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12. Oktober 2011 , 19:30 Uhr
Zeitzeugen Gespräch

Zeitzeugengespräch mit Franz Rosenbach

Programm:

Franz Rosenbach wurde 1927 geboren. Als junger Sinto wurde er sehr bald vom Schulbesuch ausgeschlossen. Nach der Verhaftung des Ziehvaters Anfang 1943 zog Cäcilia Rosenbach mit ihrem Sohn nach Groß-Siegharts. Franz Rosenbach arbeitete bei der Bahn.


Mitte Dezember 1942 verfügte Heinrich Himmler den sog. "Auschwitz-Erlass", durch den die familienweise Deportation aller "Zigeuner" nach Auschwitz-Birkenau veranlasst wurde. Franz wurde an seinem Arbeitsplatz verhaftet und zum Polizeigefängnis gebracht, wo bereits seine Mutter, sowie Onkel und Tante mit sechs Kindern in einer Zelle saßen. Nach wenigen Tagen wurden sie ins Gefängnis nach Wien überstellt, Ende Januar 1944 wurde die ganze Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

Im April 1944 wurden Transporte mit noch arbeitsfähigen Häftlingen des "Zigeunerlagers" zusammengestellt und in die Konzentrationslager Ravensbrück und Buchenwald überstellt. Zurück blieben Alte und Kranke sowie Kinder, die spätestens in der Nacht vom 2./3. August 1944 ("Liquidierung des Zigeunerlagers") in den Gaskammern ermordet wurden.

Franz Rosenbachs kam zunächst ins KZ Buchenwald, nach einigen Wochen in das Konzentrationslager Mittelbau-Dora. Von dort wurde er in das Außenlager Harzungen verlegt, von wo er kurz vor Ende des Krieges auf den Todesmarsch getrieben wurde. Nach dem Krieg ging er, zunächst in der Hoffnung seine Mutter zu finden, nach Groß- Siegharts zurück; seit den 1950er Jahren lebt er in Nürnberg. Franz Rosenbach gründete eine Familie und wurde Vater von neun Kindern. Jahrzehntelang musste er um die deutsche Staatsbürgerschaft kämpfen.

Franz Rosenbach ist Gründungsmitglied des Verbandes Deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern, in dem er bis heute aktiv mitarbeitet.
Die Ausstellung über Franz Rosenbach „Vom Arbeitsplatz abgeholt – als arbeitsscheu abgestempelt“ ist noch bis zum 16.10.2011 in der Versöhnungskirche zu sehen.


Die Evangelische Versöhnungskirche ist erreichbar durch das Tor nach dem dritten Wachturm an der Alten Römerstr. 87, Dachau.

Ort:

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