Und alle kannten Thomas Lutz …

07/2023Gedenkstättenrundbrief 210, S. 63
Ulrich Tempel

Im Oktober 1998 fand das 31. Gedenkstättenseminar in Nordhausen statt, mein erstes, dem dann viele weitere folgen sollten. Ich war fasziniert von der Kombination aus Erkundung eines historischen Ortes, einem dazu passenden Thema samt Vermittlung des Forschungsstandes, sowie dem intensiven Austausch mit Personen aus ähnlichen Arbeitszusammenhängen. Und alle kannten Thomas Lutz. Und er selbst schien sämtliche Orte zu kennen, von denen die Teilnehmenden kamen. Oft stellte sich in Gesprächen heraus, dass er zudem Teil der Diskussionsprozesse am jeweiligen Ort war.

Seitdem ich 1998 mit einem Werkvertrag in der Stiftung Topographie des Terrors begonnen hatte, erreichten mich die Seminareinladungen ganz direkt. Mit der Tätigkeit in der Stiftung wurden auch die Kontakte zu Thomas Lutz enger. Ich konnte miterleben, welche immer größeren Kreise seine Aktivitäten zogen. Nach wie vor waren neben den etablierten Gedenkstätten und Dokumentationszentren die verschiedenen Initiativen in Deutschland im Blick, die an Orten von Verfolgung und Terror neu entstanden und deren Entwicklung er begleitete. Als Kollege konnte ich immer wieder direkt an seinen Erfahrungen teilhaben, auch wenn die vielen Reisen ihn ins Ausland führten – ich bin dankbar für über 20 Jahre Anregungen und Horizonterweiterung.

Ulrich Tempel schloss 1997 sein Geschichtsstudium bei Prof. Reinhard Rürup ab und ist seit 1999 Mitarbeiter der Stiftung Topographie des Terrors.

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