Jährlich finden Vernetzungstreffen an wechselnden Orten statt, auf denen Mitarbeitende sich über Ausstellungen, Bildungsprojekte und Kooperationen verständigen.
Bericht zum 8. Vernetzungstreffen zur NS-Zwangsarbeit in Zeithain (3.–4. November 2025)
Ziel des 8. Vernetzungstreffens war der Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Erinnerungs- und Bildungsarbeit sowie die Diskussion gemeinsamer Herausforderungen und Perspektiven.
Im Mittelpunkt des ersten Tages standen die Geschichte und Gegenwart der Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain. Die Besichtigung des ehemaligen Lagergeländes machte deutlich, wie anspruchsvoll die Vermittlung von Orten ist, deren historische Spuren nur fragmentarisch erhalten sind. In den anschließenden Diskussionen wurde deutlich, dass viele Einrichtungen derzeit mit einem starken Anstieg von Anfragen von Angehörigen ehemaliger Zwangsarbeiter:innen konfrontiert sind – verstärkt durch den 80. Jahrestag der Befreiung und eine wachsende internationale Aufmerksamkeit. Der Bedarf an klaren Zuständigkeiten, ausreichenden personellen Ressourcen und besser vernetzten Beratungsstrukturen wurde als zentrale Aufgabe benannt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf gemeinsamer Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Digitale Formate und Social-Media-Kooperationen wurden als wirkungsvolle Instrumente hervorgehoben, um neue Zielgruppen zu erreichen. Gleichzeitig wurde auf die anhaltend prekäre finanzielle Situation einzelner Gedenkstätten hingewiesen, die nachhaltige Bildungsarbeit erschwert. Inhaltlich diskutierten die Teilnehmenden zudem den bislang wenig aufgearbeiteten Umgang mit Gewalttaten an ehemaligen Zwangsarbeiter:innen nach der Befreiung und die Möglichkeit, diese Thematik künftig in gemeinsamen Projekten sichtbar zu machen.
Der zweite Veranstaltungstag widmete sich verstärkt der politischen Bildung unter veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Angriffe von rechts, geschichtsrevisionistische Positionen und ein sinkendes Interesse oder eine geringere Empathiebereitschaft bei Teilen der Besucher:innen stellen die Bildungsarbeit vor neue Herausforderungen. In Panels und Workshops wurden Strategien diskutiert, um Handlungsspielräume zu sichern, didaktisch flexibel auf schwierige Gruppen zu reagieren und Kooperationen – etwa mit Unternehmen oder im Bereich digitaler Datenbanken – auszubauen. Die Bedeutung des Treffens als Forum für fachlichen Austausch, gegenseitige Unterstützung und die Weiterentwicklung gemeinsamer Ansätze zur Erinnerung an NS-Zwangsarbeit wurde einmal mehr deutlich.
Über 30 Gedenkstätten, Lernorte und Initiativen arbeiten zum Thema Zwangsarbeit, unter anderem: