a) Erhaltung des ehemaligen KZ-Geländes in Neuengamme
Erfreuliches ist aus Hamburg zu berichten.
Neben verschiedenen Aufrufen und anderen Tätigkeiten ist als Höhepunkt der Aktivitäten für die Erhaltung des KZ-Geländes am 28.1. eine Symbolische Unterschutzstellung der bedrohten Gebäude durch etwa 500 Menschen durchgeführt worden.,(siehe hierzu das Flugblatt in der Anlage).
Wie aus der Pressemitteilung vom 14.2. zu entnehmen ist,- siehe auch FR vom 16.2. (Anlage) - ist in der Hamburger Bürgerschaft ein Einlenken erreicht worden. Die Pläne der Justizbehörde sind zunächst verhindert.
Im Einzelnen sieht es so aus, daß das Hamburger Parlament das Klinkerwerk unter Denkmalschutz stellen wird und den Westflügel soweit restaurieren wird, daß er nicht weiter verfällt und ohne Gefahr begehbar ist.
Die Justizvollzugsanstalt (JVA) darf nur mit Zustimmung der Kulturbehörde bzw. der Bürgerschaft weiter ausgebaut werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Hierdurch ist vor allem verhindert, daß der Apellplatz und die Häftlingsblöcke so von Justizgebäuden umbaut werden, daß nichts mehr an die Dimension des Geschehenen erinnern kann.
In nächster Zeit heißt es wachsam zu sein, damit sich die politischen Kräfteverhältnisse nicht wieder zu Ungunsten der Initiative verändern. Auch kann nun projektiert werden im Westflügel des Klinkerwerkes eine größere und bessere Ausstellung zum Gedenken an das KZ Neuengamme einzurichten.
- 2 Anlagen
b) Presseerklärung zur Internationalen Jugendbegegnungsstätte Dachau
Als Anlage versende ich die noch von Thomas Vogel erarbeitete Presseerklärung.
Eine größere Reaktion darauf ist bisher nicht zu vermelden. Nur vom epd und zwei Regionalzeitungen ist das Erscheinen bekannt.
Vor einigen Tagen hat eine Mitarbeiterin aus dem Büro von Hans J. Vogel hier im Büro angerufen. Neben der Pressemitteilung, die von sehr vielen Initiativen mitunterzeichnet wurde, hat sie von verschiedener Seite postalische Anfragen zu dem Thema zu beantworten gehabt. Da sie die Zusammenhänge nicht genau kannte, war sie sich nicht sicher, ob die Anfragen eventuell miteinander konkurrieren würden. Nachdem sie mir jedoch die Absender genannt hat, war mir klar, daß sie abgesprochen waren.
Für zukünftige Aktionen in dieser Richtung sollte man auf jeden Fall darauf achten, daß aus den verschiedenen Anfragen klar und deutlich hervorgeht, daß sie am selben Strang ziehen.
- 2 Anlagen
c) Justiz und Nationalsozialismus
Erfreulich finde ich es festzustellen, daß immer mehr Berufsvereinigungen dazu übergehen die Geschichte ihres Berufes zwischen 1933-45 aufzuarbeiten. Für diesen Rundbrief möchte ich das am Beispiel verschiedener Artikel über die Justiz, die in der FR erschienen sind, deutlich machen. Sinnvoll wäre es, sich zu überlegen, wie solche Arbeiten in die Gedenkstättenarbeit integriert werden können.
- 3 Anlagen
d) Hinweis auf eine Ausstellung zu "Kola-Fu”
- 1 Anlage
e) Hinweis auf ein neues Buch zur Lokalgeschichte 1933-45
- 1 Anlage
In der Hoffnung, daß meine folgenden Rundbriefe informativer werden und die Zusammenarbeit gut funktioniert verbleibe ich mit freundlichen und solidarischen Grüßen
Thomas Lutz