Polnische und tschechische Intelligenz in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück am Beginn des 2. Weltkriegs
Nach den Plänen der Nationalsozialisten sollte im Rahmen des Eroberungs- und Vernichtungskrieges in Osteuropa ein Großteil der dortigen kulturellen Trägerschichten ermordet werden. Die Verhaftung der Führungsschichten aus Politik, Kirchen, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in Polen und Tschechien und deren Deportation in Konzentrationslager setzte mit Kriegsbeginn ein. Vor 70 Jahren, im Spätherbst 1939 wurden 169 polnische Wissenschaftler der Jagiellonen-Universität Krakau sowie 100 katholische Geistliche der Lubliner Kurie in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Ihnen folgten Tausende von Polen, darunter zahlreiche katholische Geistliche. Nach einer Protestaktion gegen die deutsche Besatzung deportierten die Nationalsozialisten ebenfalls im Spätherbst 1939 mehr als 1.000 tschechische Studenten in das KZ Sachsenhausen. Gleichzeitig wurden Frauen aus beiden Ländern, die den intellektuellen und geistlichen Eliten angehörten, in das KZ Ravensbrück verschleppt. Diese Ereignisse, die bis heute in der Erinnerungskultur der betroffenen Länder tief verwurzelt sind, sowie die Lebensgeschichte der Verfolgten stehen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung, die in zwei Teilen in der Gedenkstätte Sachsenhausen (600 m²) und in der Gedenkstätte Ravensbrück (120 m²) zu sehen ist.
Eine Sonderausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Kooperation mit der Jagiellonen-Universität Krakau und der Karls-Universität Prag
Mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und des Präsidenten der Republik Polen und der Wojewodschaft Małoposka