Heimatgeschichte International – Auf den Spuren von NS-Zwangsarbeit in Villingen-Schwenningen

Uhrenindustriemuseum der Stadt Villingen-Schwenningen

„Gemeinsam mit Schüler:innen, jungen Menschen in Betrieben und Studierenden die NS-Zwangsarbeit als internationale Lokalgeschichte erforschen.“

Seit 2023 besteht in Villingen-Schwenningen die Initiative zur NS-Zwangsarbeit. In ihr engagieren sich verschiedene Akteure: der Schwenninger Heimatverein, Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen e.V., zwei Schulen, das Stadtarchiv, das Uhrenindustriemuseum sowie Einzelpersonen. 

Den Anstoß zur Initiative gab der Kontakt zu einem 96-Jährigen in Mykolajiv/Ukraine: Wolodymyr Shcherbina wurde 1944 zur Zwangsarbeit nach Schwenningen verschleppt. Inzwischen konnten die Namen von mehr als 3.400 Zwangsarbeiter:innen und Kriegsgefangenen aus zahlreichen Ländern recherchiert werden, die während des Zweiten Weltkriegs in Schwenningen arbeiten mussten.

Doch vieles ist weiterhin unbekannt. Das Projekt "Heimatgeschichte International“ bindet junge Menschen ein, um diese Geschichte zu erforschen, zu erzählen und zu fragen, was sie für unsere Gegenwart bedeutet: 

Schüler:innen erarbeiten in Workshops, Erzählcafés und bei einer Exkursion zu Lern- und Erinnerungsorten der NS-Zwangsarbeit die vielfältigen internationalen Bezüge ihrer eigenen Lokal- und Heimatgeschichte. Durch Kooperationen mit ver.Di und der IG Metall werden junge Menschen in Betrieben eingebunden. Eine dritte Säule des Projekts bildet die Kooperation mit lokalen Hochschulen, insbesondere der Polizei-Fachhochschule sowie der Hochschule Furtwangen University.

Gemeinsam wird eine analoge und digitale Ausstellung entwickelt, die die lokale Geschichte der NS-Zwangsarbeit darstellt.