Die radikale Rechte in Deutschland, 1945–2000

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) und Moses Mendelssohn Zentrum (MMZ)
28. Mai 2024

Ziel ist es, die Geschichte und Entwicklung der "radikalen Rechten" umfassend und archivgestützt, auch auf Grundlage bisher nicht erschlossener Quellen, zeithistorisch kontextualisiert zu analysieren.

Im Mittelpunkt steht dabei die übergeordnete Leitfrage, durch welche sozialen Praktiken sich der generationelle Wandel der radikalen Rechten in Deutschland vollzog – von den im Nationalsozialismus sozialisierten Akteurinnen und Akteuren hin zu den in der Demokratie und der SED-Diktatur aufgewachsenen Kohorten, die seit den 1970er-Jahren tonangebend wurden.

Dieser Wandel wird in verschiedene Teilprojekten mit gesellschaftsgeschichtlichen Zugängen und akteursorientierten Perspektiven untersucht. In den Blick genommen werden ideologische und organisatorische Formationen, kulturelle und lebensweltliche Praktiken, nicht zuletzt auch Gewaltformen der radikalen Rechten sowie deren Beziehungen zu Staat und Gesellschaft.

Tagung

Lebenswelten der radikalen Rechten. Praktiken, Ideologien und Strukturen, 1945–2000

27./28. Juni 2024
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam

Gerade in Deutschland basierte die radikale Rechte lange Zeit weniger auf gut organisierten Parteien denn auf locker vernetzten Gruppen, die im Alltag interagierten und so gemeinsame Vorstellungen und Werte entwickelten. Ihre Lebenswelten lassen sich als ein kommunikatives Handeln verstehen, das gemeinsame Vorstellungen und habituelles Auftreten festigte, etwa durch Jugendverbände, Szenen, Begegnungen an festen Orten, Ausflüge, Vereine, Sport, Medien, Musik und Kleidung. Aus ihnen heraus entstanden rassistische Vorstellungen, politische Gruppen oder gewaltsame Aktionen.

Die Tagung untersucht diese rechten Lebenswelten. Sie fragt, wie sie sich seit den 1950er-Jahren neu formierten und im generationellen und gesellschaftlichen Wandel veränderten. Welche Strukturen, Orte und Praktiken der Vergemeinschaftung entstanden, welche teils bis heute prägenden Deutungen und Ideologien wurden dabei generiert und tradiert? Dabei blickt die Tagung auf Jugendgruppen und mediale Diskurse, auf Gewaltpraktiken und Interaktionen mit dem Staat oder auch auf Verbindungen ins Ausland.

Anmeldung
Wegen des begrenzten Platzangebots bitten wir um Anmeldung bis 10. Juni 2024 per E-Mail an: rechtelebenswelten@remove-this.zzf-potsdam.de.
Reise- und Übernachtungskosten sind von den Teilnehmenden zu tragen. Die Tagung selbst ist kostenlos.

 

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