Grafeneck und die »Euthanasie«-Verbrechen in Südwestdeutschland 1940

Geschichte und Erinnerung
10/2003Gedenkstättenrundbrief 115, S. 14-23
Thomas Stöckle

Auch nach über 60 Jahren gehört die Ermordung von geistig behinderten und psychisch kranken Menschen durch das NS-Regime zu denjenigen Verbrechen, denen sich das menschliche Erinnerungs- und Vorstellungsvermögen nur schwerlich zu nähern vermag.2 Wie nur noch der «Holocaust« steht die Tötung von Hilfsbedürftigen und Wehrlosen im Rahmen der sogenannten »T4«-«Euthanasie«-Aktion für das Ende jeglicher Humanität während der Zeit des Dritten Reiches. Der Historiker Dan Diner hat hierfür – wie ich denke treffend – den Begriff des »Zivilisationsbruchs« geprägt.

In einer abgeschiedenen Gegend in der Nähe des Ortes Münsingen auf der Schwäbischen Alb (im heutigen Kreis Reutlingen) liegt das Schloss Grafeneck. Hier vollzog sich mit der Ermordung von 10 654 Menschen – Männern, Frauen und Kindern – eine der grausamsten Barbareien der NS-Diktatur. Man könnte fragen, warum misst man noch heute diesem Verbrechen der NS-Diktatur eine solche Bedeutung bei? Welche Bedeutung oder Relevanz hat der vereinfacht gesagt «Komplex Grafeneck«? Welche Bedeutung und welcher Stellenwert ist ihm für die Geschichte Deutschlands im Nationalsozialismus beizumessen?

Dies soll im folgenden anhand von vier Ebenen oder Dimensionen erläutert werden.

Die nationalstaatliche Dimension

Die Bedeutung des Ortes Grafeneck geht durch die Geschehnisse des Jahres 1940 weit über lokale und regionale Bedeutung hinaus. Am 18. Januar 1940 begann in Grafeneck, 70 Kilometer von Stuttgart entfernt, die systematische, man könnte auch sagen industrielle Vernichtung von Menschen im nationalsozialistischen Deutschland. Geprägt wurde dieser Terminus, diese Begrifflichkeit, für einen anderen Sachverhalt und anderen Kontext: Für den des »Holocaust«, der Ermordung der deutschen und europäischen Juden. Doch ist er auch auf die massenhafte Ermordung von Menschen in Grafeneck übertragbar. 10 654 Menschen wurden innerhalb von weniger als zwölf Monaten, vom 18. Januar bis zum 13. Dezember 1940, auf dem Gelände des Schlosses getötet. Für die Morde wurde eine stationäre Gaskammer, eingebaut in ein bestehendes Gebäude auf dem Gelände des Schlosses Grafeneck, verwendet.

Die Vorgänge von Grafeneck 1940 sind, obwohl von den Tätern als »Gnadentod« und »Euthanasie« bemäntelt, deshalb adäquat nur als Massenmord zu beschreiben. Grafeneck war nicht der einzige, aber historisch betrachtet, der erste Ort im nationalsozialistischen Deutschland, an dem geistig behinderte und psychisch kranke Menschen ermordet wurden. Grafeneck wurde in der Folgezeit 1940/41 zum Vorbild für alle weiteren Vernichtungsanstalten des Deutschen Reichs. Das Vorgehen in Südwestdeutschland – Württemberg, Hohenzollern und Baden – wurde zum Vorbild für andere Regionen.

Für die Einbindung und Einbettung Grafenecks und der »Euthanasie«-Verbrechen in eine Gesamtperspektive möchte ich noch einen weiteren Gedankengang anfügen und eine inzwischen in der Geschichtswissenschaft weithin geteilte Position formulieren:

Mit der Erfassung aller jüdischen Patienten in den psychiatrischen Einrichtungen und Behinderteneinrichtungen Württembergs und Badens und ihrer Tötung in Grafeneck sowie der späteren Übernahme der Technologie und des Personals auch der Vernichtungsanstalt Grafeneck, begann hier auch ein Weg in den »Holocaust«, der Ermordung der deutschen und europäischen Juden.3 Ich möchte später auf dieses Thema noch einmal zurückkommen. In nationalstaatlicher Perspektive begründen diese Tatsachen die zentrale Bedeutung Grafenecks für die Geschichte Deutschlands im Nationalsozialismus.

Die landesgeschichtliche oder regionalgeschichtliche Dimension

Welche Bedeutung besitzt Grafeneck für die südwestdeutsche Landesgeschichte und für die Geschichte des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg?

Untrennbar ist der Ort Grafeneck verknüpft mit der Landesgeschichte Baden-Württembergs, mit all seinen Landesteilen, seinen Städten und Ortschaften. Nach unserem heutigen Wissensstand waren es exakt 40 Behinderteneinrichtungen und psychiatrische Einrichtungen in Baden-Württemberg – 23 im badischen und 17 im württembergischen Landesteil – aus denen die Opfer in die Tötungsanstalt Grafeneck verbracht wurden. Eine exakte Aufschlüsselung dieser Einrichtungen und ihrer Opfer folgt im weiteren Verlauf der Darstellung.

Insgesamt – bei einer Öffnung des Blicks über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus – vor allem nach Bayern – waren es sogar 48 Einrichtungen, Heil- und Pflegeanstalten genannt, aus denen die Opfer stammten.4 Für alle diese Einrichtungen, die heute zum allergrößten Teil noch existieren, ist Grafeneck historischer Bezugspunkt schlechthin.

Daneben, und auch dies soll nicht unerwähnt bleiben, war Grafeneck die einzige »Euthanasie«-Vernichtungsanstalt, die zum Zeitpunkt ihrer Beschlagnahmung einen kirchlichen Träger hatte. In Grafeneck war dies die Samariterstiftung Stuttgart, die dem Landesverband der Inneren Mission und somit zur Evangelischen Landeskirche in Württtemberg gehörte. Dieser singuläre Tatbestand impliziert neue und weitere Überlegungen, die an dieser Stelle aber nicht weiter verfolgt werden sollen. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang aber darüberhinaus die Tatsache, dass über 800 der 10 654 in Grafeneck ermordeten Menschen aus evangelischen Einrichtungen im heutigen Baden-Württemberg stammten.5

Die stadt- und ortsgeschichtliche Dimension

Geht man einen gedanklichen Schritt weiter zur dritten Bedeutungsebene und verfolgt die Herkunft der Opfer (daneben aber auch die der Täter und der Tatbeteiligten) und fragt nach ihrem jeweiligen Geburts- oder Wohnort, so eröffnet dies eine weitere Perspektive, neben der nationalen und der regionalen auch eine stadt- und ortsgeschichtliche. Bereits eine oberflächliche Betrachtung der überlieferten Akten zeigt, dass die über 10 600 Opfer aus allen großen und mittleren und einer nahezu unüberschaubaren Zahl auch kleiner und kleinster Gemeinden Baden-Württembergs stammten.

Jeder der vier Regierungsbezirke in Baden-Württemberg, jeder der Stadt- und Landkreise, alle größeren, aber auch eine ungeheure Zahl mittlerer und kleiner Gemeinden Baden-Württembergs haben Opfer der NS-»Euthanasie« zu beklagen. An dieser Stelle sollen lediglich die Heimatorte der Opfer einer einzigen Einrichtung, der heutigen Diakonie Stetten im Remstal, aufgezählt werden:

Stuttgart, Karlsruhe, Reutlingen, Vaihingen/Enz, Neuenstein, Eningen/Achalm, Cannstatt, Esslingen, Oberurbach, Ludwigsburg, Ennabeuren, Wimpfen, Heilbronn, Ottenbronn, Pleidelsheim, Sindelfingen, Zuffenhausen, Schorndorf, Göppingen, Untertürkheim, Altensteig, Neckargartach, Kirchheim/Teck, Geislingen/Steige, Strümpfelbach, Ebersbach/Fils, Biberach/Riß, Gültstein, Feuerbach, Schnaitheim, Kornwestheim, Bietigheim, Metzingen, Holzgerlingen, Brackenheim, Neuffen, Rottweil, Waldenbuch, Pfullingen, Heidenheim/Brenz, Stetten i.R., Neuenbürg, Schwäbisch Gmünd, Leutkirch, Ulm, Heimsheim, Tuttlingen, Marbach/Neckar, Gaildorf, Calw, Möhringen, Beutelsbach, Öhringen, Münchingen, Tübingen, Böblingen, Crailsheim, Nufringen, Untertürkheim, Freudenstadt, Haigerloch, Herbrechtingen, Calmbach, Süssen, Eltingen, Aalen, Trossingen, Hemmingen, Kleingartach, Schramberg, Nürnberg, Bolheim, Loßburg, Bietigheim, Giengen/Brenz, Aufhausen, Neustadt, Geißelhardt, Hohenhaslach, Tamm, Hausen ob Lontal, Schwenningen, Gschwend, Kuchen, Nagold, Winnenden, Großaspach, Künzelsau, Asselfingen, Unterensingen, Markgröningen, Mannheim, Hirsau, Schrozberg, Entringen Öhringen, Eschach, Unterböhringen, Magstadt, Sulzbach/Murr, Diefenbach, Hechingen, Aldingen/Neckar, Heuchlingen.6

Eine Aufstellung für alle 48 Einrichtungen steht noch aus, aber erste Ergebnisse zeichnen sich im oben erwähnten Sinne ab. Die Liste der Städte und Gemeinden umfasst bereits jetzt über 1 000 Einträge. Für die Landeshauptstadt Stuttgart läßt sich die Zahl der Opfer nicht präzise bestimmen, sie liegt aber in einer Größenordnung von mehreren hundert Menschen.

Die Dimension Individuum und Familie

Zuletzt – und dies ist mein abschließender Punkt – ist Grafeneck nicht nur ein Faktor der nationalen Geschichte ebenso wie unserer Landesgeschichte, sondern auch einer, der in 10 654 Familiengeschichten hineinragt. Das Leben von exakt so vielen Menschen wurde im Jahr 1940 gewaltsam beendet, ihre Lebenslinien abgeschnitten, grausam ermordet. Dieses historische Faktum wirkt fort bis in die Gegenwart.

Jede Woche wenden sich Verwandte der Opfer, sowohl Angehörige der Opfergeneration(en) als auch Jüngere, an die Gedenkstätte und suchen um Auskünfte nach. Oftmals ein jahrzehntelanger verdrängter und tabuisierter Teil der familiären Geschichte. Rückblickend auf das letzte Jahrzehnt erkennt man klar, dass die Zahl der anfragenden Nachkommen und Angehörigen deutlich angestiegen ist. Eine Erklärung hierfür mag sein, dass erst die Zeit Barrieren und Hemmungen beseitigt hat und paradoxerweise dadurch die Vergangenheit näher an die Gegenwart herangerückt ist. Auch hier läßt sich eine Vergangenheit konstatieren, die nicht vergeht.

Die Opfer von Grafeneck

Die »Verlegungen« nach Grafeneck setzten im Januar 1940 ein. Es waren die ersten Verlegungen und Tötungen im Rahmen der »Aktion T4« überhaupt. Die Erlasse, nahezu gleichlautend für Württemberg und Baden, waren am 23. November 1939 in Württemberg und am 28. November 1939 in Baden den staatlichen Anstalten zugegangen. Südwestdeutschland war somit die erste Region, die von der »Euthanasie«-Aktion erfaßt wurde. Die erste Anstalt in Württemberg, aus der Patienten nach Grafeneck »verlegt« wurden, war die staatliche Heilanstalt Weinsberg. Dies geschah in den letzten Januartagen 1940. Im Wochenbericht der Anstalt vom 29. Januar 1940 an das Württembergischen Innenministerium heißt es über die Deportation vom 26. Januar lapidar: »Außerdem wurden 48 Pat. (w.) von der Gemeinnützigen Krankentransport GmbH abgeholt«. Um die regionale und administrative Einordnung der einzelnen Anstalten zu verdeutlichen, sollen im folgenden die verschiedenen Anstaltstypen aufgelistet und die jeweilige Zahl von Opfern angegeben werden. Die Zahlen beziehen sich hierbei nur, und dies muss ausdrücklich betont werden, auf die in Grafeneck getöteten Patienten. Betont werden soll ebenfalls, dass alle Zahlen nur als vorläufig anzusehen sind und trotz der scheinbaren Präzision Unschärfen aufweisen können. Sie sind deshalb nur als Annäherungswerte aufzufassen. Die Zahlenangaben stützen sich hauptsächlich auf das statistische Material des 1949 vor dem Schwurgericht Tübingen verhandelten Grafeneck-Prozesses, die Wochenberichte württembergischer Anstalten an das Innenministerium in Stuttgart sowie die Jahresberichte der einzelnen Anstalten

I. Württemberg und Hohenzollern

A. Staatliche Heil- und Pflegeanstalten • 1. Weissenau (558); 2. Schussenried (317); 3. Zwiefalten (352); 4. Winnenden (356); 5. Weinsberg (422); 6. Sigmaringen (71); 7. Bürgerhospital Stuttgart (1)

B. Landesfürsorgeanstalten • 8. Markgröningen (120); 9. Ellwangen/Rabenhof (30); 10. Ulm/Riedhof (55); 11. Reutlingen/Rappertshofen (72)

C. Privatheilanstalten • 12. Rottenmünster (178); 13. Göppingen/Christophsbad (144); 14. Kennenburg/Esslingen (7)

D. Konfessionelle Einrichtungen • Innere Mission (evang.): 15. Stetten i.R. (324); 16. Schwäbisch Hall/Diakonissenhaus (87); 17.Pfingstweide/Tettnang (24); 18. Mariaberg (61); 19. Paulinenpflege Winnenden (1);

Caritas ( kathol.): 20. Liebenau (463); 21. Rosenharz/Ravensburg (26); 22. Heggbach/Biberach (173); 23. Ingerkingen (72)

II. Baden

A. Staatliche Heil- und Pflegeanstalten • 24. Wiesloch (675); 25. Rastatt (448); 26. Illenau (237); 27. Emmendingen (700); 28. Reichenau/Konstanz (448)

B. Kreispflegeanstalten • 29. Weinheim (66); 30. Krautheim (2); 31. Sinsheim (234); 32. Hub/Ottersweier (524); 33. Fußbach/Gengenbach (130); 34. Freiburg (120); 35. Geisingen (16); 36. Wiechs (89); 37. Jestetten (135)

C. Konfessionelle Einrichtungen • Innere Mission (evang.): 38. Mosbach (218); 39. Kork (113); Caritas (kathol.): 40. Herten/St. Josefsanstalt (345)

III. Bayern

41. Eglfing-Haar/München (164); 42. Kaufbeuren (414); 43. Günzburg (248); 44. Schweinspoint/Donauwörth (83); 45. Lohr a. M. (76); 46. Werneck (?)

IV. Andere Regionen

47. Goddelau/Kr. Darmstadt (59); 48. Bedburg-Hau/Kr. Kleve (455)

Über die Gesamtzahl der Opfer in Grafeneck existieren verschiedene Angaben. So schwierig diese Thematik und diese Diskussion erscheinen mag, so notwendig ist sie jedoch bis heute. In der Hartheim-Statistik, benannt nach ihrem Fundort im heute österreichischen Hartheim bei Linz, einem der sechs »T4«-Vernichtungszentren, ist die Zahl der Opfer in Grafeneck mit 9839 angegeben. Der württembergische Grafeneck-Prozeß vor dem Schwurgericht Tübingen, der auf monatelangen Vorermittlungen des Amtsgerichts Münsingen basiert, stellt 10 654 hauptsächlich aus Württemberg, Hohenzollern, Baden und Bayern fest.

Die Opfer von Grafeneck/Regionale Herkunft

Land                                                   Zahl der Einrichtungen             Opfer

1. Württemberg (mit Hohenzollern)                    23                            3 946

2. Baden                                                             17                            4 500

3. Bayern                                                              6                            1 864

4. Andere                                                              2                               514

                                                                                                         10 824

Die Täter

Die Wahl Grafenecks als Standort für die reichsweit erste Vernichtungsanstalt ging auf das enge Zusammenwirken der Berliner »T4«-Behörde (Tiergartenstraße 4) mit dem Württembergischen Innenministerium in Stuttgart zurück. Das Schloss Grafeneck hatte in nahezu idealer Weise den Organisations- und Geheimhaltungskriterien der »Euthanasie«-Planer entsprochen, lag es doch weit ab und war leicht abzuschirmen auf einer langgestreckten Anhöhe der Schwäbischen Alb, sechs Kilometer von der Stadt Münsingen entfernt. Im Schloß war das Tötungspersonal untergebracht, das man ab Ende 1939 von Berlin und Stuttgart aus rekrutierte. Es setzte sich aus etwa 100 Personen zusammen. Der eigentliche Tötungskomplex befand sich 300 Meter vom Schloss entfernt und bestand aus dem mit einer Gaskammer versehenen Tötungsgebäude, dem Krematorium mit zwei mobilen Verbrennungsöfen, einer Aufnahmebaracke, in der die Opfer entkleidet, fotografiert und einer oberflächlichen ärztlichen Begutachtung unterzogen wurden, sowie einer Garage für die in Grafeneck stationierten und zum Transport der Opfer eingesetzten grauen Busse.

Der erste ärztliche Leiter, Dr. Horst Schumann7, bei dem die Gesamtverantwortung für die Durchführung des Massenmordes vor Ort lag, leitete persönlich den ersten Transport von 25 männlichen Patienten nach Grafeneck. Dieser Transport verließ die Anstalt Eglfing-Haar bei München am 18. Januar 1940. Anfang Oktober 1939 war Schumann in die Kanzlei des Führers bestellt worden, wo Viktor Brack ihn über die »Euthanasie«-Mordaktion informierte und zur Mitarbeit aufforderte. Schumann willigte ein und wurde zum Leitenden Arzt in Grafeneck ernannt. Im April 1940 wechselte Schumann von Grafeneck in eine weitere der sechs Vernichtungsanstalten der »T4«, nach Sonnenstein/Pirna.

Christian Wirth (1885–1944)8, Abteilungsleiter des württembergischen Polizeipräsidiums, war für die ersten Vergasungen und für den Aufbau der Verwaltung in Grafeneck zuständig. Im Unterschied zu den ärztlichen Leitern von Grafeneck, die Mediziner Schumann, Baumhardt und Hennecke, stammten die leitenden Sicherheitsbeamten in Grafeneck aus Württemberg. Später stieg Wirth zum Inspekteur aller sechs Vernichtungsanstalten der ›T4‹, zum Polizeimajor und SS-Sturmbannführer auf.

Der spätere Einsatz des »Euthanasie«-Personals und der Tötungstechnologie der Gasmordanstalten zur Ermordung der europäischen Juden zeigen den direkten Zusammenhang zwischen den »Euthanasie«-Verbrechen und der »Endlösung der Judenfrage«: Dr. Horst Schumann (1906–1983), zwischen Oktober 1939 und April 1940 der erste Leiter und ärztlicher Direktor von Grafeneck, war ab Herbst 1942 Lagerarzt in Auschwitz und selektierte an der Rampe von Birkenau Menschen für grausame und oftmals tödliche Röntgensterilisationsversuche. Maßgeblich wirkte aber auch das nichtärztliche Personal der ›T4‹, 25 Prozent, das heißt jeder vierte des Grafenecker Personals – darunter auch Christian Wirth an herausragender Stelle – bei der Ermordung der europäischen Juden mit. Im Rahmen der ›Aktion Reinhard‹, leitete Wirth den Aufbau des Vernichtungslagers Belzec, wurde später dessen erster Kommandant und ab 1. August 1942 zum Inspekteur der Vernichtungslager Belzec, Treblinka und Sobibor ernannt, in denen nach heutigem Wissensstand 1,75 Millionen Menschen ermordet wurden. Bei einem Sondereinsatz in Triest 1944 kam Christian Wirth ums Leben. Die Umstände seines Todes sind ungeklärt.

Die Schließung Grafenecks und das Ende der ›Aktion T4‹

Im Dezember 1940 wurde die Vernichtungsanstalt Grafeneck geschlossen und das Personal nach Hadamar bei Limburg an der Lahn versetzt. Dort gingen die Krankenmorde mit unverminderter Brutalität und Intensität bis in den August 1941 hinein weiter9. Die Schließung Grafenecks Ende 1940 war wohl zum einen auf anhaltende Proteste der Kirchen, von Angehörigen aber auch aus Kreisen der NSDAP selbst zurückzuführen. Sie waren gerichtet an höchste Stellen des Reichs, wie an den Reichsinnenminister, den Reichsjustizminister, indirekt auch an Hitler, und führten dazu, dass der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei Heinrich Himmler intervenierte und Grafeneck noch vor der Jahreswende 1940/41 stillgelegt wurde. Zum anderen scheinen aber auch organisatorische Gründe den Abbruch der ›Aktion T4‹ in Südwestdeutschland bedingt zu haben. So scheint die Annahme begründet, dass Grafeneck als Tötungsanstalt ihr vorgegebenes ›Plansoll‹ erfüllt hatte. Hierfür sprechen

• die Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt jeder zweite Patient und Heimbewohner aus den Heil- und Pflegeanstalten Badens und Württembergs in Grafeneck ermordet war

• die sinkenden Tötungszahlen in Grafeneck zu Ende des Jahres 1940

• der beinahe zeitgleiche Abbruch der ›Aktion‹ in Brandenburg. Die geografische Verlagerung dieser beiden Tötungsanstalten nach Hadamar und Bernburg an der Saale bedeutete nicht das Ende, sondern bereitete die Erfassung neuer Regionen des Reiches durch die ›Aktion T4‹ vor.

Hitler beendete diese erst im August 1941 durch einen mündlichen Befehl. Das Ende dieser sogenannten zentral gelenkten ›Euthanasie‹-Aktion, ihr sollte die dezentrale folgen, in der bis 1945 in einer Vielzahl von Anstalten ohne Unterbrechung weiter gemordet wurde, hatte vermutlich mehrere Gründe. Zum einen die verstärkte Ablehnung der Krankenmorde, die in der öffentlichen Predigt des katholischen Bischofs von Münster Graf von Galen kulminierte sowie die zunehmende Konzentration des nationalsozialistischen Regimes auf den im Juni 1941 begonnenen Krieg gegen die Sowjetunion. Zu diesem Zweck sollte die Loyalität von Bevölkerung und Wehrmacht nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Eine Geschichte der Erinnerung – Die Gedenkstätte Grafeneck

Eine Geschichte der Erinnerung an die Verbrechen der ›Euthanasie‹-Morde in Grafeneck und deren Opfer ist noch nicht geschrieben. Die folgenden Ausführungen sind erste Annnäherungen an die Frage, wie nach 1945 dieser Teil der NS-Verbrechen seinen Weg in das Bewusstsein der Öffentlichkeit fand.

• Phase 1/1945–1949 – Prozesse

Eine erste Vermutung, dass bereits kurz nach Kriegsende ein Verdrängungsprozess einsetzte, lässt sich nur bedingt bestätigen. Unter der alliierten Besatzungsherrschaft begannen 1945/46 erste Vorermittlungen deutscher Gerichte, die 1949 in zwei Grafeneck-Prozessen – getrennt in den badischen und den württembergischen Raum – in Freiburg und Tübingen mündeten.

Zur gleichen Zeit ließ die Samariterstiftung, die Grafeneck von den französischen Besatzungsbehörden zurückerhalten hatte und mit den Behinderten, die 1939 vertrieben worden waren, wieder zurückgekehrt war, auf dem Friedhof der Einrichtung zwei Urnengräber anlegen. In diesen befinden sich bis heute 250 Urnen mit der Asche von Opfern des Jahres 1940, die die Täter am Ort ihrer Tat zurückgelassen hatten. Im ersten Nachkriegsjahresbericht der Samariterstiftung, der einen Rückblick auf die Kriegsjahre enthielt, wurde 1945 in einer in den späteren Jahren nicht mehr erreichten deutlichen und drastischen Sprache auf die Verbrechen eingegangen und Grafeneck als ›Menschenvernichtungsanstalt‹ bezeichnet. Als Mittäter wurde die württembergische Staatsbürokratie, namentlich das Innenministerium in Stuttgart, angeprangert. Begleitet wird diese Phase durch eine sehr intensive Berichterstattung in den Medien, sowohl in der früh wiederbegründeten Presse als auch im Rundfunk.

• Phase 2/1950er und 1960er Jahre – Verdrängung und Annäherung

Nach der Gründung der Bundesrepublik erlischt das Interesse an einer Auseinandersetzung nahezu schlagartig. Nur noch wenige Berichte, meist in apologetischer Art und Weise, beschäftigen sich mit den ›Euthanasie‹-Verbrechen in Südwestdeutschland. Es ist die Zeit in der in den einzelnen Einrichtungen aber auch für das inzwischen gegründete Land Baden-Württemberg Widerstandslegenden entstehen. Eine Zeitung der Region, die im Jahr 1961 die 400 Jahre Geschichte des Schlosses Grafeneck beschreibt, widmet den ›Euthanasie‹-Morden lediglich einen Satz: »Bei Kriegsbeginn beschlagnahmte die Geheime Staatspolizei das Schloß und geheimnisvolle Umtriebe gaben dem Namen Grafeneck einen unerfreulichen Beigeschmack.« Im Jahr 1965 schließlich wurde auf Veranlassung der Samariterstiftung das Gebäude abgerissen, in dem die Gasmorde stattgefunden hatten und durch neue landwirtschaftliche Gebäude ersetzt. Jedoch finden sich auch in dieser, wenn man so möchte ›langen Phase‹ der Verdrängung und des Schweigens auch gegenläufige Tendenzen. Anfang der 1960er Jahre wird ein erster Versuch der Errichtung eines Gedenkortes auf dem Friedhof der Einrichtung unternommen. 1962 entsteht schließlich eine Gedenkanlage, bestehend aus einem über zwei Meter hohen, grob behauenen Steinkreuz, den zwei neu angelegten Urnengräbern und einer halbrunden Umfassungsmauer, zu diesem Zeitpunkt noch ohne eine erläuternde Gedenktafel.

• Phase 3/1970er und 1980er Jahre – Auf dem Weg zur Gedenkstätte

Zum ersten Mal nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde 1979 im Rahmen eines Gedenkgottesdienstes der 10 654 Menschen mit Behinderungen gedacht, die 1940 an diesem Ort als »lebensunwertes Leben« ermordet worden waren. Es war der 40. Jahrestag, an dem das Samariterstift Grafeneck beschlagnahmt und für »Zwecke des Reichs« in Anspruch genommen wurde. Damit setzten Einrichtungsleitung und Mitarbeiter des Samariterstifts, Mitglieder des Evangelischen Jugendwerks Münsingen und eintausend Menschen der Region, die sich an einem Sternmarsch beteiligten, der öffentlichen Sprachlosigkeit im Umgang mit den »Euthanasie«-Verbrechen ein Ende.

Der Gedenkgottesdienst wurde in den darauf folgenden Jahren eine feste Einrichtung und ist bis heute ein wesentlicher Bestandteil des Gedenkens an diesem Ort. In der Folge fand sich ein Kreis zusammen, der den Gedenkgottesdienst gestaltete und in Zusammenarbeit mit dem Samariterstift Grafeneck erste Schritte unternahm, Besucher über die Vergangenheit des Ortes zu informieren und die Erinnerung wachzuhalten. Im Jahr 1982 wurde eine erste Gedenktafel auf dem Gelände von Grafeneck, auf einem der Urnengräber auf dem Friedhof, angebracht. Der Text besteht aus einem kurzen Bibelzitat und den Worten »Zum Gedenken an die Opfer der Unmenschlichkeit – Grafeneck 1940.« 1985 wurde neben dem Eingang zum Friedhof eine etwa zwei Meter hohe Bronzetafel mit einer Beschreibung der historischen Ereignisse errichtet. Hier heißt es unter anderem – die Verantwortung für die Verbrechen noch ganz personifiziert auf die Gestalt Hitlers: »In der Nähe des landwirtschaftlichen Gebäudes wurde dann eine Tötungsanstalt zur Durchführung von Hitlers ›Euthanasie‹-Programm eingerichtet.«

• Phase 4/1990er Jahre – Gedenkstätte Grafeneck

Das zunehmende Interesse und das steigende Bedürfnis nach Informationen sowie nach einem konkreten Ort des Gedenkens, mündeten in die Planungen zur Errichtung der Gedenkstätte Grafeneck unter dem Leitgedanken: »Das Gedenken braucht einen Ort«. Baubeginn der als einer offenen Kapelle konzipierten Gedenkstätte war das Jahr 1989. 1990 wurde die Gedenkstätte Grafeneck ihrer Bestimmung übergeben.10 Die Errichtung der Gedenkstätte sowie eine kleine Dokumentation im Schlossgebäude markieren einen deutlichen Einschnitt im Umgang mit den Ereignissen von 1940. Ab diesem Zeitpunkt stieg die Zahl der Besucher, die sich mit der Geschichte des Ortes auseinander setzen wollten, beständig an: Schüler aus allen Schularten, Studenten, Gruppen aus Kirchengemeinden. Daneben kamen und kommen in zunehmender Zahl auch Gruppen im Rahmen beruflicher Aus- und Fortbildung an die Gedenkstätte Grafeneck. Seit Mitte der neunziger Jahre hat sich die Zahl der Führungen, Seminare und Fortbildungen von 30 auf ungefähr 60 im Jahr 2000 verdoppelt. Heute sind es in etwa 100 Besuchergruppen und 10 000 Besucher pro Jahr.

• Phase 5/Mitte der 1990er Jahre bis heute

Die Aufgaben wuchsen, was Zahl und Umfang betrafen, ständig an. Hierzu zählen neben vielen anderen Aufgaben, Anfragen und Besuche von Angehörigen der Opfer, Kontakte zu Archiven, Universitäten und Forschungsstätten, Landkreisen, Städten und Gemeinden, aber auch anderen Gedenkstätten und den vielen mit Grafeneck verknüpften Einrichtungen, die Betreuung der Besuchergruppen, die Erarbeitung von pädagogischen Materialien und einer Wanderausstellung. Dies führte 1994 zur Konstituierung des Arbeitskreises Gedenkstätte Grafeneck als eingetragenem Verein – heute Gedenkstätte Grafeneck e.V. – und 1996/97 mit tatkräftiger Unterstützung der Samariterstiftung zur Einrichtung einer hauptamtlichen wissenschaftlich-pädagogischen Historikerstelle, welche seit dem Jahr 2000 im Landeshaushaltsplan von Baden-Württemberg verankert ist.

Unmittelbar im Anschluß an die Fertigstellung der Gedenkstätte im Jahr 1990 begann ein bis heute noch nicht abgeschlossenes Projekt, das inhaltlich in engem Bezug zur Gedenkstätte steht: Es ist die Suche nach den Namen der 10 654 Menschen mit Behinderungen, die 1940 in Grafeneck als sogenanntes ›lebensunwertes Leben‹ ihrer Würde und ihres Lebens, ihres Namens und der Erinnerung beraubt wurden. 1995 konnte es erstmals vorgestellt werden, seit 1998 ist es zusätzlich im Bereich der Gedenkstätte untergebracht. Das in diesem Jahr ergänzte Gedenkbuch beinhaltet heute nahezu 8 000 Namen der Opfer der ‚Euthanasie’. In enger Beziehung zu diesem Projekt steht ein in seiner Art und seinem Charakter gänzlich anderes Denkmal. Nach einem Entwurf der aus Pittsburgh/USA stammenden Künstlerin Diane Samuels wurde im August 1998 ein Alphabet-Garten errichtet. Denk-Mal und Kunst-Werk zugleich, verbindet er die Antwort der Künstlerin, hervorgegangen aus ihrer intensiven Auseinandersetzung mit Grafeneck und seiner Geschichte, mit der Suche nach den Namen der Menschen, die an diesem Ort 1940 ermordet wurden. Sie schuf 1998 den Alphabet-Garten für die bekannten und die unbekannten Opfer: 26 Granitquader, eingelassen in die Erde, darauf eingemeiselt je ein Buchstabe des Alphabets. Aus diesen 26 Buchstaben sind die Namen aller Opfer – der namentlich bekannten wie auch der unbekannten – gebildet.11 Die Aufgaben blieben: die Bewahrung und Zugänglichmachung der Dokumente des damals Geschehenen, das Gespräch mit Angehörigen der Opfer, die Weitergabe der Erinnerung an Besucherinnen und Besucher – nicht nur als Information über ein historisches Ereignis, sondern im Sinne einer kritischen Bildungsaufgabe. Themen wie die Bioethik- und neue ›Euthanasie‹-Debatte aber auch politischer Radikalismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit unterstreichen die Wichtigkeit einer Auseinandersetzung mit dem Denken und den Vorgängen, die zur Ermordung von 10 654 Menschen in Grafeneck geführt haben. Neben den Schwerpunkt Bildungsarbeit, der die Gedenkstätte Grafeneck auch als Lernort begreift, treten zukünftig weitere Aufgaben: Die Erarbeitung einer wissenschaftlichen Dokumentation sowie die Errichtung einer Dokumentationsstätte mit einer Dauerausstellung. Unabdingbar bleibt aber, um den Ansprüchen der Öffentlichkeit und der Umwelt gerecht zu werden – neben einem breiten bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engagement als unverzichtbarer Basis – die verlässliche und dauerhafte Unterstützung einer Gedenkstätte wie Grafeneck, und dies soll ausdrücklich betont werden, nicht nur dieser, durch die Rechtsnachfolger des NS-Staates, durch Bund, Länder, Kreise und Städte.

1     Das Vortragsmanuskript wurde für den Druck geringfügig verändert und mit Anmerkungen versehen. Hierzu jetzt: Thomas Stöckle: Grafeneck 1940. Die Euthanasie-Verbrechen in Südwestdeutschland, Tübingen 2002.

2     Christoph Beck, Sozialdarwinismus – Rassenhygiene, Zwangssterilisation und Vernichtung »lebensunwerten« Lebens. Eine Bibliographie zum Umgang mit behinderten Menschen im »Dritten Reich« – und heute, 2. Aufl. Bonn 1995 (1992); Götz Aly (Hrsg.), Aktion T4 – 1939–1945. Die »Euthanasie«-Zentrale in der Tiergartenstraße 4, 2. Aufl. Berlin 1989; Henry Friedlander, Der Weg zum NS-Genozid. Von der Euthanasie zur Endlösung, Berlin 1997; Ernst Klee, »Euthanasie« im NS-Staat.

»Die Vernichtung lebensunwerten Lebens«, Frankfurt/M. 1989 (1. Aufl. 1983); Ernst Klee,

Dokumente zur »Euthanasie«, Frankfurt/M. 1986 (1. Aufl. 1985); Ernst Klee, Was sie taten – Was sie wurden. Ärzte, Juristen und andere Beteiligte am Kranken- oder Judenmord, Frankfurt/M. 1990 (1. Aufl. 1986); Hans-Walter Schmuhl, Rassenhygiene, Nationalsozialismus, Euthanasie. Von der Verhütung zur Vernichtung ›lebensunwerten Lebens‹ 1890–1945, 2. Aufl. Göttingen 1992.

3     Vgl. Friedlander, Weg (wie Anm. 2).

4     »Euthanasie«. Krankenmorde in Südwestdeutschland, hrsg. von Hermann J. Pretsch, Zwiefalten 1996.

5     Kurt Nowak, »Euthanasie« und Sterilisierung im »Dritten Reich«. Die Konfrontation der evangelischen und katholischen Kirche mit dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und der »Euthanasie«-Aktion, Göttingen 1980; Harald Jenner und Joachim Klieme (Hrsg.), Nationalsozialistische Euthanasieverbrechen und Einrichtungen der Inneren Mission – Eine Übersicht, Reutlingen 1997; Martin Kalusche, »Das Schloß an der Grenze«. Kooperation und Konfrontation mit dem Nationalsozialismus in der

Heil- und Pflegeanstalt für Schwachsinnige und Epileptische Stetten i. R., Heidelberg 1997;

Ludwig Schlaich, Lebensunwert? Kirche und Innere Mission Württembergs im Kampf gegen die »Vernichtung lebensunwerten Lebens«, Stuttgart 1947.

6     Vgl. Theodor Dierlamm (Bearb.), 1940 Verlegt. Kernen i.R., 1990.

7     Thomas Schilter, Psychiatrieverbrechen im Dritten Reich. Die Karriere Horst Schumanns, in: Internationale Zeitschrift für Geschichte und Ethik der Naturwissenschaften, Technik und Medizin 6, 1998, S. 42–55.

8     Matthias Beer, Christian Wirth, in: Marlene P. Hiller (Hrsg. ), Stuttgart im Zweiten Weltkrieg,

Gerlingen 1989, S. 187f.

9     Euthanasie in Hadamar. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in hessischen Anstalten,

Kassel 1991 (Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, Kataloge, Bd.1); Dorothee Roer und Dieter Henkel (Hrsg.), Psychiatrie im Faschismus. Die Anstalt Hadamar

1933–1945, Bonn 1986.

10    Gedenkstätte Grafeneck. Schrift zur Einweihung der den Opfern gewidmeten Gedenkstätte in Grafeneck. Hrsg. Arbeitskreis Gedenkstätte Grafeneck und Samariterstiftung Nürtingen, 1990.

11    Ursula Krause-Schmitt, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945 (Bd. 5/2). Baden-Württemberg II, Frankfurt/M. 1997, S. 244–247.

12    Gedenkstätte Grafeneck, hrsg. vom Arbeitskreis Gedenkstätte Grafeneck, Gomadingen-Grafeneck 2000