Im Mittelpunkt steht der Dokumentarfilm „Dass das heute noch immer so ist – Kontinuitäten der Ausgrenzung“ (2016, 60 Minuten). Der Film erzählt die exemplarische Geschichte von Verfolgung und Stigmatisierung sogenannter „Asozialer“ im Nationalsozialismus. Im Fokus steht das Schicksal von Maria Potrzeba, die im Alter von 14 Jahren der Gestapo vorgeführt wurde. Man warf ihr vor, eine Beziehung zu dem polnischen Zwangsarbeiter Florian Spionska zu haben. Unter dem Vorwurf, „asozial“ und damit schädlich für die Gesellschaft zu sein, wurde sie in das Jugendkonzentrationslager Uckermark eingeliefert. Der Film zeichnet ihren Lebensweg nach und macht die Mechanismen sichtbar, mit denen der NS-Staat Menschen ausgrenzte und vernichtete.
Im Anschluss an die Vorführung spricht die Filmemacherin und Autorin Heika Rode (Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e. V.) über die Entstehung des Films, ihre Zusammenarbeit mit der Zeitzeugin sowie über aktuelle Formen der Stigmatisierung. Das Gespräch nimmt zugleich die Bildungsarbeit gegen Klassismus und Ausgrenzung in den Blick. Der Begriff „asozial“ wird bis heute insbesondere von Jugendlichen als abschätzige Kategorie genutzt. Es soll darüber diskutiert werden, wie man diese Kontinuitäten sichtbar machen, kritisch hinterfragen und gesellschaftliches Bewusstsein für die Mechanismen sozialer Ausgrenzung stärken kann.