Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V.
Der Lern- und GeDenkOrt Alt Rehse strebt gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Entwicklung innovativer, vor allem digitaler Vermittlungsformate zur Aufarbeitung NS-Geschichte an, mit denen wiederum nicht zuletzt junge Menschen erreicht werden sollen. Im Projekt Alt Rehse revisited. Multimediale Geschichtsarbeit im ländlichen Raum steht vorrangig der partizipativ, reflexive Blick der Teilnehmenden auf die nationalsozialistische „Führerschule der Deutschen Ärzteschaft“ im Zentrum.
Als Stätte der ideologischen Ausrichtung medizinischen Personals zwischen 1935 und 1942 kommt der idyllischen Anlage Alt Rehse gerade im Zusammenhang mit Zwangssterilisationen, Euthanasie und anderen Medizinverbrechen im Nationalsozialismus eine entscheidende Bedeutung als Ort der Erinnerung zu. Innerhalb des explorativen Projektraums kreieren die Beteiligten eigenaktiv Medienformate, durch die sie nicht allein ihren Reflexionsprozess dokumentieren, sondern ebenso unterschiedliche Perspektiven auf Exklusionsdynamiken im Nationalsozialismus werfen. Die entwickelten Podcasts, Videoclips, Radio- und social Media-Beiträge greifen zugleich in etablierte Erinnerungskulturen ein und stellen Gegenwartsbezüge zum historischen Ort her.
Das Projekt pflegt und erweitert in diesem Zusammenhang sein bestehendes Netz an Kooperationspartner:innen, sowohl um Jugendliche zu aktivieren, als auch um mit Expert:innen über projektspezifische Themen und gegenwärtige Herausforderungen ins Gespräch zu kommen. Auf diese Weise leistet Alt Rehse revisited zugleich einen Beitrag zu gesellschaftlichen Debatten um Diversität und Inklusion.