Aktuelles

23. Oktober 2017

Die Politik und der Holocaust

Die Geschichte spielt für Viktor Orbán eine große Rolle: Sei es der Aufstand von 1956, an den am heutigen 23. Oktober erinnert wird, seien es die Gebietsverluste durch den Vertrag von Trianon, oder die Zwischenkriegsjahre unter dem autoritären Reichsverweser Miklós Horthy – Orbán versteht es sehr gut, mit diversen Verweisen auf die Geschichte die Seele der Ungarn zu streicheln. 

MDR
23. Oktober 2017

Keiner wollte es wissen

Die deutsche NS-Vergangenheit ist immer für Aufregung gut. Das liegt in der Natur der Sache. Die Nazi-Verbrechen sind zu umfassend, als dass sich das Erschrecken darüber legen könnte, und ausgeforscht sind sie noch lange nicht. Eine der wichtigsten Veröffentlichungen zum Kernbereich der NS-Verbrechen liegt freilich schon lange zurück. Es handelt sich um „Die Vernichtung der europäischen Juden“ des amerikanischen Historikers Raul Hilberg (1926–2017). In Deutschland ist das mehrbändige Werk spät erschienen, erst 1982; in den USA lag es bereits 1961 vor. Und selbst dort kam es verspätet an die Öffentlichkeit, denn abgeschlossen hatte Hilberg sein – von da an fortlaufend aktualisiertes – Buch bereits 1955.  

Der Tagesspiegel
23. Oktober 2017

Ehemaliger KZ-Wachmann aus Frankfurt soll vor Gericht

Einen hochbetagten Frankfurter holt seine Vergangenheit ein. Im Alter von 22 Jahren soll er als SS-Mann in einem Konzentrationslager Wachdienst geleistet haben. Die Staatsanwaltschaft sieht darin Beihilfe zum massenhaften Mord an Juden und hat Anklage erhoben. Ob es zur Gerichtsverhandlung kommt, ist noch unklar.  

Frankfurter Neue Presse
23. Oktober 2017

Warum der Holocaust in Deutschland so spät erforscht wurde

Zu Ehren des US-Historikers Raul Hilberg tagten in Berlin namhafte Holocaust-Forscher. Hilberg schrieb das Standardwerk zur Geschichte des Holocausts. Weil "Die Vernichtung der europäischen Juden" erst 1982 auf Deutsch erschien, griff Götz Aly das Institut für Zeitgeschichte an. 

Deutschlandfunk
23. Oktober 2017

Fußballspieler als KZ-Häftlinge

Einen Themenrundgang für Gehörlose und auch Hörende bietet die KZ-Gedenkstätte Dachau am Samstag, 28. Oktober, an. Gewidmet ist die Führung durch die Gedenkstätte dem Künstler David Ludwig Bloch. Bloch wurde 1910 in Floß in der Oberpfalz geboren und verlor bereits als Kleinkind sein Gehör. Er studierte an der Staatlichen Akademie für angewandte Kunst in München. Er war einer von 10 911 jüdischen Männern, die in Folge des Novemberpogroms 1938 in das KZ Dachau eingeliefert wurden.  

Süddeutsche Zeitung
23. Oktober 2017

Behinderte lernen über Nationalsozialismus

In der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg (Lkr. Neustadt an der Waldnaab) erfahren behinderte Menschen mehr über den Nationalsozialismus. Dafür wurden spezielle Arbeitsmaterialien ausgearbeitet.  

Bayerischer Rundfunk
23. Oktober 2017

Erinnerungsort für Zwangsarbeiterinnen-Kinder in Osnabrück

Im Archivkeller des Heger Friedhofs stieß eine Mitarbeiterin zufällig auf die Begräbnisunterlagen von 79 Kindern von Zwangsarbeiterinnen, die während des Zweiten Weltkriegs kurz nach der Geburt starben. Ihr Schicksal war in Vergessenheit geraten. Nun soll eine würdige Gedenkstätte für sie geschaffen werden.  

Neue Osnabrücker Zeitung
23. Oktober 2017

Wie die Reichsbürger zur Bedrohung wurden

"Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an, weswegen sie keine Steuern zahlen und die Autorität von Gerichten nicht akzeptieren. Dass der Personalausweis Personalausweis heißt, nehmen sie als Beleg dafür, dass sie nur das Personal der "BRD GmbH" seien. Einer "Firma" der Alliierten, die nach wie vor unter der Kontrolle der Siegermächte stehe. 

Süddeutsche Zeitung
23. Oktober 2017

Gymnasiasten erinnern an Deportation

Die Jugendlichen präsentierten im Dokumentationszentrum das Schicksal des politisch engagierten, verfolgten und schließlich nach Auschwitz deportierten Schülers Richard Rosenthal. Das Gymnasium Kreuzgasse spüre mit einem schuleigenen Erinnerungskonzept der in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten, verhafteten oder getöteten ehemaligen Schülern nach. 

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
23. Oktober 2017

"Wir machen das für die jungen Leute"

Seit 25 Jahren (Dezember 1992) erinnern sogenannte Stolpersteine in den Straßen Europas an die Opfer der Nationalsozialisten. Auf den zehn mal zehn Zentimeter kleinen Messingplatten vor den letzten frei gewählten Wohnungen der betreffenden Personen sind jeweils Name, Lebensdaten und - soweit bekannt - die Umstände von deren Tod eingraviert. Der Initiator und Leiter des Projekts, der Bildhauer Gunter Demnig, wird am 27. Oktober 70 Jahre alt. 

Trierischer Volksfreund
23. Oktober 2017

Kinofilm „Die Unsichtbaren“ - Der Überlebenskampf von vier jungen Berliner Juden

Obwohl von den geschätzt 200 000 Juden, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs noch in Deutschland lebten, bis zu Goebbels’ Plan bereits die meisten in Arbeits- und Vernichtungslager deportiert worden waren, konnten nach Angaben von Barbara Schieb von der „Gedenkstätte Stille Helden“ etwa 5000 im Untergrund überleben, davon circa 2000 in Berlin. 

BILD
20. Oktober 2017

Gestörtes Ensemble

Die Zeiten ändern sich. Das muss wohl auch eine Dachauerin einsehen, die an der Karl-Riemer-Straße direkt vor dem südwestlichen Wachturm der KZ-Gedenkstätte ein Doppelhaus mit Garage errichten will. Doch was vor knapp 30 Jahren kein Problem war, ist jetzt wohl nicht mehr möglich.  

Süddeutsche.de
20. Oktober 2017

Ausstellung über Vernichtungslager bei Minsk

Erich Klibansky ist erst 29 Jahre alt, als er 1929 Direktor des ersten jüdischen Gymnasiums im Rheinland wird – der „Jawne“. Sein Wille, sich für die Schüler einzusetzen, ist immens: Als 1938 die Novemberpogrome stattfinden, rettet er 130 Jugendliche, indem er sie nach Großbritannien bringt. Allerdings kann er sich und seine Familie sowie 100 weitere Schüler nicht vor den Nazis schützen: Sie werden alle nach Minsk deportiert und so wie mehr als 1000 weitere Menschen aus Köln und der Region am Ort Malyj Trostenez erschossen oder in einem Gaswagen getötet. 

Kölnische Rundschau
20. Oktober 2017

„Jetzt habe ich Gewissheit“

Die Niederländerin hatte in einer Zeitschrift über das Schicksal holländischer Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besatzung während des Krieges gelesen. Darin ging es auch um die Rede von Lieke van Amstel-Herman am 1. Mai 2016 anlässlich der Befreiung des KZ Wöbbelin. Deren Großvater Bastiaan Herman war Anfang Februar 1945 zusammen mit weiteren Häftlingen aus Holland zunächst in das KZ Neuengamme und dann am 15. Februar in das Außenlager Wöbbelin gebracht worden, wo er starb. 

svz.de
20. Oktober 2017

Ladelund: Ort des Trauerns und des Beweises

2000 Männer, viele von ihnen politische Gefangene und Attentäter sowie wenige Juden, wurden in Ladelund unter grausamen Bedingungen festgehalten. Sie kamen aus zwölf verschieden Ländern. Das Lager war sechs Wochen lang im Jahr 1944 ein Außenlager des größeren Konzentrationslagers Neuengamme. 

shz.de
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KZ-Gedenkstätten befürchten schweren Schaden für die Erinnerungskultur

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland zur Diskussion um einen drohenden AfD-Vorsitz im Kulturausschuss des Bundestags

Petition gegen AfD-Vorsitz im Bundestag-Kulturausschuss

Zur Petition

Protokoll der 5. bundesweiten Gedenkstättenkonferenz

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