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10. April 2017 , 19:00 Uhr
Film Gespräch

Zločin nad zločinima / Das Größte aller Verbrechen

Programm:

Kurz nach dem Überfall auf Jugoslawien wurde am 10. April 1941 der Unabhängige Staat Kroatien von Seiten der Ustascha proklamiert. Umgehend begann die Verfolgung der „Nicht-Kroaten“, die in den Genozid an den Serben, Juden und Sinti und Roma führte. Als Symbol dafür gilt heute das Vernichtungslager Jasenovac, das so genannte Auschwitz des Balkans. Doch anders als in Auschwitz wurde Jasenovac nicht von der deutschen SS, sondern von der kroatischen Ustascha befehligt. Auch fand hier keine „industrielle Vernichtung“ statt. Hunderttausende Menschen wurden meist auf primitive Weise ermordet, mit Vorschlag­hämmern, Spaten, Äxten, lebendig verbrannt oder in der Save ertränkt. In Jasenovac wurden auch etwa 20.000 serbische Kinder ermordet, allein in Jastrebarsko, dem einzigen Kinderlager in ganz Europa, kamen mehrere Hundert von ihnen um. In Deutschland ist dieser Massenmord im ehemaligen Jugoslawien bislang wenig bekannt.

Die Journalistin Mira Lolić Močević befasst sich seit Jahren mit der Vergangenheit ihres Heimatlandes und lässt in dem Dokumentarfilm „Zločin nad zločinima“ Überlebende des Ustascha-Genozids zu Wort kommen, die als Kinder nach Jasenovac verschleppt wurden. Im Anschluss an den Film (in serbischer Sprache mit deutschen Untertiteln) spricht der Historiker Dr. Dario Vidojković mit der Regisseurin.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit Dr. Dario Vidojković, Universität Regensburg, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, statt. Der Eintritt ist frei.

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