Foto: Mediatop Schwerin

Kartographie von Verfolgung und Widerstand der Bibelforscher/Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

„Gedächtnis der Namenlosen“ – Jugendliche erinnern an eine weniger bekannte NS-Opfergruppe

Mit diesem Projekt wird an die vielen bislang „Namenlosen“ aus der NS-Opfergruppe der Bibelforscherinnen und Bibelforscher bzw. Zeuginnen und Zeugen Jehovas erinnert. Junge Menschen errichten damit ein digitales Mahnmal, um das 2023 vom Bundestag beschlossene und von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas zu betreuende physische Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Zeugen Jehovas (im NS überwiegend Bibelforscher genannt) zu ergänzen.

Angeleitet von Lehrkräften und in der Jugendarbeit Engagierten, kuratorisch und redaktionell betreut durch Historikerinnen und Historiker, erstellen junge Menschen eine interaktive und partizipative Karte der Orte des Widerstands, der Verfolgung und der Erinnerung. Räumlicher Ausgangspunkt ist der historische Gedenkort am Goldfischteich im Berliner Tiergarten, einer der Knotenpunkte des Bibelforscherwiderstands bis 1936. An diesem Ort entsteht das künftige Mahnmal. 

Schulprojekte sowie Jugendgedenkinitiativen erstellen aus von ihnen exemplarisch rekonstruierten Biographien sukzessive und partizipativ eine immer umfassendere Datenbank, die als Karte visualisiert wird. Historische Dokumente und Fotos sowie Videoclips, die die eigene Arbeit präsentieren, sollen die biographischen Informationen ergänzen.

Die beteiligten jungen Menschen sollen auch in Austauschformaten die Widerstands- und Leidensgeschichte der von ihnen erforschten Menschen reflektieren. Dabei treten ganz unterschiedliche junge Menschen miteinander in Kontakt, um ihre Perspektiven zu erweitern.