Seit ihrer Machtübernahme 1933 bauten die Nationalsozialisten die deutsche Gesellschaft nach ihren politischen und rassistischen Vorstellungen um. Ausgrenzung und Gewalt gegen Andersdenkende und angeblich Minderwertige gehörten nun zum Alltag. Die große Mehrheit der Bevölkerung identifizierte sich mit der neuen Ordnung. Nur wenige stellten sich von Beginn an gegen sie.
Mit dem Krieg weiteten die Deutschen ihre Vorstellungen auf ganz Europa aus – ganze Staaten und Bevölkerungen wurden zur Kriegsbeute. Millionen Menschen aus allen besetzten Gebieten Europas wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt – mehrere Hunderttausend allein nach Thüringen. Als zivile Zwangsarbeiter:innen, als Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge mussten sie mehrheitlich für die Rüstungsindustrie oder in der Landwirtschaft arbeiten. Zugleich trennten strenge Regeln ihre Lebenswelten von denen der Deutschen. Wer dagegen verstieß, musste mit Bestrafung rechnen. Doch auch unter diesen Bedingungen gab es Menschen, die „Nein“ sagten, die nicht mitmachten und sich dem Zwang zur Anpassung widersetzten – spontan oder aufgrund gefestigter Überzeugungen.
Die zwölf Geschichten handeln von Deutschen und zivilen Zwangsarbeiter:innen, Kriegsgefangenen sowie KZ-Häftlingen. Sie erzählen von einem Widerstehen, das Mut erforderte und mit Risiken verbunden war. Die Geschichten spielen an verschiedenen Orten in Thüringen.