„Perspektiven öffnen – Geschichten teilen“

Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen
21. Juni 2022

„Perspektiven öffnen – Geschichten teilen“

Eine neue Webreportage zeigt Erinnerungen an Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg aus der Perspektive von in Deutschland lebenden Menschen mit ost- und mittelosteuropäischer Migrations- und Familiengeschichte.

Vor 81 Jahren, am 22. Juni 1941, griffen deutsche Truppen die Sowjetunion an. Der nationalsozialistische Vernichtungskrieg zur Eroberung von „Lebensraum im Osten“ und die NS-Verfolgten aus dem östlichen Europa sind in der deutschen Öffentlichkeit bis heute kaum bekannt. Gleiches gilt für die Perspektiven von in Deutschland lebenden Menschen mit ost- bzw. mittelost­europäischer Herkunftsgeschichte. Eine neue Webreportage der KZ-Gedenkstätte Neuengamme befasst sich mit diesen „Leerstellen“ der Erinnerung.

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Im Projekt „Perspektiven öffnen – Geschichten teilen“ tauschten sich zwölf in Deutschland lebende Men­schen mit familiären Verbindungen ins östliche Europa über ihre Perspektiven auf Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg aus. Anliegen des Projekts war es, vielfältige Perspektiven auf die Erinnerung in der deutschen Migrationsgesellschaft zu eröffnen. Die Webreportage bietet einen Einstieg in die Bildungsarbeit zur vielfältigen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg im östlichen Europa. Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme veranstaltet Rundgänge zum Thema und erarbeitet zurzeit einen neuen Studientag: „Der national­sozialistische Vernichtungskrieg im östlichen Europa und die polnischen und sowjetischen Verfolgten im KZ Neuengamme: Geschichte(n) und Erinnerung“.

Dr. Susann Lewerenz (Projektleiterin): „Die Frage, was Geschichte und Gegenwart miteinander zu tun haben, stellten sich die Teilnehmenden nicht erst mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 – und auch nicht allein in Zusammenhang mit diesem Krieg. Und doch bedeutete der Kriegsbeginn einen massiven Einschnitt in das Projekt, sodass sich viele Fragen noch einmal neu oder anders stellten.“

Natalia Wollny (Projektteilnehmerin): „Obwohl Deutschland ein Einwanderungsland und ge­prägt von vielfältigen Perspektiven ist, spiegeln sich diese kaum in der Erinnerungskultur wider. Das Projekt zeigt mir jedoch auf, dass das vorherrschende Narrativ zumindest teilweise hinterfragt wird, Sensibilität für den migrantischen Blick auf Erinnerungskultur entsteht und das Interesse steigt, auch osteuropäische Perspektiven künftig stärker anzuhören und zu integrieren.“

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