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30. November 2016 , 19:00 Uhr
Gespräch

Zeitzeugenabend: Die Münchner Sinti-Familie Höllenreiner

Programm:

Johann Baptist und Ottilie Höllenreiner hatten vier Töchter, fünf Söhne und etwa 20 Enkelkinder. Eines davon ist Hermann Höllenreiner, genannt Mano.
Anfang der 1930er Jahre lebte die Großfamilie im Münchner Osten. Schon früh erlebten die Kinder Vorurteile, Diskriminierung und Ausgrenzung.
Am 13. März 1943 wurde die Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. 36 Mitglieder der Familie Höllenreiner überlebten den Krieg nicht.

Mano Höllenreiner war neun Jahre alt, als er nach Auschwitz-Birkenau kam und elf, als er den Todesmarsch aus Sachsenhausen überlebte. Als einer der letzten Zeitzeugen der Sinti berichtet er von der Verfolgung in der NS-Diktatur.

Die Autorin Anja Tuckermann hat auf Grundlage von Mano Höllenreiners Erzählungen das Buch „Mano – Der Junge, der nicht wusste, wo er war“ verfasst,
das mit der Befreiung im April 1945 einsetzt: Der elfjährige Mano wurde völlig entkräftet von Französinnen auf der Straße aufgelesen. In Frankreich gab er seine deutsche Identität nicht preis, aus Angst, es könnte ihm dann etwas
angetan werden. Er durchlief mehrere Stationen, wurde von einer französischen Familie liebevoll aufgenommen, doch die Erinnerung an die Grausamkeiten in den Lagern und die Trauer um seine Familie ließen ihn nicht los.

Peter Poth (OStR am Regental Gymnasium in Nittenau) hält eine Einführung über die Großfamilie Höllenreiner in Bayern. Anschließend berichtet Hermann Mano Höllenreiner im Gespräch mit Anja Tuckermann von seiner Zeit im Nationalsozialismus und der Zeit danach.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

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