Frühe Holocaust Education in der Grundschule

Bildungsverein Parcours e.V. in Leipzig

Workshops für Kinder der Klassenstufe 4 zur Auseinandersetzung mit der Verfolgung von jüdischen Kindern in Leipzig in den Jahren 1933 bis 1945

Bereits Grundschulkinder verfügen über vielfältige Vorstellungen von der nationalsozialistischen Vergangenheit. Obwohl in dieser Altersgruppe nachweislich Wissen über das Thema vorhanden ist und auch erste Formen von Antisemitismus auftreten können, wird der Nationalsozialismus im Grundschulunterricht bislang nicht behandelt. Auch externe Bildungsangebote sind bisher kaum vorhanden.

Diesem Mangel möchten wir mit einem altersgerechten Bildungskonzept begegnen. Im Mittelpunkt steht ein sensibler Zugang zu den Themen Nationalsozialismus, Ausgrenzung und Verfolgung von Jüdinnen*Juden – ohne die Kinder zu überfordern oder die historischen Fakten zu verharmlosen.

In dreitägigen Workshops werden die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf den Alltag und das Leben jüdischer Kinder aus Leipzig anhand ihrer Biografien erfahrbar gemacht. Dadurch entsteht ein empathischer Zugang zur Geschichte, und die Kinder erleben ihren Wohnort als Ort mit historischer Bedeutung.

Die Arbeit mit den Biografien ermöglicht altersgerechte Anknüpfungspunkte an die Lebenswelt heutiger Kinder. Gemeinsamkeiten und Unterschiede können herausgearbeitet und Erfahrungen antisemitischer Diskriminierung, Verfolgung sowie Formen der Selbstbehauptung sichtbar gemacht werden.

Um insbesondere Kinder mit geringer Lesekompetenz – etwa aufgrund einer Lese-Rechtschreib-Schwäche oder durch Zweitspracherwerb – zu unterstützen, werden die Biografietexte von professionellen Sprecher*innen eingesprochen.