Gut zu wissen

03/2026Gedenkstättenrundbrief 221, S. S. 58-65
Redaktion

Learning by Doing? 

Aus- und Fortbildung für die gedenkstättenpädagogische Praxis

70. bundesweites GedenkstättenSeminar

 

Wann? Mittwoch, 10. bis Freitag, 12. Juni 2026

Wo?     Max Mannheimer Haus

            Studienzentrum und Internationales Jugendgästehaus, Dachau

 

Besuche an Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Lernorten zu den NS-Verbrechen erfreuen sich einer hohen gesellschaftlichen Nachfrage. Hunderttausende Besucher:innen nehmen jährlich ein breites Spektrum an pädagogischen Angeboten vor Ort wahr: von geführten Rundgängen über ein- bis mehrtägige Seminare bis hin zu längerfristigen Projekten.

 

Angesichts dessen fragt das 70. bundesweite GedenkstättenSeminar nach der Qualifizierung von denjenigen, die diese Bildungsangebote entwickeln und durchführen: Welches Handwerkszeug braucht es eigentlich für die gedenkstättenpädagogische Praxis? Welche Modelle der Aus- und Fortbildung existieren bereits – vor Ort und im Verbund? Welche einrichtungsübergreifenden Akteure bieten Weiterbildungsmaßnahmen an? Wo bestehen Leerstellen und Bedarfe, und wo lassen sich in der dezentralen Gedenkstättenlandschaft diesbezüglich künftig Synergieeffekte erzielen?

 

Die Bundesweiten GedenkstättenSeminare sind das älteste Fortbildungs- und Vernetzungsformat in der dezentralen Gedenkstättenlandschaft zu den NS-Verbrechen. Seit 1983 verbinden sie theoretische Impulse mit Beispielen aus der Praxis und zielen auf Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer und kritische (Selbst-)Reflexion. Sie richten sich an Mitarbeiter:innen von Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Lernorten zu den NS-Verbrechen sowie weitere Multiplikator:innen der historisch-politischen Bildungsarbeit.

 

www.gedenkstaettenforum.de/aktivitaeten/gedenkstaettenseminare/

 

Veranstalter des 70. bundesweiten GedenkstättenSeminars sind die KZ-Gedenkstätte Dachau, das Max Mannheimer Studienzentrum Dachau, das Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors und die Bundeszentrale für politische Bildung

 

 

Vorläufiges Programm

 

Mittwoch, 10. Juni 2026 

Ankommen & Reinkommen

 

9:30—12:30 Uhr         Optional: Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Dachau 

 

13—14 Uhr                 Imbiss

 

14—14:30 Uhr            Begrüßung & Einführung

 

14:30—16 Uhr            Was heißt: Professionalisierung in der Gedenkstättenpädagogik?

                                    Input & Podiumsgespräch

 

16—16:30 Uhr            Kaffeepause

 

16:30—18:15 Uhr       Aus- und Fortbildung in der Gedenkstättenpädagogik

                                    Partizipative Standortbestimmung 

 

18:15—18:30 Uhr       Ausblick und Organisatorisches

 

18:30—20 Uhr            Abendessen

 

 

Donnerstag, 11. Juni 2026 

Diskutieren & Ausprobieren 

 

9—12:30 Uhr              Aus- und Fortbildung für die gedenkstättenpädagogische Praxis

                                    Workshop-Angebote*

 

12:30—14 Uhr            Mittagessen/Mittagspause

 

14—17 Uhr                 Aus- und Fortbildung für die gedenkstättenpädagogische Praxis

                                    Workshop-Angebote*

 

17—17:30 Uhr            Kaffeepause

 

17:30—19 Uhr            Präsentation und Diskussion der Workshop-Ergebnisse

 

19—20 Uhr                 Abendessen

 

abends                        Get together im Max Mannheimer Haus

 

 

Freitag, 12. Juni 2026 

Zusammenführen & Reflektieren

 

9—9:15 Uhr                Begrüßung und Organisatorisches

 

9:15—10 Uhr              Positionen

                                    Kurz-Kommentare aus unterschiedlichen Perspektiven

 

10—10:30 Uhr            Kaffeepause

 

10:30—11:30 Uhr       Wie weiter? Bedarfe und Ausblicke

                                    Fishbowl-Diskussion

 

11:30—12 Uhr            Seminarfeedback

 

12—13 Uhr                 Lunchpaket

 

13—16:30 Uhr            Optional: Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Dachau

 

 

*Geplante Workshop-Angebote 

 

»Verunsichernde Orte«

Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik

 

kompetent.politisch.bilden

Kompetenzprofil für Fachkräfte der außerschulischen politischen Bildung

 

Multiplikator:innen-Ausbildung

Beispiele aus verschiedenen Einrichtungen

 

Qualitätssicherung und Fortbildung

Beispiele aus verschiedenen Einrichtungen

 

Ausbildung zu Jugendguides an Gedenkstätten

Ein Kooperationsprojekt der Landeszentrale für politische Bildung mit dem Arbeitskreis »Jugend- und Vermittlungsarbeit« der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen Baden-Württemberg

 

»Erinnern vor Ort« — Vernetzung, Fortbildung und Beratung von Jugendgeschichtsprojekten

Ein Projekt des Anne Frank Zentrums Berlin

 

Museum-Signers an der KZ-Gedenkstätte Dachau und im NS-Dokumentationszentrum

Ausbildung und Zusammenarbeit mit gehörlosen Guides 

 

»Grafenschrecks« — gemeinsamer Lernprozess in einem inklusiven Vermittlungsprojekt

Ein Projekt der Gedenkstätte Grafeneck

 

Antisemitismus- und antiziganismuskritische Fortbildungskonzepte

 

 

Fortbildung und Beratung

Ein neues Angebot auf dem GedenkstättenForum

 

Mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändern sich laufend auch die professionellen Anforderungen an die Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit zu den NS-Verbrechen. Daraus ergeben sich immer wieder neue Fortbildungs- und Beratungsbedarfe. Doch wie lassen sich geeignete Angebote finden – noch dazu angesichts meist begrenzter zeitlicher und finanzieller Ressourcen?

 

Auf dieser Seite bietet das Gedenkstättenreferat eine allgemeine Orientierung über bundesweit  bestehende Fortbildungs- und Beratungsangebote, gibt Anregungen für die weitere Suche und zeigt mögliche Recherchewege auf. Dabei gehen wir von drei Zugangsmöglichkeiten aus:

 

→        Gedenkstätten- und Erinnerungsarbeit: Hier informieren wir über Fortbildungs- und Beratungsmöglichkeiten innerhalb der dezentralen Gedenkstättenlandschaft zu den NS-Verbrechen und vonseiten benachbarter Aufarbeitungsinstitutionen

 

→        Angrenzende Arbeitsfelder: Auch in angrenzenden Arbeitsfeldern wie etwa im Museums- oder Non-Profit-Bereich gibt es Fortbildungs- und Beratungsmöglichkeiten für Gedenkstättenmitarbeiter:innen und ehrenamtlich Engagierte

 

→        Themen und Herausforderungen: Einige Organisationen und Initiativen bieten Fortbildung und Beratung zu spezifischen Themen und Herausforderungen der Gedenkstättenarbeit an: zum Beispiel zu pädagogischen Fragen, zur digitalen Erinnerungsarbeit oder zum Umgang mit  Rechtsextremismus und verschiedenen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit