Aktuelles

28. September 2016

Fliegergedenkstätte nun offiziell Kulturdenkmal

Zum 72. Mal fand an der Deutsch-Amerikanischen Fliegergedenkstätte im Seulingswald bei Ludwigsau-Friedlos, im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, die alljährliche Gedenkfeier für die 118 amerikanischen und 18 deutsche Jagdflieger statt, die bei einer der größten Luftschlachten des 2. Weltkrieges ihr Leben verloren. Elf Amerikaner wurden nach dem Fallschirmabsprung ermordet. [Thomas] Baumann teilte mit, dass die deutsch-amerikanische Fliegergedenkstätte hier im Seulingswald mit Bescheid vom 22.08.2016 als Kulturdenkmal vom Hessischen Landesamt für Denkmalpflege anerkannt wurde. Er bedankte sich ganz besonders für die Unterstützung von Erich Weißenberg, der sowohl seine Beziehungen eingesetzt hat als auch nachdrücklich den nicht ganz einfachen Prozess der Ausweisung und Anerkennung immer wieder neu mit angestoßen hat.  

Osthessen News
28. September 2016

„Es ist kaum möglich, diese Fußstapfen auszufüllen“

Uwe Hertrampf ist schon seit Januar offiziell der Vorsitzende des Denkstättenkuratoriums NS-Dokumentation Oberschwaben, das in Weingarten seinen Sitz hat. Seit im August der Vater und Vordenker dieses Projekts, Professor Wolfgang Marcus, verstorben ist, hält der 68-jährige pensionierte Lehrer Hertrampf auch praktisch die Zügel in der Hand. Seine Aufgabe ist nichts weniger als die Weiterführung des Lebenswerks von Wolfgang Marcus: Das Denkstättenkuratorium soll die Erinnerung an die Verbrechen der Nazis in der Region wach halten. Nicolai Kapitz hat sich mit Uwe Hertrampf über das Erbe unterhalten, das er nun antritt. 

schwäbische
28. September 2016

Max Mannheimer in München beigesetzt

Der jüdische Zeitzeuge Max Mannheimer ist am Dienstag auf dem Israelitischen Friedhof in München beigesetzt worden. Sein Tod hinterlasse tiefe Trauer bei Familie und Freunden sowie in der ganzen Republik, sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, bei der Beerdigung am Dienstag. Sein Auftrag des Mahnens und Erinnerns bleibe. „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber was in Zukunft geschieht, dafür schon“, zitierte Knobloch ihren Freund und Wegbegleiter. Viele Vertreter aus Stadt- und Landespolitik nahmen an der Beisetzung teil, unter ihnen Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und sein Vorgänger Christian Ude (beide SPD) sowie Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). 

op-online
28. September 2016

Auf den Spuren der Holocaust-Opfer

„Das Leben wird nach vorwärts gelebt, aber von rückwärts verstanden.“ Zum Verständnis unserer Gegenwart brauchen wir immer wieder den Blick in unsere Geschichte. Daher machten sich 33 VertreterInnen und InteressentInnen der Gemeinden Enns, Asten, Ansfelden, St. Marien, Neuhofen und Pucking entlang der „Todesmarschroute der Jüdinnen und Juden von Mauthausen nach Gunskirchen" auf Spurensuche nach ihrer jüngeren Geschichte. Geschichten und Erzählungen von Zeitzeugen wurden an den jeweiligen Orten gelesen und spannten den Bogen auch zu heute. In diesen unmenschlichen Zeiten war aber immer auch Platz für Menschlichkeit und Solidarität. 

tips.at
27. September 2016

"Der Holocaust hat mich geprägt, aber das liegt hinter mir"

In einer Sonderausstellung zeigt die Stiftung Topographie des Terrors [ab dem 28. September], wie die deutsche Wehrmacht systematisch ganze Dörfer durch Massenerschießungen vernichtete. Claire Boren konnte rechtzeitig fliehen, ihr Vater jedoch nicht. Sie überlebte den Krieg in einem Erdloch. Claire Boren wirkt viel jünger. Ihre zierliche Figur, ihre sanften Gesichtszüge, ihre fast scheue, sanftmütige Art. Auch die vielen Lachfältchen um ihre rehbraunen Augen verraten kaum etwas über ihre schreckliche Kindheit. "In mir steckt aber auch viel Ärger und Zorn", sagt sie und lächelt dabei. 

Deutschlandradio Kultur
27. September 2016

Fotograf Luigi Toscano zeigt in Kiew 50 Porträts von Holocaust-Überlebenden

Am kommenden Donnerstag jährt sich das Massaker von Babij Jar zum 75. Mal. Die Mordaktion an der Schlucht bei Kiew war die größte Einzelmordaktion im Zweiten Weltkrieg. Zur Gedenkfeier wird es einen großen Staatsakt geben, zu dem auch der Mannheimer Fotograf Luigi Toscano geladen ist. Dessen Porträtbilder über Holocaust-Überlebende werden entlang des Parks an der Gedenkstätte gezeigt. Wir sprachen mit dem 44-Jährigen über die Anfänge der Gedenkkultur in der Ukraine und die besonderen Momente, die er bei seinem Projekt „Gegen das Vergessen“ erlebte.  

Bürstädter Zeitung
27. September 2016

Brutal, zynisch, systematisch

Die IG Metall erinnert mit der Ausstellung „Aktion Reinhard“ an den geplanten Judenmord. In die Betroffenheit über die Brutalität, über den Zynismus, die Menschenverachtung mischt sich Beklemmung über die Aktualität der Verfolgung, die aus politischen und religiösen Gründen betriebene Vernichtung von Völkern, Glaubensgemeinschaften, Städten und Kulturdenkmälern. Dass der „Tod ein Meister aus Deutschland“ ist, zeigt deutlich die Ausstellung „Aktion Reinhardt – Sie kamen ins Ghetto und gingen ins Unbekannte“ der Gedenkstätte Majdanek, die Wolfsburgs IG-Metall-Chef Hartwig Erb im Gewerkschaftshaus eröffnete. 

Braunschweiger Zeitung
27. September 2016

Späte Ehrung für couragierte Helfer

Die „Steine der Erinnerung“ in Wien kennt man lang schon – die in den Boden eingelassenen Erinnerungen vor den Häusern jüdischer Bürger, die im Zweiten Weltkrieg deportiert wurden. Nun soll das Netzwerk an Erinnerungen in der Stadt wachsen, denn auch an den Häusern besonders couragierter Wiener sollen Erinnerungstafeln angebracht werden. Eine solche wurde jüngst am Haus der Familie Ölsinger in der Leyserstraße im 14. Bezirk enthüllt. 

DiePresse.com
27. September 2016

Fakten gegen das Vergessen

In der ehemaligen Taubstummenanstalt Michelfeld lebten neben den Gehörlosen auch geistig Behinderte und psychisch kranke Frauen. Viele von den Letztgenannten wurden während der Jahre des Nationalsozialismus verfolgt und zu Tode gequält. Auch die Schwestern konnten den Abtransport der Bewohnerinnen nicht verhindern. Jahrzehnte wurde dieses traurige Kapitel in der hiesigen Einrichtung nicht öffentlich behandelt. Wohl auch aus dem Grund, weil die traumatischen Erfahrungen innerlich noch lange weiterlebten. So blieben die schrecklichen Ereignisse lange Zeit im Dunkeln. Jetzt aber gibt es einen Arbeitskreis, der sich mit diesem Thema intensiv beschäftigt und Fakten gegen das Vergessen sammelt. 

O-Netz
27. September 2016

Wie die Polen den Juden halfen

Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke wird am 27. September im Rathaus eine neue Ausstellung über mutige Menschen während der NS-Diktatur eröffnen. Die Sonderschau mit dem Titel „Sie riskierten ihr Leben“ zeigt Gesichter, Geschichten und Motive von Polen, die Juden retteten. Sie dokumentiert den historischen Kontext der deutschen Besatzung und veranschaulicht die Bedingungen, unter denen Juden gerettet wurden sowie den Umfang, in welchem die Polen Hilfe leisteten.  

Sächsische Zeitung Online
27. September 2016

Die Geheimsache Kuno kommt ans Licht

Die Spurensuche hinterlässt Spuren: Ab 8. Oktober ist offiziell ein 150-seitiges Magazin über das geheime Waldwerk Kuno bei Zusmarshausen und andere Rüstungsanlagen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs im Augsburger Land erhältlich. Auf 150 Seiten wird nicht nur zusammengefasst, was im Geheimwerk Kuno passiert ist. Auch das KZ Gablingen und das Paraxolwerk bei Welden sind ein Thema. Dazu gibt es viele bislang unveröffentlichte Bilder. Erstmals zu sehen ist beispielsweise ein Luftbild, auf dem das KZ Burgau zu erkennen ist. Nicht nur die Baracken heben sich deutlich ab, sondern auch die Laufwege zwischen den Unterkünften, in denen 1000 kranke und erschöpfte jüdische Frauen untergebracht waren. 

Augsburger Allgemeine
27. September 2016

Warum Ernst Lossa, 14, sterben musste

Mehrere Stunden kämpft Ernst Lossa mit dem Tod. Am späten Abend des 8. August 1944 injiziert eine Krankenschwester dem Jungen eine Überdosis des Schlafmittels Luminal. Laut Totenschein stirbt er am folgenden Nachmittag. Ernst Lossa wurde nur 14 Jahre alt. Ein aufgewecktes, unangepasstes Kind. Er war einer von rund 2400 Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren und der Nebenanstalt Irsee, die im Zuge des NS-Euthanasieprogramms ermordet wurden. Bis heute ist in der Anstalt eine Klinik untergebracht. "Das Schicksal des Jungen hat mich sofort in seinen Bann gezogen", sagt der ärztliche Direktor Michael von Cranach. Der Psychiater kam 1980 nach Kaufbeuren. Er fand Hunderte Krankenakten getöteter Patienten im Anstaltsarchiv und wurde so auf Lossas Geschichte aufmerksam. 

Spiegel Online
27. September 2016

Der Verlust der Zeitzeugen

Ernst Grube, 83, seufzt. „Es wird weitergehen wie bisher“, sagt der ehemalige NS-Verfolgte, der als Kind einer jüdischen Mutter ins KZ Theresienstadt verschleppt wurde. Doch der Tod von „Max“, wie er den verstorbenen Max Mannheimer nennt, hat ihn hart getroffen – auch deshalb, weil die Zahl derer, die über die NS-Schrecken erzählen können, immer kleiner wird. Die KZ-Gedenkstätte Dachau, die jedes Jahr Anfang Mai die Befreiungsfeier veranstaltet, beobachtet diesen Verlust auch. Etwa 20 ehemalige Häftlinge kamen beim letzten Mal. 

Oberbayerisches Volksblatt
27. September 2016

"Rächer" Joseph Harmatz ist tot

Der Holocaust-Überlebende Joseph Harmatz ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren, wie sein Sohn bestätigte. Harmatz war Mitglied der jüdischen Geheimorganisation "Nakam", die es sich zum Ziel gesetzt hatte, sich für den Holocaust an Deutschland zu rächen. Im April 1946 versuchte die Gruppe, Tausende Deutsche zu vergiften. Dazu hatten sich "Nakam"-Mitglieder in einer Bäckerei anstellen lassen, die für das Kriegsgefangenenlager in Langwasser bei Nürnberg zuständig war - dort hielten die Amerikaner etwa 12.000 SS-Soldaten gefangen. Drei "Nakam"-Mitglieder vergifteten zwei Stunden lang etwa 3000 Brotlaibe mit einem Arsen-Gemisch, einem der giftigsten Elemente. Harmatz überwachte die Operation außerhalb der Bäckerei. 

Spiegel Online
27. September 2016

"Der eindrucksvollste Mensch, dem ich bisher begegnet bin"

Der Autor Manfred Lütz hat für sein neues Buch Gespräche mit dem Auschwitz-Überlebenden Jehuda Bacon geführt und bilanziert: Er habe noch nie erlebt, dass man selbst aus dem Erlebnis im Vernichtungslager eine humanistische Botschaft heraushole. Bacon sehe selbst in den bösesten Menschen noch etwas Gutes, "den göttlichen Funken auch im SS-Mann", sagte Lütz im Deutschlandfunk. 

Deutschlandfunk
Treffer 1 bis 15 von 28
z.Zt. keine Einträge

63. Bundesweites Gedenkstättenseminar, Oranienburg / 22.–24. Juni 2017

Information

Veranstaltungen

Publikationen

Stellenangebote

Forschung und Projekte

Offenes Forum