Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Im Mittelpunkt des Projekts steht ein berufsspezifischer und lokalhistorischer Ansatz in der Auseinandersetzung mit dem Thema NS-Zwangsarbeit, verknüpft mit Fragen nach Kontinuitäten und aktuellen Formen von Rassismus und Diskriminierung.
Den historischen Hintergrund und zugleich Ausgangspunkt des Projektes bildet der Themenkomplex NS-Zwangsarbeit bei kommunalen Leipziger Betrieben und der städtischen Verwaltung. Während des Zweiten Weltkrieges leisteten in Leipzig mindestens 75.000 Menschen aus ganz Europa Zwangsarbeit. Sie mussten nicht nur in Rüstungsbetrieben, Privathaushalten und Handwerksbetrieben arbeiten, sondern auch in zahlreichen kommunalen und städtischen Betrieben und Einrichtungen z.B. bei den Stadtwerken, bei der Trümmerbeseitigung, bei der Instandsetzung von Wohnraum oder für die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB). Zugleich waren zahlreiche städtische Einrichtungen mit administrativen Aufgaben innerhalb der Verwaltung und Organisation des Zwangsarbeitseinsatzes betraut.
Hier setzt das Projekt an: Gemeinsam mit einer Pilotgruppe von Azubis der LVB und der Leipziger Stadtverwaltung werden und digitale Vermittlungsangebote konzipiert und erprobt. Diese entstehenden Angebote richten sich dann an Azubis zukünftiger Jahrgänge. In den Workshops werden sie eingeladen, sich ausgehend von ihrem beruflichen Alltag und ihren damit verbundenen Erfahrungen und Kompetenzen mit NS-Zwangsarbeit im eigenen Betrieb bzw. Verwaltungszweig zu befassen. Dabei werden verschiedene Biografien (Zwangsarbeiter:innen, deutsche Mitarbeiter:innen etc.) erarbeitet und unterschiedliche Handlungsoptionen innerhalb eines Betriebs während der NS-Zeit kennengelernt und diskutiert.
Begleitet und dokumentiert wird das Projekt durch einen dreiteiligen Podcast.