In dem auf zwei Jahre angelegten Kooperationsprojekt zwischen dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit und dem Landesdenkmalamt Berlin mit dem Schwerpunkt NS-Lagerforschung geht es um die Erfassung und Inventarisierung der Zwangsarbeitslager, die in Berlin in der Zeit von 1939 bis 1945 errichtet wurden.
Rund 500.000 Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges in Berlin Zwangsarbeit leisten mussten, waren über das gesamte Stadtgebiet verteilt in etwa 3.000 Lagern und Unterkünften untergebracht.
Ziel ist es, alle Lager zu erfassen, die im Zusammenhang mit der Zwangsarbeit und zur Unterbringung von ausländischen Zivilarbeiter:innen, Kriegsgefangenen, italienischen Militärinternierten, deutschen Jüd:innen sowie Sinti:ze und Rom:nja im nationalsozialistischen Berlin gebaut wurden. Dazu gehören auch Arbeitserziehungslager, Durchgangslager, Krankensammellager und KZ-Außenlager.
Um Hinweise auf bisher nicht bekannte Lager zu erhalten und weitere Informationen über die bereits bekannten Lager zu gewinnen, erfolgen systematische Recherchen in den Beständen des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit, den einschlägigen Archiven und der entsprechenden Literatur sowie eine Auswertung von historischen Luftbildern. Zudem wird so weit wie möglich die Nutzung der Lager nach 1945 und der noch vorhandene (oberirdische und unterirdische) Bestand der Lager erfasst und dokumentiert, um den Erhaltungszustand der ehemaligen Lagerareale auszuwerten.
Alle Rechercheergebnisse werden in die Datenbank der Zwangsarbeitslager des Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit eingepflegt.