Am 1. September 1939 überfiel die deutsche Wehrmacht Polen. In den kommenden Wochen verübten deutsche Soldaten und Polizisten die ersten Massenerschießungen des Zweiten Weltkrieges, denen zehntausende polnische und jüdische Zivilisten und Kriegsgefangene zum Opfer fielen.
Die dabei von den deutschen Militär- und Zivilverwaltungen gesammelten Erfahrungen flossen in die weiteren Kriegs- und Besatzungsplanungen ein. Zugleich gab es aber auch signifikante Unterschiede zum Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Parallelen wie Differenzen arbeitet der Vortrag heraus.
Dr. Jochen Böhler, Jg. 1969, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Imre Kertész Kolleg Jenaim Bereich „Krieg, Gewalt, Unterdrückung“. Er studierte in Köln Geschichte und promovierte über den deutschen Überfall auf Polen 1939.
Von 2000 bis 2010 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut Warschau im Bereich „Gewalt und Fremdherrschaft im Zeitalter der Extreme“. Seine wichtigsten Veröffentlichungen: Auftakt zum Vernichtungskrieg. Die Wehrmacht in Polen 1939, Frankfurt/Main 2006; (Hg. zus. mit Klaus-Michael Mallmann und Jürgen Matthäus) Einsatzgruppen in Polen. Darstellung und Dokumentation, Darmstadt 2008; Der Überfall. Deutschlands Krieg gegen Polen, Frankfurt am Main 2009; (Hg. zus. mit Jacek Młynarczyk) Der Judenmord in den eingegliederten polnischen Gebieten 1939–1945, Osnabrück 2010.
Eintritt frei