der Hachschara-Bewegung in Brandenburg

 

D) Regine Gabriel, Gedenkstätte Hadamar

Kinder als Besucherinnen und Besucher in der Gedenkstätte Hadamar.

Theaterpädagogische Methoden als Chance der Vermittlung

 

17.15-17.30 Uhr

Kaffeepause

 

17.30-18.15 Uhr

Plenumsvortrag

Gabriele von Glasenapp, Johann Wolfgang Goethe Universität, Frankfurt am Main Darstellungen von jüdischem Leben, Nationalsozialismus und Antisemitismus in der Kinderliteratur

 

20.00-21.00 Uhr

Lesung

Eva Lezzi

Beni, Oma und ihr Geheimnis

 

 

SAMSTAG, 09. APRIL 2011

 

10.00-10.45 Uhr

Plenumsvortrag

Stefanie Schüler-Springorum, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg Jüdische Geschichte nach 1945

 

10.45-11.00 Uhr

Kaffeepause

 

11.00-12.45 Uhr

Workshops

A) Michael Bauereiß, Museums-Pädagogisches Zentrum München Georg Elser und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus - Ein Ausstellungsprojekt mit einer Grundschule

 

B) Deborah Hartmann, International School for Holocaust Studies Yad Vashem; Sabine Konevic, Fachleiterin für Evangelische Religionslehre, Münster Altersspezifische Zugänge in der Holocaustpädagogik durch kindgerechte Überlebendenzeugnisse

 

C) Frauke Steinhäuser, Geschichtswerkstatt Eimsbüttel Materialien für Grundschulkinder zum Thema Stolpersteine

 

D) Julia Heisig, Ariane Kwasigroch, Jüdisches Museum Berlin »on.tour - Das JMB macht Schule«. Überlegungen zu einem mobilen Bildungsangebot des Jüdischen Museums Berlin für Grundschulen

 

12.45-14.00 Uhr

Mittagspause

 

14.00-15.00 Uhr

Impulse

Elke Gryglewski, Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin Was ist alterskompatibel in der Migrationsgesellschaft?

 

Petra Zwaka, Jugendmuseum Schöneberg, Berlin Lernen für Kinder im "Geschichtslabor 1933-45"

 

Veronika Nahm, Carolyn Naumann, Anne Frank Zentrum, Berlin Nicht in die Schultüte gelegt - Schicksale jüdischer Kinder 1933-1942 in Berlin

 

15.15-16.00 Uhr

Abschlussdiskussion

Isabel Enzenbach, Technische Universität Berlin; Detlef Pech, Humboldt-Universität zu Berlin; Waltraud Schreiber, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt Konsequenzen für Forschung und pädagogische Praxis

Ort:

Humboldt-Universität zu Berlin, Gebäude Dorotheenstr. 24

Veranstalter:

Zentrum für Antisemitismusforschung