Der Arbeitskreis Justizgedenkstätten

07/2023Gedenkstättenrundbrief 210, S. 53
Martina Staats

Mit dem Foto der Karensansui (trockene Landschaft) im Ryoan-ji, einem Zen-Kloster in Kyoto, begann Thomas Lutz höchst ungewöhnlich seinen Vortrag zu »Täterschaft und Opfergruppen: Ansätze zur Darstellung in Gedenkstätten«.
Dieser besondere Vortrag, der im Oktober 2013 das erste Wolfenbütteler Gedenkstättenforum eröffnete, zeigt nicht nur die hohe Wertschätzung, die Thomas Lutz in Gedenkstättenkreisen – und nicht nur dort – genoss und genießt, sondern auch seine Unterstützung von Gedenkstätten, die an die Verbrechen der Justiz im Nationalsozialismus und ihrer Opfer erinnern, und dabei auch die Täter_innen benennen.

In den letzten zehn Jahren konnten sich die »Justizgedenkstätten« stark weiterentwickeln, durch die Finanzierung von neuen Dokumentationszentren, Ausstellungen, Forschungen und nicht zuletzt durch eine Verbesserung ihrer personellen Ausstattungen.

Als Lars Skowronski und ich als Sprecher_innen Thomas Lutz im Jahr 2017 baten, den im Jahr 2014 gegründeten »Arbeitskreis Justizgedenkstätten« zukünftig auch bei der Bundesweiten Gedenkstättenkonferenz zu berücksichtigen, war Thomas Lutz wie immer aufgeschlossen und interessiert. Es war sogar möglich, auf der Konferenz den Arbeitskreis mit seinen Besonderheiten, Zielen und Tätigkeitsfeldern vorzustellen. Seitdem ist der Arbeitskreis regelmäßig bei der Gedenkstättenkonferenz dabei, um für die Wahrnehmung der häufig vergessenen NS-Justizverurteilten einzutreten.

Lieber Thomas, dafür danken wir Dir sehr herzlich!

Martina Staats, Leiterin der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel, im Namen der Mitglieder des »Arbeitskreises Justizgedenkstätten«

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