Szenische Lesung aus einem Protokoll vom 12. November 1938
Mitwirkende: Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Petrinum und Mitglieder des Vereins für jüdische Geschichte und Religion
Nach der Zerstörung und Plünderung Hunderter Synagogen und Tausender jüdischer Geschäfte und Wohnungen am 9. November 1938 berief Reichsluftfahrtminister Hermann Göring für den 12. November eine Sitzung ein. Ziel des Treffens war es, eine Erstattung der entstandenen Schäden an die geschädigten jüdischen Deutschen durch die Versicherungsgesellschaften zu verhindern. Die Opfer als „Verursacher“ der Pogrome mussten als Ergebnis dieser Zusammenkunft eine „Sühneleistung“ an den Staat in Höhe von einer Milliarde Reichsmark bezahlen.
Darüber hinaus entwickelten die anwesenden Experten aus Regierung, Verwaltung und Polizeiapparat (sowie ein Repräsentant der Versicherungen) an diesem Tag ein regelrechtes „brainstorming“ zur weiteren Entrechtung und Beraubung der noch in Deutschland verbliebenen Juden. Das Protokoll dieser Veranstaltung ist in großen Teilen erhalten und wird im Rahmen einer szenischen Lesung auszugsweise vorgestellt. Es erinnert uns an die bürokratisch-sadistischen Phantasien, die mit und nach den Pogromen immer offener zutage traten und schließlich in den Massenmord an den europäischen Juden führten.
Gebühr: 5 €, Vereinsmitglieder 4 €
Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Westfalen