Das Gedaechtnis im Transfer

3. Juni 2011 -
4. Juni 2011
Ort: Freiburg im Breisgau, Liefmannhaus, Goethestr. 33-35, 79100 Freiburg
Veranstalter: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Swantje Arnd/Sonja Arnold, Promotionskolleg 'Geschichte und Erzählen', Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 03.06.2011-04.06.2011, Freiburg im Breisgau, Liefmannhaus, Goethestr. 33-35, 79100 Freiburg


In der Veranstaltung wird eine Auseinandersetzung mit dem autobiographischen Gedächtnis und seiner kollektiven Dimension, dem Familiengedächtnis, angestrebt. Die Rolle der Erinnerung ist in den letzten Jahrzehnten in unterschiedlichen Forschungsbereichen immer wieder in den Blickpunkt geraten. Dabei standen sowohl die auf die Einzelperson zugeschnittenen Aspekte des autobiographischen Gedächtnisses (Formen der Speicherung, Veränderung der Gedächtnisinhalte und des Abrufs im Laufe eines Lebens, die Rolle von 'false memories' und 'memory talk') im Mittelpunkt, als auch die Frage nach dem Familiengedächtnis (Tradierung, Modifizierung von Gedächtnisinhalten, Verhältnis von Geschichtsschreibung und Familiengedächtnis). Die Bedeutung von autobiographischem Gedächtnis und Familiengedächtnis ist dabei beispielsweise für die Geschichtswissenschaft (Zeitzeugenberichte, oral history) und die Literaturwissenschaft (Bekenntnisliteratur, Autobiographien, Aufarbeitung von Erinnerungen in der Literatur) deutlich aufgewertet worden. Aber auch aus neurobiologischer und (sozial)psychologischer Sicht ließen sich in den letzten Jahrzehnten vermehrt neue Ergebnisse verzeichnen (Ulric Neisser, Harald Welzer, Hans J. Markowitsch).


Im Mittelpunkt der Veranstaltung soll die Frage nach der Anwendbarkeit von Erkenntnissen der Sozialpsychologie in anderen Forschungszweigen stehen. Anhand der Studien Harald Welzers zum autobiographischen Gedächtnis (Das autobiographische Gedächtnis, zusammen mit Hans J.

Markowitsch) und zum Familiengedächtnis (Opa war kein Nazi) soll gefragt werden, ob und gegebenenfalls wie eine Übertragung von sozialpsychologischen Forschungsergebnissen in andere Fachbereiche möglich und gewinnbringend ist.


Die Veranstaltung versteht sich als Workshop für DoktorandInnen und PostdoktorandInnen, die ihre aktuellen Forschungsergebnisse präsentieren und diskutieren möchten. Sie richtet sich an Vertreter aller Disziplinen, welche die genannten Ansätze und Resultate bzw. Theorien in ihre eigene Arbeit integrieren möchten. Anzahl der Teilnehmer: 25-30.


Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um eine vorhergehende Anmeldung per E-Mail unter Sonja.arnold@remove-this.neptun.uni-freiburg.de


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Freitag, 03.06.2011


14:30 Prof. Dr. Ralf von den Hoff (Freiburg): Begrüßung


I. Autobiographisches Gedächtnis und Familiengedächtnis in der deutschsprachigen Erinnerungsliteratur

Moderation: Dr. Dorothee Birke


15:00 Dominika Borowicz (Berlin): Das Leben mit dem Vater-Mythos. Die Bedeutung von autobiographischem Gedächtnis und Familiengedächtnis für die Erinnerungsarbeit am Beispiel der deutschsprachigen Erinnerungsliteratur


15:40 Swantje Arndt (Freiburg): Heroisierungsstrategien in Uwe Timms 'Am Beispiel meines Bruders'


16:20 Kaffeepause


II. Die literarische Darstellung von Erinnerungsversionen

Moderation: Swantje Arndt


16:50 Johanna Vollmeyer (Berlin): "Soll ich meines Bruders Hüter sein?"

Der Aspekt der gespaltenen Nation im deutschen Erinnerungsdiskurs am Motiv der verfeindeten Brüder in Reinhard Jirgls 'Abschied von den Feinden'


17:30 Lisa Volpp (Heidelberg): Die erfundene Familiengeschichte. Zu Form und Funktion des unzuverlässigen Erzählens in Marcel Beyers Roman 'Spione' (2000)


18:10 Respondenz: Dr. Dorothee Birke (Freiburg)


18:30 Abschlussdiskussion


ab 19:15 Gemeinsames Abendessen



Samstag, 04.06.2011


III. Geschichte, Gedächtnis und sprachlicher Diskurs

Moderation: Julia Ilgner


09:30 Julia Arskaja (Irkutsk/Wien): Der Einfluss der sowjetischen offiziellen Kultur auf den Inhalt der Erinnerungen und den Sprachgebrauch der älteren Generation


10:10 Andrea Althaus (Freiburg): Erzähltes Leben - Lebensgeschichtliche Selbstpräsentationen als historische Quellen


10:50 Kaffeepause


IV. Kriegserfahrungen und Familiengedächtnis

Moderation: Sonja Arnold


11:20 Moritz Pfeiffer (Paderborn): Meine Großeltern im Nationalsozialismus - Erinnerungen und Fakten im Vergleich


12:00 Juniorprof. Malte Thießen (Oldenburg): Das Familiengedächtnis in der Erweiterung: Neue Forschungen zur transgenerationalen Tradierung von Kriegserfahrungen


12:40 Abschlussdiskussion


ab 13:30 Gemeinsames Mittagessen



Organisation:


Swantje Arndt: sarndt@remove-this.pluto.uni-freiburg.de Sonja Arnold: Sonja.arnold@remove-this.neptun.uni-freiburg.de


Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Promotionskolleg Geschichte und Erzählen http://www.zam-promotionskolleg.uni-freiburg.de/


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Sonja Arnold


Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Promotionskolleg 'Geschichte und Erzählen'


sonja.arnold@remove-this.neptun.uni-freiburg.de


Homepage <http://www.zam-promotionskolleg.uni-freiburg.de/>


URL zur Zitation dieses Beitrages

<http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=16427>