#MemoryMaker

Förderverein Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne e.V.

Nur wenigen ist bisher bekannt, dass auch mehrere Hundert Kinder und Jugendliche im Stalag 326 untergebracht waren. Sie wurden als sowjetische Kriegsgefangene registriert, als Kriegsgefangene in Arbeitskommandos überstellt oder oftmals als „Zivilisten“ entlassen und als ausländische Arbeitskräfte im NS-Zwangsarbeitersystem ausgebeutet. Die Gedenkstätte Stalag 326 verfügt über zahlreiche historische Quellen, anhand derer sich einzelne Kriegsgefangengenverläufe bereits rekonstruieren lassen.

Im Zentrum des Projekts #MemoryMaker steht der Aufbau einer digitalen Plattform als virtueller Erinnerungsraum. Jugendliche gestalten in kreativen und medialen Workshops, wie Streetart, kreativem Schreiben, Fotografie und Film, Inhalte, die dort in einer digitalen Ausstellung veröffentlicht werden. Dabei setzen sich die Teilnehmenden kritisch mit der Verschleppung und systematischen Ausbeutung minderjähriger Kriegsgefangener im Nationalsozialismus auseinander. Die künstlerisch-mediale Annäherung eröffnet ihnen individuelle Zugänge zu historischen Themen und fördert eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur. Methodenworkshops ergänzen das Angebot und vermitteln den Teilnehmenden Wissen und Werkzeuge, um andere für das Thema zu sensibilisieren. Sie werden zu Multiplikator:innen – MemoryMaker - , die das Bewusstsein für die (lokale) Erinnerungskultur in ihre Lebenswelt tragen und an nachfolgende Generationen weitergeben. 

Das Projekt richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene aus der Region Ostwestfalen – Lippe.

Um die Plattform barrierearm zu gestalten, sollen Inhalte auch in Gebärdensprache angeboten werden. Dafür ist eine Kooperation mit einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation vorgesehen.