Mit Unverständnis haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Redaktion der Talkshow „Caren Miosga" ihre aktuelle Ausgabe in der vergangenen Woche unter dem Titel „Ist Trump ein Vorbild für Deutschland, Herr Chrupalla?" ankündigte.
Die Fragestellung und die Wahl des Gesprächspartners sind Ausdruck einer weiteren Normalisierung extrem rechter, autoritärer, demokratie- und menschenfeindlicher Positionen, die derzeit nicht nur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stattfindet.
Die Normalisierung der extremen Rechten ist nicht nur auf Talkshowauftritte beschränkt, sondern ein gesamt-mediales Problem.
Auch die Forschung zeigt, dass Praktiken der Anpassung, Sichtbarmachung und Legitimierung extrem rechte Akteur*Innen häufig eher stärken als schwächen. Politische Interaktionen mit der extremen Rechten sind daher stets mit einem Normalisierungsrisiko verbunden: Extrem rechte Ideen gelangen in den öffentlichen Diskurs, beeinflussen politische Agenden und werden zunehmend als gesellschaftlich legitim wahrgenommen.
Eine zentrale Rolle in diesem Prozess kommt den Medien zu.
Unkritische Interviews, unverhältnismäßig intensive Berichterstattung sowie journalistische Normen vermeintlicher „Neutralität" können die Zustimmung zu extremen Positionen erhöhen und den Eindruck ihrer breiten gesellschaftlichen Unterstützung verstärken.