Mit dem Kunstprojekt "lost/found/art. Von der historischen Spur zum Erinnerungskunstwerk" beschritt die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen neue Wege in der Vermittlungsarbeit. Das Pilotprojekt aus dem Bereich der digital unterstützten kulturellen Bildung wurde im Sommer 2019 in Kooperation mit dem Künstler Hans Molzberger (Houston Baptist University/Atelierhaus Hilmsen) entwickelt. Bestandteile waren vier mehrtägige Kunst-Workshops, die sich an Schüler und Teilnehmende von internationalen Summer-Camps in der Gedenkstätte sowie an junge Erwachsene richteten, und eine Sonderausstellung.
Im Fokus der Workshops standen Fundstücke und andere Exponate aus der Sammlung der Gedenkstätte, die vom Leben der Häftlinge erzählen. Die Gegenstände wurden von den Teilnehmenden mit Objekt-Scannern digitalisiert und mithilfe von 3D-Druckern in neue Objekte transformiert, bearbeitet und zu "Erinnerungskunstwerken" arrangiert. Bei dieser Umwandlung der Objekte in eine abstraktere Form begaben sich die Teilnehmer in eine intensive Auseinandersetzung mit der KZ-Geschichte. Ihre Werke wurden - zusammen mit Arbeiten von Molzberger - in einer großen Sonderausstellung in der Gedenkstätte Sachsenhausen präsentiert, die von August 2019 bis März 2020 zu sehen war.
Das innovative Kunstprojekt bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, Inhalte der KZ-Geschichte mit Hilfe moderner technischer Mittel gestalterisch umzusetzen und dadurch eine eigene Perspektive auf diese Geschehnisse zu entwickeln. Dieser Ansatz erwies sich als vielversprechendes Konzept für die künftige gedenkstättenpädagogische Arbeit.
Ist Kunst, der schließlich auch der Tabu-Bruch innewohnt, ein geeigneter Zugang, um sich mit einem Ort wie Sachsenhausen auseinanderzusetzen, an dem Hunderttausende litten und starben, an dem Terror, Gewalt und Ausbeutung herrschten und unvergleichliche Verbrechen begangen wurden? Kann man an einem solchen Ort auf künstlerischem Wege Zeichen setzten, die mutig, provokativ, ja radikal sind, ohne das dort geschehene Leid zu schmälern? Andererseits: Trägt Kunst an einem solchen Ort nicht auch zur Wachhaltung von Erinnerung bei, weil sie spekulativ, einladend und spielerisch ist? Und: Führt Kunst an einem Ort wie Sachsenhausen nicht letztlich alles ad absurdum, was die Nationalsozialisten mit Konzentrationslagern bezweckten?
Tatsächlich ist Kunst an einem Ort wie der Gedenkstätte Sachsenhausen durchaus ein geeignetes Mittel und verdient es, dort präsent zu sein. Kunst kann - anders als die kognitiv-rationalen Vermittlungsformen der historisch-politischen Bildungsarbeit - auch einen emotionalen Zugang zu den Geschehnissen in Sachsenhausen bieten. Kunst zielt auf die Beziehung zwischen Betrachter und Objekt: Künstlerisches Interpretieren von Zeugnissen der KZ-Geschichte ruft Assoziationen hervor, die der gestalterischen Auseinandersetzung Nahrung geben und damit zum Ausgangspunkt gelebter Erinnerung werden können. Künstlerisches Interpretieren von Lager-Zeugnissen - also ihre ästhetisch-künstlerische Erforschung - ist stark subjektorientiert, so dass die künstlerisch Tätigen in ihren Darstellungen sichtbar bleiben.
Bei unseren Workshops suchten sich die Teilnehmenden nach einer allgemeinen Einführung zur KZ-Geschichte Gegenstände aus, die sie emotional besonders berührten, provozierten oder verstörten, zumeist Ausgrabungsfunde und Ausstellungsexponate, aber auch Bauten oder Bodenstrukturen. Diese digitalisierten sie zunächst mit Objektscannern und bereiteten die Daten mithilfe einer speziellen Software für den Druck auf. Unter Einsatz von 3D-Druckern, Werkzeug, Farbe etc. fertigten sie dann eigene Kunstwerke aus den digitalisierten Gegenständen an. "Durch die Umwandlung des ursprünglichen Objekts in eine abstraktere Form", so Hans Molzberger zum künstlerischen Zugang des Projekts, "wird deutlich gemacht, wie sich die Erfahrungen und Erinnerungen wandeln, wenn sie etwa von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden." Nicht jeder Scan-Versuch verlief erfolgreich; gescheiterte Versuche wurden Teil des künstlerischen Prozesses. Doch gerade der Scan-Vorgang, bei dem das Objekt gleichsam aus einer Punktwolke allmählich auf dem Bildschirm entsteht, sowie die digitale Bearbeitung der Daten ermöglichten eine sehr intensive Auseinandersetzung mit den betreffenden Dingen und boten den Teilnehmenden eine neuartige Bildungserfahrung.
Nicht immer konnten die ausgesuchten Objekte alle Fragen sofort beantworten, welche die Teilnehmenden des Kunstprojekts an sie richteten. Die jungen Menschen begaben sich deshalb auf eine historische Spurensuche und übten sich darin, Objekte als historische Quellen zu befragen. Indem sie die Objekte sowohl technisch verfremdeten als auch analytisch dechiffrierten - sie also zugleich abstrahierten und konkretisierten -, begaben sie sich in eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes Sachsenhausen und seiner Objekte, die sich in ihren Kunstwerken deutlich widerspiegelt.
Mit unseren Kunstworkshops wurde eine innovative Form partizipativer Bildungsarbeit erprobt, bei der assoziative Verarbeitungs- und Denkprozesse im Vordergrund stehen. Diese Vermittlungsform bietet mehr - und teils auch anderen - Menschen Zugang zur KZ-Geschichte als etwa Texte oder Führungen, da sie voraussetzungsärmer und daher inklusiver ist. Für die Teilnahme am Kunstprojekt "lost/found/art" waren kaum spezielle Vorkenntnisse oder spezifische Sprachkenntnisse erforderlich. Wissens- und Erfahrungshierarchien zwischen den Teilnehmenden kamen daher bei den Workshops kaum auf, und eine gemeinsame Auseinandersetzung - auch über Nationen- und Sprachgrenzen hinweg - konnte stattfinden, wie sich besonders bei den Workshops mit unseren internationalen Summer-Camps zeigte.
Objekte, Instrumente und Technologien
Im Fokus des Projekts standen Objekte aus der Sammlung der Gedenkstätte Sachsenhausen, die aus der KZ-Zeit stammen. Konzentrationslager waren eine Welt ohne Besitz. Was ein Häftling bei der Einlieferung bei sich trug, wurde ihm von der SS abgenommen. Abgesehen von gestreifter Uniform, Schuhen und Essgeschirr besaßen die Häftlinge offiziell nichts. Heimlich beschaffte Dinge aller Art hatten daher im Lager einen enormen Wert. Neben dem unmittelbaren Nutzwert war dies vor allem ihre Eignung als Tauschobjekte. Gegenstände, die sich bei korrupten SS-Leuten oder Mitgefangenen gegen Nahrung eintauschen ließen, sicherten das Überleben.
Für die Beschäftigung mit der KZ-Geschichte sind solche Objekte von großer Bedeutung, denn sie illustrieren die Lebensbedingungen der Häftlinge, symbolisieren konkret deren Armut, Hunger, Angst und Not. Aufgrund ihres Gebrauchs im Lager können sie zudem als materielle Zeugen der SS-Gewalt gelten. Sie belegen die Existenz der Konzentrationslager und das Schicksal der Häftlinge, denn sie sind "dabei gewesen". Sie wurden der Gedenkstätte später von Überlebenden übergeben oder bei Ausgrabungen gefunden und in die Objektsammlung aufgenommen. In Ausstellungen auf dem Gedenkstättengelände präsentiert, erlangen sie fast automatisch eine Aura, die fernliegende Ereignisse sinnlich erfahrbar zu machen scheint. Gegenstände aus dem Konzentrationslager wurden beim Kunstprojekt mit Objekt-Scannern digitalisiert und unter Einsatz von 3D-Druckern in neue Objekte transformiert, welche die Kunstschaffenden anschließend bearbeiteten und zu "Erinnerungskunstwerken" arrangierten. Beim Projekt kamen neue Technologien zum Einsatz: Die meisten jungen Künstlerinnen und Künstler hatten nie zuvor mit 3D-Scannern und 3D-Druckern gearbeitet. Sie setzten sich in den Workshops also nicht nur mit der KZ-Geschichte auseinander, sondern auch mit einem neuen Medium - der 3D-Technik als Kunst- und Ausdrucksform.
Der 3D-Scan eignet sich gut zur Arbeit mit empfindlichen Objekten - selbst wenn sie hinter Vitrinenglas stehen. Mit den mobilen Scannern konnten die Teilnehmenden solche Exponate und Fundstücke sowie räumliche Strukturen digital festhalten. Zum Einsatz kamen tragbare Structure-Sensor-3D-Scanner von Occipital, die auf handelsübliche iPads aufgesetzt ein schnelles Erfassen dichter Geometrie ermöglichen, wobei der Bildschirm des iPad als Kontrollmonitor dient. Über die gratis Scanner-App itSeez3D wurden die Scans auf einen externen Server hochgeladen und zu einer professionellen Datei (3D-Mesh) verarbeitet. Da sich sehr kleine Objekte mit den mobilen Scannern nicht befriedigend bearbeiten ließen, wurde während des Projekts zudem ein V2-3D-Scanner mit Drehteller besorgt, der kleine Gegenstände mit 0,1 mm Genauigkeit erfasst und als Punktwolke ausgibt, die sich dann mit der zugehörigen Software MF Studio in 3D-Dateien umrechnen lässt.
Die von der jeweiligen Scanner-Software erzeugten Drahtgittermodelle (Mesh) wurden von den Teilnehmenden mithilfe der open source Computerprogramme MeshLab oder Meshmixer bearbeitet, also gereinigt, repariert, gerendert, textuiert et cetera und für den Druck vorbereitet. Für den Ausdruck wurden Geräte des 3D Makerbot Replicator+ verwendet, der ein Bauvolumen von 29,5 cm (Länge) × 19,5 cm (Breite) × 16,5 cm (Höhe) aufweist. Dadurch war die Maximalgröße der Objektausdrucke auf circa 9,5 cm³ festgelegt, größere Originalobjekte wurden entsprechend heruntergerechnet oder in Teilen gedruckt und zusammengefügt. Der Ausdruck erfolgte mit dem Material PLA Filament, ein synthetisches Polymer, das aus Maisstärke gewonnen wird. Die fertigen Rohdrucke bearbeiteten die Kunstschaffenden kreativ nach ihren eigenen Vorstellungen.
"lost/found/art. Von der historischen Spur zum Erinnerungskunstwerk" war ein Querschnittsprojekt der Gedenkstätte Sachsenhausen, das Mitarbeitende verschiedener Abteilungen (Pädagogik, wissenschaftliche Dienste, Objektsammlung sowie Technik) und junge Freiwillige der Gedenkstätte im Aktion-Sühnezeichen-Friedensdienst (ASF) zusammen mit dem Künstler Hans Molzberger durchgeführten. Es bestand aus vier kunstpädagogischen Workshops und einer Sonderausstellung. Am ersten Workshop (3.-7. 6. 2020) nahmen 15 Oberstufen-Schülern des Dortmunder Goethe-Gymnasiums mit Leistungskurs Geschichte teil. Zwei weitere Workshops (23.-26. 7. und 30. 7. - 2. 8. 2020) richteten sich an die jeweils 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zweier internationaler ASF-Summer-Camps. Bei diesen Begegnungsprojekten engagieren und bilden sich jedes Jahr junge Menschen verschiedener Herkunft einige Wochen lang gemeinsam in der Gedenkstätte. Außerdem wurde ein offener Workshop für junge Erwachsene (12.-14. 7. 2020) in Zusammenarbeit mit der Oranienburger Volkshochschule angeboten, zu dem - trotz höherer Anmeldungszahl - am Ende leider nur drei, wenngleich sehr engagierte, junge Frauen aus Oranienburg kamen.
Mit Ausnahme des offenen Workshops, der von Freitagmittag bis Sonntagnachmittag dauerte, erstreckten sich die Workshops über vier ganze Tage. Der erste Tag war jeweils der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte des KZ Sachsenhausen vorbehalten: Zunächst fand - geführt durch Mitarbeiterinnen der pädagogischen Abteilung - ein Rundgang durch die Gedenkstätte und ihre Ausstellungen statt. Dabei wurden auch einige Methoden historischer Spurensuche vorgestellt. Beim anschließenden Besuch im Objektdepot konnten die Teilnehmenden - betreut von der Sammlungsleiterin - hinter die Kulissen museologischer Arbeit in einer KZ-Gedenkstätte schauen und sich im Umgang mit Objekten üben.
Am Morgen des zweiten Tags wurden sie von Molzberger in die Methoden und Ziele des Projekts eingeführt. Gemeinsam mit ihm brachten sie dann zu einem ausgedehnten "Fotospaziergang" über das Gelände auf, um mit ihren Handy-Kameras Eindrücke, Gegenstände, Strukturen und Orte zu "sammeln", in denen sich für sie KZ-Geschichte materialisiert. Bei der folgenden Reflexionsrunde hatten manche Teilnehmenden "ihre" Objekte bereits gefunden. Andere entschieden erst am nächsten Tag, welchen Gegenstand sie künstlerisch "verarbeiten" wollten.
Alleine oder in Kleingruppen fertigten die Teilnehmenden am dritten Tag 3D-Scans der gewählten Objekte an und bearbeiteten die Daten digital. Da im Projekt nur zwei tragbare 3D-Scanner und ein Standgerät mit Drehteller sowie fünf Computerarbeitsplätze zur Verfügung standen, mussten sich die Teilnehmenden an den Geräten abwechseln, Wartezeiten wurden für ergänzende Objektforschung und Inspirationsgänge aufs historische Gelände oder einfach "zum Chillen" genutzt.
Auf vier 3D-Druckern wurden die fertigen Dateien während der Folgenacht ausgedruckt. Da für den Druck jedes Objekts um die sechs Stunden nötig waren, liefen die Drucker die ganze Nacht, um alle Objekte bis zum vierten Workshop-Tag bereit zu haben. An diesem bearbeiteten die Kunstschaffenden die fertigen Rohdrucke nach ihren eigenen Vorstellungen. Die grau aus dem 3D-Drucker gekommenen Objekte und Figuren wiesen zum Teil unerwartete Verfremdungen auf, ermöglichten aber zugleich kreative Ausdrucksformen. Gemeinsam an einem langen Tisch sitzend, gestalteten die Teilnehmenden ihre Stücke - mit Farbe, aber auch mit Papier oder Metall. Anschließend zeichneten sie mit ihren Mobiltelefonen Videoclips auf, in denen sie ihre Kunstwerke erklärten. In einer abschließenden Gesprächsrunde werteten sie den Workshop gemeinsam aus.
46 junge Künstler schufen beim Projekt insgesamt 36 "Erinnerungskunstwerke". Diese wurden - zusammen mit einigen Arbeiten von Molzberger - in einer professionell gestalteten Sonderausstellung gezeigt. Die auf weißen Sockeln präsentierten und perfekt ausgeleuchteten Kunstwerke wurden von einer Galerie großformatiger fotografischer Studien eingerahmt, auf denen der künstlerische Schaffensprozess von einem jungen Fotografen festgehalten worden war. Weitere Ausstellungselemente waren einige Informationstafeln zum Projekt und vier Monitorstationen, auf denen die erläuternden Videoclips der jungen Kunstschaffenden liefen. Die Ausstellung "lost/ found/art. Von der historischen Spur zum Erinnerungskunstwerk" war vom 11. August 2019 bis zum 31. März 2020 im Neuen Museum der Gedenkstätte Sachsenhausen zu sehen. Mehrere Workshop-Teilnehmende waren bei der Vernissage vor Ort, um ihre Werke vorzustellen.
Während der gesamten Projektlaufzeit wurde auf Instagram und Facebook über das Projekt berichtet. Zur Ankündigung der Vernissage lud die Gedenkstätte außerdem zu einem Pressegespräch ein, bei dem Molzberger und die Teilnehmer des letzten Workshops über das Projekt berichteten. Mehrere Journalisten nahmen die Gelegenheit wahr, die jungen Künstler bei der Arbeit zu beobachten. In Januar 2020 präsentierten wir das Projekt beim 17. Jugendforum "denk!mal" des Landes Berlin im Abgeordnetenhaus.
Insgesamt erwies sich der Zugang des Kunstprojekts "lost/found/art", kognitive Inhalte zur KZ-Geschichte gestalterisch zu vermitteln, als vielversprechendes Konzept für die künftige Bildungsarbeit der Gedenkstätte. Natürlich fühlten sich die teilnehmenden Jugendlichen nicht nur von Gegenständen mit direktem Opferbezug angezogen, also von Objekten, die Häftlinge heimlich hergestellt oder benutzt haben, um sich das Überleben zu erleichtern, in denen Häftlinge sozusagen als handelnde Subjekte erkennbar sind. Auch Folterwerkzeuge, Waffen und SS-Uniformen übten eine gewisse Faszination auf die Jugendlichen aus und wurden daher von einigen zum Scannen ausgewählt. Die pädagogischen Betreuerinnen hatten zuvor beschlossen, auch solche Objektentscheidungen zuzulassen, provozierten doch gerade solche Fälle intensive und kontroverse Gruppen-Diskussionen darüber, dass künstlerische Ausdrucksformen - ebenso wie Identitäten, Kulturen und Traditionen - divers sind.
Ohnehin erwies sich die Befürchtung, die Jugendlichen könnten es bei der Gestaltung ihrer Werke an Pietät fehlen lassen, als völlig unbegründet. Alle Arbeiten - auch die von "problematischen" Objekten ausgehenden - beschäftigten sich höchst einfühlsam mit dem Schicksal von Häftlingen und riefen zu Humanität und Toleranz auf, wie die spätere Sonderausstellung eindrucksvoll belegte.
Beim Kunstprojekt "lost/found/art" wurde digital unterstützte kulturelle Bildung zum Wissenstransfer eingesetzt. Die Workshops machten den Jugendlichen - so ihr Feedback in den abschließenden Reflexionsrunden - nicht nur deutlich mehr Spaß als etwa Textarbeit, sie boten auch leichteren Zugang zu den betreffenden Inhalten und waren folglich deutlich inklusiver. Sie setzten am individuellen Potenzial der Teilnehmenden an - und nicht an formeller Vorbildung - und eröffneten dadurch Räume für gemeinsames Arbeiten auch über sprachliche Grenzen hinweg. Davon profitierten vor allem unsere internationalen Summer-Camps, die Menschen unterschiedlicher geografischer und kultureller Herkunft zusammenbringen. Insgesamt waren die Workshops ein großer Erfolg: Nach der Erfahrung unserer Pädagoginnen haben sich nur selten Gruppen so intensiv mit der Geschichte des KZ Sachsenhausen befasst wie diese. Dadurch führten die Workshops bei den Jugendlichen zu einem besseren und breiteren Verständnis der KZ Geschichte.
Dr. Astrid Ley ist stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen und hat das Projekt konzipiert und geleitet.