Historische Fakten statt Klischees

Neue Studie zu den Schicksalen jüdischer Personen, die im Zuge der Wagner-Bürckel-Aktion im Oktober 1940 aus Südwestdeutschland nach Frankreich verschleppt wurden
07/2022Gedenkstättenrundbrief 206, S. 60-66
Cornelia Frenkel-Le Chuiton

»Die Juden in Frankreich werden immer in Erinnerung behalten, dass zwar das Vichy-Regime einen moralischen Bankrott erlitten und sich entehrt hat, indem es entscheidend zur Vernichtung eines Viertels der jüdischen Bevölkerung in diesem Land beitrug, dass aber die übrigen drei Viertel ihr Überleben wesentlich dem aufrechten Mitgefühl aller Franzosen verdanken, die von dem Augenblick an ihre praktische Solidarität bewiesen, als sie begriffen, dass die jüdischen Familien, die den Deutschen in die Hände fielen, zum Tode verurteilt waren.« Serge Klarsfeld[1]
 

Für die Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit im Südwesten Deutschlands ist die Auseinandersetzung mit der Wagner-Bürckel-Aktion, in deren Verlauf am 22./23. Oktober 1940 etwa 6500 jüdische Bürger aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das besetzte Frankreich verschleppt und schließlich im Lager Gurs interniert wurden, ein zentrales Thema; dieses steht auch im Kontext der NS-Gewaltherrschaft im annektierten Elsass-Lothringen seit Juni 1940, die u.a. die Vertreibung jüdischer und frankophiler Bevölkerungsteile sowie die Errichtung des KZ Natzweiler-Struthof mit sich brachte. Wenn es um das Schicksal der Personen geht, die im Oktober 1940 aus Südwestdeutschland nach Frankreich verschleppt wurden, ist das Klischee verbreitet, sie seien »meist« ermordet worden. Vor allem für die 563 deportierten Kinder und Jugendlichen ist dies jedoch unzutreffend, 417 von ihnen wurden gerettet. Deren Biografien haben die Historiker*innen Brigitte und Gerhard Brändle über Jahre hinweg erforscht und in der Dokumentation »Gerettete und ihre Retter*innen. Jüdische Kinder im Lager Gurs. Fluchthilfe tut not – eine notwendige Erinnerung nach 80 Jahren«[2] veröffentlicht. Die Studie blendet die Shoah und die Ermordeten nicht aus, Schwerpunkt liegt aber auf den Geretteten; mehr als zweihundert der Verfolgten konnten in Frankreich untertauchen, je hundert in die Schweiz und in die USA gelangten. Viele Retter waren dazu notwendig, etwa Marianne Cohn aus Mannheim, auf einer Fluchtroute in die Schweiz aktiv; im Mai 1944 wurden sie von NS-Funktionären gestellt, sie erreichte zwar die Freilassung ihrer 32 Schützlinge, wurde selbst aber ermordet.[3] Cohn rettete etwa Leopold Rosenberg (*1932 Bruchsal, heute GB) sowie mehrere seiner Schicksalsgenossen aus Lahr und Karlsruhe.

Das Überleben von Juden in Frankreich, eine Ausnahme in Europa

An den Einzelfällen, die in »Gerettete und ihre Retter*innen« aufgezeigt werden, wird auch deutlich, wie sich die Situation in Frankreich seit dem Waffenstillstand im Juni 1940 entwickelte, mit dem sich die Vichy-Regierung zur »Zusammenarbeit« verpflichtet hatte. Einerseits etablierte sich deren Administration sowie verschiedene Ideologen des autoritären Regimes, gleichzeitig formieren sich ihre Gegner in der französischen Zivilgesellschaft, nicht nur in der »Résistance« und im Kreis von De Gaulle im Londoner Exil. Zwei Frankreichs standen sich bald in einer bürgerkriegsähnlichen Situation gegenüber. Zahlreiche Faktoren haben schließlich dazu beigetragen, dass Dreiviertel der etwa 320 000 jüdischen Menschen, die 1940 in Frankreich lebten und mehrheitlich von ihren ausländischen Herkunftsorten staatenlos gemacht worden waren, die NS-Verfolgung überstehen konnten. Dies ist – Dänemark ausgenommen (wo aber nur etwa 8000 Juden lebten) – der höchste Anteil in den von den Nazis beherrschten Ländern in Europa. Yad Vashem hat über viertausend französische Frauen und Männer als »Gerechte« geehrt, wobei weit mehr Helfer*innen und stille Held*innen unspektakulär mitgewirkt haben. Die »Endlösung der Judenfrage« war von den Nazis auch für Frankreich geplant, wurde jedoch vereitelt; Léon Poliakov, Serge Klarsfeld, Wolfgang Seibel[4] sowie Arno Lustiger und Jacques Semelin klären detailliert darüber auf,[5] wie Zivilgesellschaft, politische Organisationen und Kirchen, seit Sommer 1942 protestierten und sogar die Vichy-Regierung dazu bewegten, Eichmanns Deportationspläne zu bremsen. Wie hoch dennoch die Gefahr für die verschleppten Kinder aus Südwestdeutschland war, zeigt die Recherche von Brigitte und Gerhard Brändle, die implizit auch die lückenhafte Frankreich-Information der Wanderausstellung »Gurs 1940. Die Deportation und Ermordung südwestdeutsche Jüdinnen und Juden« korrigiert, die 2021 von der GHWK (ghwk.de/gurs1940) erstellt wurde.

Die »Oktoberdeportation« 1940 im historischen Kontext

Um den historischen Vorgang in seiner Komplexität zu verstehen, ist anschaulich zu machen, dass das französische Territorium nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 in sechs Zonen zerstückelt wurde, nicht nur mittels Demarkationslinie in zwei Zonen geteilt; drei Fünftel des Landes waren nun militärisch besetzt (s. Abb. Karte),[6] was die politische Macht in Vichy reichlich begrenzte. Nach dem Überfall der Wehrmacht auf die Benelux-Staaten und Frankreich flohen zudem Millionen Menschen aus dem Norden in die zunächst »freie« Südzone; Einflussmöglichkeiten auf diesen Landesteil sicherten sich die NS-Besatzer jedoch von Anfang an.[7] Bereits ab Juni 1940 verfügten sie durch die Annexion von Elsass-Lothringen über weitere Machtinstrumente. Während die Gauleiter Robert Wagner und Joseph Bürckel das Gebiet zu »säubern« begannen, wobei etwa 22 000 jüdische Personen sowie frankophile und andere »Volksfeinde« ausgewiesen wurden,[8] bemächtigten sie sich u.a. der Verkehrsnetze. Gegen diesen Vertragsbruch protestierte die französische Waffenstillstandskommission am 3. 9. 1940 in zwölf Punkten, u.a. gegen: »Die Amtsenthebung französischer Beamter (…); die Grenzverschiebung und Einführung der deutschen Verwaltung; die Eingliederung von Post und Eisenbahn in das deutsche System (…); die Einführung der Rasse-Gesetzgebung und damit die Austreibung der Juden (…).«[9]

Bevor also im Oktober 1940 die südwestdeutschen Juden abgeschoben wurden, begann auf der linken Rheinseite die Wagner-Bürckel-Aktion, deren Ziel ein »judenfreier« »Gau Oberrhein« war. Viele Operationen im Annexionsgebiet wurden nun grenzüberschreitend gesteuert; da die NS-Besatzer über den Bahnverkehr in Elsass-Lothringen sowie eine Verbindungsstelle in Marseille verfügten, konnte auch die Verschleppung am 22./23. Oktober anfangs »reibungslos« (so die offizielle Meldung) verlaufen und die südwestdeutschen Juden überfallartig in das besiegte Nachbarland eingeschleust werden. Aber die folgenden Komplikationen zeigten den Nazis, dass sich Vichy-Frankreich nicht als Abladeplatz benutzen lässt; vielmehr verwahrte es sich wiederholt, dass unter falschen Angaben neun Eisenbahnzüge über die Demarkationslinie befördert worden waren: Zielort unbestimmt. Zwar konnte das Vichy-Regime den Vorgang nicht rückgängig machen, verhinderte aber fortan das Einschleusen »Unerwünschter« aus dem Deutschen Reich (weitere Abschiebungen aus Hessen waren bereits in Planung). Damit geriet die Vertreibungspolitik der Nazis in eine Sackgasse, so Christopher Browning; da der »Madagaskar-Plan« nun zunichte war,[10] forcierten die Nazis ihre Ghettoisierungen im besetzten Polen und wollten sodann aus Westeuropa rasch alle Juden wieder verschwinden lassen. Doch Eichmanns Deportationspläne gelangen in Frankreich nicht, das zeigen mehrere Historiker, aber auch Verfolgte wie z.B. Hanna Schramm, Paul Niedermann oder Margot Wicki.[11]

»Tausende von französischen Gendarmen, die im Herbst 1942 die Juden zur Deportation abschleppen sollten, setzen ihre Existenz, ja ihr Leben aufs Spiel und benachrichtigen die Opfer (…), so dass sie rechtzeitig fliehen konnten. Hunderte von Bürgermeistern und Präfektur-Beamten versahen die Verfolgten mit falschen Papieren und retteten sie vor dem Untergang. Privatpersonen, deren Namen immer unbekannt bleiben werden, nahmen Gefährdete auf«.[12]

Warum wurde Westeuropa zur Falle?

Eine angemessene Auseinandersetzung mit Frankreich unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg kann sich nicht auf das Thema Komplizenschaft beschränken, da gleichzeitig ein Lehrstück an Rettungshilfe und Widerstand stattfindet. Tatsache bleibt, dass Frankreich und Westeuropa nach der Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 zunehmend zur Falle wurden; begonnen hatte die Situation bereits mit der »Konferenz von Evian« 1938, als kaum ein Land der Welt mehr Flüchtende aufnehmen wollte. Auch nach dem Vordringen der Nazis in Europa gaben die USA zu wenig Visa aus, Großbritannien begrenzte den Fluchtweg nach Palästina, die Schweizer Grenzen blieben weitgehend dicht. Viele Verfolgte waren im NS-beherrschten Europa gefangen; zwar gewährte Vichy-Frankreich weiterhin Ausreisevisa, obwohl die deutschen Besatzer seit 1941 eine Schließung der Grenzen verlangten, um möglichst effektiv deportieren zu können; doch es fehlte an Einreisevisa und Schiffspassagen. Nachdem die NS-Besatzung im November 1942 in die Südzone Frankreichs vordrang und ihre Menschenjagd verschärfte, blieben nur unsichere Verstecke, kaum Fluchtmöglichkeiten. Die Vichy-Regierung kollaborierte (§ 19 Waffenstillstand), doch die Zivilgesellschaft stellte sich der Vernichtungspolitik entgegen, lehnt Xenophobie und verordneten Antisemitismus spätestens im Sommer 1942 auf breiter Front ab.[13] So bezeichneten etwa die katholischen Erzbischöfe in der besetzten Zone, sodann in Toulouse und Lyon in Protestschreiben, die von der Kanzel und über BBC verlesen wurden, die Deportationen als »nicht hinnehmbar«. Infolgedessen zögerte Vichy »an dem deutschen Plan mitzuwirken, zwischen September und Oktober 1942 fünfzig Züge zu füllen und der Gestapo zur Verfügung zu stellen«, sagt Serge Klarsfeld; vereitelt wurde auch das Gesetz zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft französischer Juden.[14] Scharfe Kollaborateure wie die »Milice Française« konnten keine Massenhysterie erzeugen.

Kritischer Blick auf die Ausstellung/Broschüre »Gurs 1940. Die Deportation und Ermordung südwestdeutsche Jüdinnen und Juden«

Die Ausstellung »Gurs 1940« klammert zentrale Tatsachen aus, die das Überleben von Juden in Frankreich betreffen, erklärt die geretteten Kinder für ermordet (Broschüre/Ausstellungstafel S. 46) und praktiziert überdies an vielen Stellen ein desinformierendes »Vergessen durch Weglassen«. Damit wird stetig von der Gleichschaltungs-Politik und den Verbrechen der NS-Besatzung abgelenkt und einseitig die Vichy-Kollaboration angeprangert; »Judenreferat«, Gestapo, RSHA, Deutsche Botschaft und Kommandos der Wehrmacht, die alle Deportations-Züge von Drancy bis in die Vernichtungsfabriken begleiteten, kommen nur am Rande vor.[15] Zudem wird der Beginn der »Wagner-Bürckel-Aktion« im Juni 1940 in Elsass-Lothringen mit falschen Zahlen abgetan, das KZ Natzweiler-Struthof nicht einmal erwähnt. Des Weiteren ist die Situation im Lager Gurs unzutreffend beschrieben. Nachdem die jüdische Bevölkerung aus Südwestdeutschland im Oktober 1940 dort abgeladen wurde, war es maßlos überfüllt, die Zustände zweifellos erbärmlich. Frankreich, seit den 1930er-Jahren das wichtigste Emigrationsland in Europa, befand sich bereits in einer Situation der Mangelwirtschaft, ausgeplündert von der Besatzungsmacht; die Texte der Ausstellung »Gurs1940« sehen sich aber zu überheblichen Schuldzuweisungen berechtigt: »Obwohl sie das überfüllte Lager nicht richtig versorgen konnten, unterließen es die zuständigen französischen Behörden, die Menschen auf die umliegenden Gemeinden aufzuteilen« (S. 48). Doch die überrumpelten Lagerkommandanten und die Präfektur in Pau suchten das Los der Internierten durchaus zu verbessern, ließen Hilfswerke zu, brachten alte und kranke Menschen außerhalb des Lagers unter, ermöglichten Fahrten nach Marseille, damit die Verschleppten eventuell ihre Auswanderung organisieren konnten; sie warnten vor geplanten Deportationen, ohne diese verhindern zu können. Was die Kinder betrifft, so war es anfangs leicht möglich, sie herauszuholen und ihnen Zuflucht in Heimen zu bieten; ab November 1942 lebten die Rettungshelfer*innen risikoreich, mussten zu nicht-legalen Mitteln greifen, Ausweise und Geld besorgen und ihre Schützlinge auf Fluchtrouten begleiten. All dies lässt sich in Einzelheiten und anhand von dramatischen Biografien aus der Studie »Gerettete und ihre Retter*innen« erfahren; ein Kapitel ist Geretteten gewidmet, die sich der Résistance anschlossen, etwa Werner Liebhold (aus Mannheim verschleppt); 1941 kam er aus Gurs in das OSE-Heim »Château Chabannes«, wo ihm der Leiter Félix Chevrier neue Ausweispapiere beschaffte.

»Erziehung nach Auschwitz«

Im Rahmen der schwierigen Aufgabe »Erziehung nach Auschwitz« ist die Vermittlung von Kenntnissen zur NS-Ideologie und -Vernichtungsherrschaft unverzichtbar; ebenso wichtig ist es aber, politische Urteilskraft und individuelle Handlungsmöglichkeiten zu thematisieren, damit Täter, Kollaborateure und Opfer nicht konturlos in einem undifferenzierten historischen Szenario treiben. Denn wie könnte sonst ein (selbst-)kritisches und demokratisches Lernen aus dieser inakzeptablen Geschichte möglich sein? Auch in der aktuellen Gesellschaft steht Jeder vor der Herausforderung mitzudenken und Verhaltensmöglichkeiten zu wählen. Es dient vermutlich kaum der Aufklärung, wenn die Erinnerung an die Opfer der Shoah damit einhergeht, dass die Existenz der Geretteten ausgeblendet wird, wie von der Ausstellung »Gurs 1940« praktiziert. Laut Planungen im RSHA hätten sie ermordet werden sollen, dass es aber nicht gelang, ist ein wesentliches Faktum, das ein redliches historisches Narrativ nicht verschweigen darf. Denn die Geretteten und ihre Retter*innen sowie deren Nachkommen leben schließlich, wenn auch verstreut in aller Welt; in Ihre Heimatorte kehrten sie selten zurück, viele blieben in Frankreich, seit damals die größte jüdische Gemeinde in Europa. Obwohl traumatisiert, empfinden sie ihr Überleben als persönlichen Sieg über den Nationalsozialismus, wie ersichtlich aus der Recherche »Gerettete und Ihre Retter*innen«, die Klischees korrigiert und der Tendenz entgegenwirkt, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte instrumentalisiert wird, um schnellfertige Informationen und Ressentiments zu transportieren.

Gerettete und Ihre Retter*innen. Jüdische Kinder im Lager Gurs. Fluchthilfe tut not – eine notwendige Erinnerung nach 80 Jahren«. Brigitte und Gerhard Brändle in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Religionsgemeinschaft Karlsruhe (IRG). 204 S. Die Dokumentation kann als PDF (www.irg-baden.de) oder in gedruckter Form bezogen werden: info@irg-baden.de
 

Weitere Forschungsliteratur in Auswahl:

Browning, Christopher. Die Entfesselung der »Endlösung«. Nationalsozialistische Judenpolitik 1939–1942. Berlin 2003

Brunner, Bernhard. Der Frankreich-Komplex. Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz der Bundesrepublik Deutschland. Göttingen 2004

Curilla, Wolfgang. Die deutsche Ordnungspolizei im westlichen Europa 1940–1945. F. Schöningh 2020

Delacor, Regina M. Attentate und Repressionen. Dokumente zur zyklischen Eskalation des NS-Terrors im besetzten Frankreich 1941/42. Stuttgart 2000

Dreyfus, Jean-Marc. Elsass-Lothringen. In: Gruner, Wolf/Osterloh, Jörg (Hg.). Das »Großdeutsche Reich« und die Juden. Nationalsozialistische Verfolgung in den »angegliederten« Gebieten. Ffm 2010. S. 363ff.

Fivaz-Silbermann, Ruth. La fuite en Suisse. Les Juifs à la frontière franco-suisse durant les années de »la solution finale«. Mémorial de la Shoah. 1448 S. Calmann-Lévy 2020

Herbert, Ulrich. Die deutsche Militärverwaltung in Paris und die Deportation der französischen Juden. In: Nationalsozialistische Vernichtungspolitik 1939–1945. Ffm 1998. S. 170ff.

Kettenacker, Lothar. Nationalsozialistische Volkstumspolitik im besetzten Elsass. DVA 1973

Klarsfeld, Serge. Vichy-Auschwitz. La »solution finale« de la question juive en France. Fayard 1983

Laharie, Claude. Le camp de Gurs 1939–1945. 2. Auflage. Pau 1993

Lustiger, Arno. Rettungswiderstand. Über die Judenretter in Europa während der NS-Zeit. Wallstein 2011

Meyer, Ahlrich. Täter im Verhör. »Die Endlösung der Judenfrage in Frankreich 1940–1944«. WbG 2005

Meyer, Ahlrich. Die deutsche Besatzung in Frankreich 1940–1944. Widerstandsbekämpfung und Judenverfolgung. WbG 2000

Muschalek, Marie. Die Zivilverwaltung im Elsass 1940–1944. In: F. Engehausen/S. Paletschek/W. Pyta (Hrsg.), Die badischen und württembergischen Landesministerien in der Zeit des Nationalsozialismus. Bd. II. S. 435–538. Stuttgart 2019

Poliakov, Léon. Vom Hass zum Genozid. Das Dritte Reich und die Juden. Aus d. Frz. Von A. Meyer. Ed. Tiamat 2021

Schramm, Hanna. Menschen in Gurs. Erinnerungen an ein französisches Internierungslager. Mit einem dokumentarischen Beitrag zur französischen Emigrationspolitik (1933–1944) von Barbara Vormeier. Worms 1977

Seibel, Wolfgang. Macht und Moral. Die »Endlösung der Judenfrage« in Frankreich, 1940–1944. München 2010

Semelin, Jacques. Das Überleben von Juden in Frankreich 1940–1944. Vorwort von Serge Klarsfeld. Wallstein Verlag 2018

Semelin, Jacques, avec Laurent Larcher. Une énigme française. Pourquoi les trois quarts des juifs en France n’ont pas été déportés. Albin Michel 2022

Syré, Ludger. Der Führer vom Oberrhein. Robert Wagner, Gauleiter, Reichsstatthalter in Baden und Chef der Zivilverwaltung im Elsaß. In: M. Kissener/J. Scholtyseck (Hg.). Die Führer der Provinz. Konstanz 1997

Teschner, Gerhard J. Die Deportation der badischen und saarpfälzischen Juden am 22. Oktober 1940. Vorgeschichte und Durchführung der Deportation und das weitere Schicksal der Deportierten. 2002

Umbreit, Hans. Der Militärbefehlshaber in Frankreich 1940–1944. Boppard 1968

Vonau, Jean-Laurent. Le Gauleiter Wagner. Le bourreau de l’Alsace. Strasbourg 2011

 

[1]    Klarsfeld, Serge. Vichy-Auschwitz. La »solution finale« de la question juive en France. Fayard 1983. Dt. Ausgabe. Vichy-Auschwitz. Die Zusammenarbeit der deutschen und französischen Behörden bei der »Endlösung der Judenfrage« in Frankreich. Aus dem Frz. von A. Meyer. Greno 1989. S. 329

[2]    Gerettete und Ihre Retter*innen. Jüdische Kinder im Lager Gurs. Fluchthilfe tut not – eine notwendige Erinnerung nach 80 Jahren«. Brigitte und Gerhard Brändle in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Religionsgemeinschaft Karlsruhe (IRG). 204 S. Karlsruhe 2021.

[3]    Ahlrich Meyer. Das Dossier Marianne Cohn. Geschichte einer gescheiterten Ermittlung. In: Einsicht 17. Fritz Bauer Institut. Ffm Frühjahr 2017. S. 21–25

[4]    s. Serge Klarsfeld. Vichy-Auschwitz. a.a.O.
Wolfgang Seibel. Macht und Moral. Die »Endlösung der Judenfrage« in Frankreich, 1940–1944. München 2010

[5]    Arno Lustiger. Rettungswiderstand. Über die Judenretter in Europa während der NS-Zeit. Wallstein 2011.
Jacques Semelin. Das Überleben von Juden in Frankreich. Wallstein 2018. – Ders. Une énigme française. Pourquoi les trois quarts des Juifs en France n'ont pas été déportés. Paris 2022

[6]    Vereinfachend sieht die Ausstellung »Gurs 1940« nur eine Zweiteilung in besetzte und unbesetzte Zone.

[7]    s. Ulrich Herbert. Deutsche Militärverwaltung in Paris und die Deportationen. In: Nationalsozialistische Vernichtungspolitik. Ffm 1998. S. 175.
Hans Umbreit. Der Militärbefehlshaber in Frankreich 1940–1944. Boppard 1968.

[8]    Mehr als 40 000 deutsche Ordnungspolizisten bildeten nach Wehrmacht und Waffen-SS die größte Besatzungstruppe im Westen: Wolfgang Curilla. Die deutsche Ordnungspolizei im westlichen Europa 1940–1945. F. Schöningh 2020.
Ahlrich Meyer. Die deutsche Besatzung in Frankreich 1940–1944. Widerstandsbekämpfung und Judenverfolgung. Ffm 2000

[9]    Gerhard J. Teschner. Die Deportation der badischen und saarpfälzischen Juden am 22. Oktober 1940. Vorgeschichte und Durchführung der Deportation und das weitere Schicksal der Deportierten. 2002

[10]    Christopher Browning. Die Entfesselung der »Endlösung«. Berlin 2003. S. 142ff.

[11]  Margot Wicki-Schwarzschild. In: Pimpl Brigitte/Wiehn, E.R (Hg.). Jüdische Kindheit und Jugend in Europa 1933–1945. Konstanz 1995

[12]  Hanna Schramm. Menschen in Gurs. Erinnerungen an ein französisches Internierungslager. Worms 1977. S. 2

[13]  Zu diesem Zeitpunkt löste sich die französische Gesellschaft zunehmend aus der Schockstarre, die Krieg und Besatzung ausgelöst hatten; verzögernd und verwirrend hatte bis 1941 in vielen Köpfen auch der Hitler-Stalin-Pakt gewirkt.

[14]  Léon Poliakov. Vom Hass zum Genozid. Das Dritte Reich und die Juden. Aus d. Frz. A. Meyer. Ed. Tiamat 2021. S. 279ff.

[15]  Wolfgang Curilla belegt dies mit Datum und Namen. In: Die Ordnungspolizei im westlichen Europa. a.a.O.

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