Thematische Schwerpunkte
Willkommen sind Beiträge zu folgenden Themenfeldern:
Textökonomie & diskriminierungssensible Sprache
- Wie gehen Einrichtungen mit Zeichenlimits um, wenn korrekte Benennungen (z.B. Selbstbezeichnungen, Genderformen) Platz binden?
- Welche Regeln haben sich bewährt (Glossare, Erstnennung, Typografie etc.)?
- Helfen mehrschichtige Formate (Text + visuell + dialogisch, vertiefende Mediaguidetouren) und didaktische Transparenz (bspw. “Dieser Text ist verkürzt – weiterführende Infos hier…”)?
Fachsprache vs. Verständlichkeit
- Was gewinnt bzw. verliert man, wenn man Fachbegriffe weglässt? Wie lässt sich Theorie übersetzen, ohne sie zu verfälschen (Alltagssprache + optionaler Fachbegriff)?
- Wann passt Sprache zum Publikum – und wann spiegelt sie nur Annahmen darüber wider, wer die Besucher*innen sind? Wie vermeiden wir, dass Vereinfachung auf Vorurteilen über das Publikum beruht, statt auf dessen tatsächlichen Bedürfnissen?
- Wie niederschwellig lässt sich über Themenbereiche wie Kollaboration in der NS-Zeit kommunizieren? Welche inhaltlich dichten Führungen in Leichter/Einfacher Sprache gibt es?
Führungen & pädagogische Interaktion
- Welche Kommunikations- und Interaktionsstile von Guides erweisen sich als niederschwellig und inklusiv?
- Wie werden Fachbegriffe, Normierungen und moralische Rahmungen in Gesprächen mit Besucher*innen ausgehandelt?
Multiperspektivität als Designproblem
- Wie multiperspektivisch kann narrative Klarheit sein? In welchem Spannungsfeld stehen Aufmerksamkeitsspannen, orientierende Ausstellungsgestaltung und multiperspektivische Erzählweisen (Perspektivenarchitektur, Objekt- und Bildpolitik, Szenografie/Dramaturgie)?
- Wie lassen sich Täter*innenmotive (Ideologie, Karrierismus, Gruppenzwang, institutionelle Logiken) darstellen – verwoben, aber nicht beliebig?
Besucherforschung & Evaluation
- Was kommt bei wem an? Wie lässt sich untersuchen, was Nutzende wie rezipieren und verstehen?
- Wieviel Text lesen Besucher*innen tatsächlich? Welche Abbildungen erzeugen Aufmerksamkeit? Anhand welcher Quellen lernen Nutzende Neues?
- Welche Indikatoren helfen Reichweitenveränderungen zu messen? Welche Nutzende sind neu dabei? Wer wird (nicht) erreicht?
- Wie lassen sich Texte, Objektauswahl, Videoskripte oder Führungssprache durch Evaluation frühzeitig verbessern – etwa durch Prototyping, A/B-Tests, Shadowing oder Teach-back-Methoden?
Der Call richtet sich an:
• Gedenk- und Bildungsstätten, Erinnerungsorte, Museen
• Selbstvertretungsverbände und Community-Repräsentant*innen
• Universitäten und Forschungseinrichtungen
• Gestaltungsbüros und digitale Dienstleister / Interdisziplinäre Beiträge sind ausdrücklich willkommen. Relevante Disziplinen sind u. a.:
• Museum Studies / Curatorial Studies / Heritage Studies
• Geschichtsdidaktik, Gedenk- und Bildungsstättenpädagogik
• Antisemitismusforschung / Holocaust Studies / Judaistik
• Romani Studies / Antiziganismusforschung
• Linguistik, Soziolinguistik, Übersetzungswissenschaft, Fachkommunikation
• Disability Studies / Inklusionsforschung
• Informationsdesign / UX Writing / Kommunikationsdesign
• Sozial- und Kognitionspsychologie
• Besucherforschung / Evaluationsforschung / Teilhabeforschung
• Politische Bildung / Erwachsenenbildung (speziell auch antisemitismus- und rassismuskritische Bildung)
Einreichung
Erbeten wird ein Abstract von max. 500 Wörtern sowie eine kurze biografische Notiz. Bitte schicken Sie das Abstract unter dem Stichwort „Inklusiv und Ideologiekritisch?“ bis 16.03.2026 per E-Mail an info@stiftung-ng.de.
Über die Annahme informieren wir bis 10. April 2026.
weitere Informationen